Subingen

Bedenken äussern, aber das Projekt Wasserversorgung weiterverfolgen

Wie wird die Wasserversorgung künftig organisiert?

Wie wird die Wasserversorgung künftig organisiert?

Der Subinger Gemeinderat möchte die zweite Phase des Projekts über die Neustrukturierung der Wasserversorgung zwar in Angriff nehmen, bringt aber dabei auch Bedenken an.

Der Zweckverband Wasserversorgung äusseres Wasseramt (ZWäW) und die Elektrizitäts- und Wasserversorgung Derendingen (EWD) haben erste Überlegungen für eine gemeinsame Neustrukturierung ihrer Wasserversorgungen angestellt. In der heutigen Situation beliefert der ZWäW seine elf Mitgliedsgemeinden als sogenannter Primärversorger mit Trinkwasser, welches er von der EWD, einer selbstständigen öffentlich-rechtlichen Unternehmung, die der Gemeinde Derendingen gehört, bezieht.

Es stellt sich nun die Frage, ob das in Angriff genommene Projekt mit dem Fernziel eines gemeinsamen Vollversorgers weitergeführt werden soll. So könnte zuerst ein einziger regionaler Primärversorger geschaffen werden und allenfalls würden die Gemeinden ihre Netze dann der EWD in eine Vollversorgung übergeben.

Der Gemeinderat, der am Donnerstagabend gleich mit vier Ersatzmitgliedern tagte, nahm den Bericht der für das Projekt beauftragten Integralia AG zur Kenntnis und diskutierte seine Einstellung dazu. «Wir haben ja eigentlich ein gutes Netz, deshalb stellen sich hier schon Fragen», erklärte Vizegemeindepräsident Raphael Schrittwieser (FDP), der die Sitzung leitete. Auch Agnes Roth (CVP) gab zu bedenken, dass Zusammenschlüsse erfahrungsgemäss teurer werden. Laut Christine Stebler (SP) stelle sich zudem die Frage, ob man die Wasserversorgung, die eigentlich nicht profitorientiert sein sollte, tatsächlich an eine externe Firma abgeben möchte. Jan Weiss (FDP, Ersatz) zeigte sich sehr skeptisch, das eigene, gut funktionierende Wassernetz in fremde Hände zu geben. «Wenn das Gemeindenetz übernommen wird, können wir nicht mehr selber entscheiden, wann welche Leitung saniert wird.» Momentan habe man Strassen und Wasser in der eigenen Obhut, was beim Planen sicherlich ein Vorteil sei.

Der Gemeinderat befürwortete zwar die weiteren Abklärungen, will aber aufgrund seiner Bedenken die Baukommission in die Thematik miteinbeziehen. 

Tagesstrukturen?

Im Weiteren hat der Gemeinderat das Schreiben einer Einwohnerin thematisiert. Diese unterbreitet das Anliegen, dass eine weitere Spielgruppe nötig sei. Die SP-Fraktion nahm diesen Brief positiv zur Kenntnis und sah dieses Schreiben als Anlass, sogar noch einen Schritt zurückzutreten und die gesamte Situation betreffend Tagesstrukturen grundlegend zu analysieren. Welche Bedürfnisse haben Subinger Familien? Braucht es weitere Angebote zur Kinderbetreuung? Welche Organisationsmodelle wären möglich? Dazu soll gemäss Antrag der SP ein Ausschuss aus verschiedenen Personen gegründet werden, welche den Bedarf
eruieren. 

Skeptischer zeigten sich die anderen Gemeinderatsmitglieder. Praveen Wyss und die FDP-Fraktion waren der Meinung, dass es Aufgabe des Schulleiters sei, dies zu prüfen, und man dieses Anliegen an die Schule weiterreichen könne. Agnes Roth machte zudem darauf aufmerksam, dass man nun zuerst den Start der Spielgruppe «Wurzeli» abwarten müsse. Der private Verein «Wurzeli», der seit letztem Jahr einen Mittagstisch betreibt und im Sommer eine Spielgruppe eröffnen möchte, wird von der Gemeinde unterstützt und nutzt die Container des ehemaligen Jugendtreffs. Man verurteile dieses Projekt sonst von Anfang an, so Roth. Christine Stebler konterte allerdings, dass der gewünschte Ausschuss mit «Wurzeli» gar nichts zu tun habe, sondern dass vielmehr die Gesamtsituation analysiert werden müsse, welche nebst Spielgruppe vor allem auch Tagesstrukturen umfasse. Diese Bedürfniserhebung sei keinesfalls Aufgabe der Schule, zumal auch die betroffenen Kinder noch gar nicht schulpflichtig sind.

Da eine Einigung auch nach längeren Diskussionen nicht absehbar war, beschloss der Gemeinderat einstimmig, den Antrag der SP zurückzustellen und an der nächsten Sitzung wieder aufzugreifen, um keine übereilten Entscheidungen treffen zu müssen.

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