Gemeinderat
Bedeutet das der Durchbruch für das Projekt einer Dreifachhalle in Subingen?

Der Subinger Gemeinderat überlegt sich den Bau der Dreifachturnhalle in eigener Regie.

Urs Byland
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Sie lancierten Ende Januar die Idee einer Dreifachhalle auf der Wiese neben dem oz13 in Subingen: Die Gemeindepräsidenten Hans Ruedi Ingold (Subingen, l.) und Martin Rüfenacht (Horriwil).

Sie lancierten Ende Januar die Idee einer Dreifachhalle auf der Wiese neben dem oz13 in Subingen: Die Gemeindepräsidenten Hans Ruedi Ingold (Subingen, l.) und Martin Rüfenacht (Horriwil).

Urs Byland

Aus der Nachbargemeinde Etziken ist extra Gemeindepräsident Bruno Meyer angereist, um eine bestechende Idee zu propagieren. Er sei an der Gemeindepräsidenten-Konferenz aufgefordert worden, die Idee einer Dreifachturnhalle statt eines Turnhallenanbaus beim Oberstufenzentrum in Subingen (oz13) aus neutraler Sicht durchzurechnen. Die Ausgangslage präsentierte sich ihm reichlich kompliziert.

Hier der Schulverband OWO (Oberstufe Wasseramt Ost), dem am Schulstandort Subingen eine zweite Turnhalle fehlt, die ursprünglich beim Bau des Zentrums aus finanziellen Gründen nicht realisiert wurde, und der die Schüler deshalb in die Mehrzweckhalle Subingen zum Turnen schickt. Die Mehrzweckhalle steht aber öfters nicht zur Verfügung, weil andere Nutzer die Halle ebenfalls brauchen. Ein Turnhallenanbau würde den Verband 5 Millionen kosten, plus jährliche Folgekosten von gut 160'000 Franken, wie Bruno Meyer dem Gemeinderat vorrechnete.

Dort die Idee einer Dreifachhalle für 8,3 Millionen Franken mit Folgekosten von gut 400'000 Franken jährlich, die der Schule, aber auch den Vereinen in Subingen und der Region einen Nutzen bringen würde, sprich endlich mehr der dringend benötigten Sporthallenkapazität.
Aber würden die im Schulverband vereinten 13 Gemeinden eine Dreifachhalle bezahlen, die nur teilweise der Schule zugutekommt? Werden sie eine Halle bezahlen, die der Freizeitnutzung einer Teilregion dienen soll? Luterbach hat hier schon klar kritische Signale ausgesendet. Und wie kann ein Kostenteiler gefunden werden, den alle beteiligten Gemeinden akzeptieren?

Das Risiko trägt Subingen

«So bestechend die Idee ist, statt einer gerade drei Hallen zu bauen. Es ist aber schwierig, einen vernünftigen Vorschlag für die Finanzierung der verbleibenden dritten Halle durch die Region zu finden», bringt es Subingens Gemeindepräsident Hans Ruedi Ingold auf den Punkt.

Einen Kostenteiler, der allen möglichen Anforderungen der beteiligten Gemeinden gerecht würde, gebe es einfach nicht. «Nein, das funktioniert nicht. Die Idee einer Dreifachturnhalle müsste dann begraben werden», glaubt auch Bruno Meyer. Es gebe nur einen möglichen Weg, um den gordischen Knoten zu lösen und alle mit ins Boot zu holen. «Die Gemeinde Subingen baut die Dreifachhalle in eigener Regie und vermietet zwei Hallen an den Schulverband.» Die Vorteile lägen auf der Hand: eine klare Trennung von Schulnutzung und Freizeitnutzung unter der Führung der Gemeinde Subingen, der Schulverband müsste keine Investitionen tätigen und erhält Spielraum für die Umnutzung der bestehenden Turnhalle (Aula, Kantine, Mittagstisch, was allerdings weitere Investitionen für OWO auslösen würde). Es gebe kaum Störung wegen Baulärm, tagsüber stünden dem Schulverband drei Hallen zur Verfügung und Subingen erhielte eine kostengünstige Halle.

Die Nachteile verschweigt Bruno Meyer nicht. Der Schulverband würde die Sportanlage nicht besitzen, sondern sie mieten, was Mehrkosten von jährlich etwa 35 000 Franken ausmache. Und das Risiko trage Subingen.

Rats-Stenogramm

Der Gemeinderat Subingen hat:

> eine Information zur App Crossiety (digitaler Dorfplatz) zur Kenntnis genommen;
> Nachtragskredite für den Heizungsersatz Altes Schulhaus und die Miete einer Mobilheizzentrale genehmigt;
> dem Antrag der Verwaltung zugestimmt, den Tarifanhang für das Gebührenreglement für Anlassbewilligungen rückwirkend auf den 1. Januar 2018 zu ändern. Vereine des Vereinskonvents müssen demnach keine Gebühren für die Anlassbewilligung und fürs Wirten bezahlen. Freinachtbewilligungen und Grossveranstaltungen müssen weiterhin berappt werden;
> den Brunnenmeisterbericht zur Kenntnis genommen;
> die Vereinbarung mit der Friedhofkommission St. Niklaus gekündigt, wonach deren Totengräber bei Abwesenheit des Totengräbers von Subingen die Stellvertretung übernimmt. Dies weil der Totengräber von St. Niklaus ins Rentenalter kommt und nur noch ein Teilpensum absolvieren kann. Eine Nachfolge ist in Verhandlung, so der Gemeindepräsident. (uby)

Statt 13 nur eine Gemeinde

Politisch wäre es der viel einfachere und auch viel erfolgsversprechendere Weg, wie die nachfolgende Diskussion im Gemeinderat zeigte. Statt 13 Gemeinden in einem langen Prozess einzubinden, braucht es für den Bau der Dreifachhalle nur die Zustimmung einer Gemeinde. Meyer wie auch Subingens Gemeindepräsident Hans Ruedi Ingold zeigten sich überzeugt davon, dass der Schulverband eine solche Lösung bevorzugen würde. «Allen würde ein Stein vom Herzen fallen», so Meyer.

Der OWO müsste einzig über eine Miete entscheiden, die Meyer mit 100'000 Franken jährlich pro Jahr und Halle beziffert. Subingen könnte weitere 50'000 Franken Miete bei Vereinen und Gemeinden eintreiben. Übrig bleiben würden Folgekosten von 150'000 jährlich für die Gemeinde Subingen, die schon lange eine Sporthalle auf der Wunschliste hat und für diese mit rund 180'000 Franken jährlichen Folgekosten rechnen müsste.

Vizegemeindepräsident Michael Kummli wies darauf hin, dass die Mietpartner vertraglich auf längere Sicht dabei sein müssen, damit die Gemeinde das Risiko eingehen kann. «Wir müssen Verträge haben, bevor wir bauen», bestätigte Ingold. Schon an der Gemeindeversammlung im Juni könnte die Bevölkerung über das Projekt abstimmen. «Wenn Subingen Ja sagt, dann sagt niemand Nein», sagte Bruno Meyer abschliessend mit Überzeugung.

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