Lüsslingen-Nennigkofen
Baurechtsvertrag läuft aus: Müssen die Curler ausziehen?

Rund 115 mehr oder weniger aktive Curler nutzen derzeit die Eishalle hinter dem Gasthof Rössli in Nennigkofen. Es könnte sein, dass die Curler dort bald ausziehen müssen – der Baurechtsvertrag läuft aus.

Hans Peter Schläfli
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Vier Vereine mit rund 115 Aktivmitgliedern nützen die Halle in Nennigkofen.Hanspeter Bärtschi

Vier Vereine mit rund 115 Aktivmitgliedern nützen die Halle in Nennigkofen.Hanspeter Bärtschi

Hanspeter Bärtschi

Der Baurechtsvertrag für die Curlinghalle hinter dem Gasthof Rössli läuft im Jahr 2020 aus, und trotz intensiven Bemühungen der vier beteiligten Vereine ist noch völlig offen, ob und wie es in Nennigkofen mit dem Curlingsport weitergehen kann.

Sogar das Gerücht geht um, dass die Kirschblütengemeinschaft die Liegenschaft kaufen wolle.

Der Solothurner Curling-Boom setzte etwa 1970 ein und gipfelte 1992 mit der Goldmedaille des CC Solothurn-Wengi an den Olympischen Spielen in Albertville. Nun könnte die fünfzigjährige Tradition im Jahr 2020 auslaufen – zusammen mit dem Baurechtsvertrag, der die Nutzung der Curlinghalle regelt. «Wir sind in der Phase der Evaluation», erklärt Jürg Gnägi, Präsident der Genossenschaft Curlinghalle. «Es ist nichts entschieden, alle denkbaren Varianten dürfen diskutiert werden.»

Und diskutiert wird tatsächlich viel. Das geht vom Bau einer neuen Curlinghalle, die etwa 5 Millionen Franken kosten würde, über eine Renovation der alten Halle für 500 000 Franken bis hin zum Wegzug ins neue, topmoderne Stadion nach Biel. Aber für viele der noch immer aktiven Veteranen der ersten Stunde wäre mit einem Verlust der «Heimat» in Nennigkofen emotionell das Ende der Fahnenstange erreicht.

Und auch bei den sportlich ambitionierten Junioren gibt es einige, die lieber in Nennigkofen bleiben würden, weil diese Halle mit dem öffentlichen Verkehr leicht erreichbar ist. Eine Handvoll Curler hat sich dagegen schon Richtung Biel verabschiedet.

Fusion könnte Variante werden

Rund 115 mehr oder weniger aktive Curler nutzen derzeit die Eishalle hinter dem Gasthof Rössli. Oder wie es Martin Simonet, der Präsident des CC Solothurn, sagt: «Wir sind ein übersichtlicher Haufen.» CC Biber, CC Solothurn, CC Solothurn-Wengi und CC Ambassadoren Solothurn: Diese vier Vereine betreiben zusammen als Genossenschaft die Eishalle. Das ist schon etwas weniger übersichtlich, obwohl alle die positive Zusammenarbeit loben. «Vier Vereine und eine Genossenschaft, das bedeutet, dass wir fünfmal einen Vorstand besetzen müssen. Das sind etwas viele Ämter, die zu besetzen sind», umschreibt Jürg Gnägi diese Situation.

Bilder vom 41.Curling-Turnier um die Solothurner Kanne vom Januar 2016:

17 Bilder
CC Solothurn 2 VS Ambassadoren
Die Zuschauer schauten gespannt von den Tischen aus zu
JCZ Solothurn VS CC Mannheim
Der Trainer und Skip von JCZ Solothurn überlegt, wo der nächste Stein hin soll
Es wird mit Kadenz und Druck gewischt
Mitglied aus dem Team CC Solothurn 3
Curling ist das Schach auf dem Eis. Es braucht stundenlange Kopfarbeit
41.Curling-Turnier in Nennigkofen
Es wird mit Kadenz und Druck gewischt
Hier wird gemessen, ob der Stein im Haus liegt.
1. Platz und Gewinner der 41. Solothurner Kanne: Titelverteidiger CC Grenchen. Skip Patrik Urech, Patrick Schreier, Christoph Hirt, Ruwen Urech, Michel Heussy

Nadine Schmid

«Man muss über eine Bereinigung unserer Strukturen nachdenken», meint Heinz Holzer, Präsident des CC Solothurn-Wengi, und er ist mit seiner Meinung nicht alleine. Mit einer Fusion der vier Solothurner Vereine könnten die Kräfte gebündelt werden. «Wir haben eine Umfrage bei allen Mitgliedern durchgeführt, aber diese ist noch nicht ausgewertet», erklärt Jürg Gnägi. Er bittet um Geduld bis Mitte März. Dann wird in einer Sitzung der Genossenschaft Curlinghalle über die Resultate der Umfrage diskutiert.

Das «Rössli» steht zum Verkauf

«Ich möchte die Liegenschaft verkaufen», sagt Eigentümer Hans Peter Spitz, und er legt seine Karten auf den Tisch. «Einem Käufer werde ich sicher keine Auflagen wegen der Curlinghalle machen. Mit einem neuen Besitzer müssten dann die Curler selber darüber verhandeln, wie es nach dem Ablauf des Baurechts weitergehen soll.»

Auch ein Abtrennen der Curlinghalle vom Gasthof Rössli ist für den jetzigen Besitzer denkbar, falls die Curler selber ihre Halle kaufen möchten. «Selbst wenn mir der Verkauf der Liegenschaft nicht gelingen sollte, finden wir eine Lösung», verspricht Hans Peter Spitz. «Jetzt dürfen die Curler dank des Baurechts noch gratis in die Halle. Das würde nach Ablauf des Baurechts natürlich nicht mehr gehen. Aber wenn sie bereit sind, einen moderaten Pachtzins zu zahlen, dann könnten sie von mir aus auch nach 2020 bleiben. Immer vorausgesetzt, dass dann die Liegenschaft überhaupt noch mir gehört.»

In einem Punkt sind sich alle Curler einig: Sie wünschen sich wieder einen aktiven Beizer, der sie mit warmem Essen und kühlen Getränken versorgt. In Nennigkofen kursiert das Gerücht, dass die Kirschblütengemeinschaft das «Rössli» kaufen will. Die meisten Curler hätten damit eigentlich kein Problem. Sie befürchten aber, dass die «Kirschblütler» die Curlinghalle definitiv schliessen würden.