Derendingen
Bauprojekt Umgestaltung Hauptstrasse: Der Mehrzweckstreifen wird goutiert

Der Kanton informiert zum Bauprojekt Umgestaltung Hauptstrasse. Der Kanton informiert, und die Betroffenen kommen. Informiert wurde über den Entwurf der Sanierung und Gestaltung Hauptstrasse. Bauprojekt und Erschliessungsplan stehen kurz vor der Auflage.

Urs Byland
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Die Hauptstrasse in Derendingen ist in einem schlechten baulichen Zustand und wird saniert sowie umgestaltet.

Die Hauptstrasse in Derendingen ist in einem schlechten baulichen Zustand und wird saniert sowie umgestaltet.

Der Kanton erklärte nochmals proaktiv das ganze Projekt, um möglichst viele allfällige Missverständnisse auszuräumen. Etwa 90 Personen, darunter viele Anstösser an das 2,3 Kilometer lange Strassenstück mitten durch Derendingen, erschienen in der Aula der Gemeindeverwaltung.

Im Vergleich zu den Ausführungen im Gemeinderat, dort wurde das Projekt im Januar erstmals ausführlicher vorgestellt, hat man etwas abgespeckt. «Wir haben die Breite optimiert, damit es verträglicher wird für die Anstösser», erklärt Peter Portmann, Amt für Verkehr und Tiefbau. Der geplante Mehrzweckstreifen in der Mitte der Fahrbahn sei aber mit 2 Metern nach wie vor komfortabel breit. «Wo Velos queren, haben wir gar 2,5 Meter.»

Der Mehrzweckstreifen, der beim Überholen oder Abbiegen genutzt werden kann, biete auch genügend Platz in der Mitte der Fahrbahn für den Schutz der Passanten bei Fussgängerstreifen. Gemeindepräsident Kuno Tschumi bestätigt, dass gewisse Abstriche gemacht werden mussten. «Wir hätten sonst mit zu vielen Anstössern Probleme wegen Landenteignungen gehabt, und es wäre auch zu teuer geworden.»

Verbesserter Verkehrsfluss

Die Abstriche sind kaum spürbar. Der Mehrzweckstreifen wird vom neu gestalteten Floraplatz bis zur Gemeindeverwaltung für eine Beruhigung des Verkehrs für alle Verkehrsteilnehmer sorgen. Dennoch soll sich der Verkehrsfluss für die motorisierten Verkehrsteilnehmer verbessern.

Nach einem kurzen Unterbruch wird der Mehrzweckstreifen bei der Einmündung Widistrasse nochmals aufgenommen. Danach ist bis zum südlichen Eingangstor bei der Autobahnbrücke eine Kernfahrbahn ohne Mittelstreifen, aber mit zwei Radstreifen vorgesehen. Bei der Einmündung der Biberiststrasse soll ein Kreisel gebaut werden.

Der Randstein wird überall überfahrbar gestaltet. Fussgängerstreifen werden mit Schutzinseln versehen. Die Bepflanzung bei Bushaltestellen wird vereinheitlicht. Diese sind abwechselnd als Haltestellen in Strassenausbuchtungen oder auf der Fahrbahn geplant. «Letztere führt vor dem Bus zu einer Entleerung der Strasse, umgekehrt kann der Autofahrer bei jeder zweiten Haltestelle den Bus überholen», erklärte Landschaftsarchitekt Stefan Karlen.

Stark befahrene Strasse

Den Anliegen des Gewerbes, das sich schon 2012 in den Erarbeitungs-Prozess einbrachte, wurde Rechnung getragen. Die bereits vorhandenen Parkplätze werden grösstenteils erhalten. In der Fragerunde wurden etliche Befürchtungen geäussert, die aber wenig Bezug zur Gestaltung der Hauptstrasse haben. Etwa, wie der LKW-Verkehr eingedämmt werden kann, oder die langen Kolonnen von Autos, wenn die Autobahn verstopft ist.

Wer es nicht wusste, erfuhr auch, dass der Kanton als Bauherr keine Entschädigungen leistet für einen Umsatzrückgang während der Bauzeit. Begonnen werden soll 2019 und enden wird die Bauerei 2021/22. Gestartet wird im Norden, möglicherweise parallel zu einem Umbau des Kreuzplatzes. Dies ist aber überhaupt nicht gesichert, war aber ein grosses Thema in der Diskussion.

Gordischen Knoten lösen

«Der Gordische Knoten im Wasseramt», nannte Peter Portmann die Kreuzplatz-Problematik. Die vorläufige Lösung liegt weiterhin bei einer Ampelanlage. Mit einem Kreisel habe der Bus keine Chance, von der Hauptstrasse über den Kreuzplatz zu kommen. Der Kanton habe einige Liegenschaften gekauft. Nach wie vor ein Problem sind aber die Linksabbieger nach Luterbach. Für diese soll der Warteraum vergrössert werden. Natürlich verschärft die Tankstelle, die von beiden Richtungen angefahren werden muss, an der Kreuzung die Problematik.

Fahrzeug-Dosierungen vorgesehen sind beim Restaurant Waldegg. Sobald diese funktioniert, wird auch der Fahrradverkehr über die Emmebrücke freigegeben. Eine Dosierstelle sei auch eingangs Dorf für den Verkehr von Subingen vorgesehen. «Dosiert so viel wie möglich, damit wir so wenig Verkehr wie möglich haben», sagte daraufhin ein Anwesender.