Im Rahmen der anstehenden Ortsplanungsrevision wurde augenfällig, dass in der Gemeinde etliche Baulandreserven vorhanden sind. Gemäss dem neuen Raumplanungsgesetz darf deshalb kein neues Land eingezont werden. «Die Gemeinde kann jedoch über 90 Prozent der Reserven nicht verfügen, weil sie im Privatbesitz sind», bedauerte Gemeindepräsident Hardy Jäggi. Um den Gemeinden ein Instrument in die Hand zu geben, Druck auf Landbesitzer auszuüben, die ihr Land horten, hatte der Regierungsrat einen entsprechenden Gesetzesentwurf ausgearbeitet. Doch weil dieser in der Vernehmlassung keine Mehrheit fand, hatte ihn die Regierung sistiert.

Jäggi wollte nun beliebt machen, den Regierungsrat zu ersuchen, den Entwurf wieder aus der Schublade zu nehmen. Wohl genauso kontrovers, wie der Gesetzesentwurf in der Vernehmlassung im Kanton aufgenommen wurde, diskutierte ihn der Gemeinderat. «Wollen wir um jeden Preis weiter wachsen?», fragte Peter Gehrig. Momentan gebe es viele leerstehende Wohnungen im Zentrum, gab er zu bedenken. Zudem sollte jedem selber überlassen sein, ob er sein Land überbauen will oder nicht. «Wir stehen momentan nicht unter Druck», meinte auch Jan Flückiger.

Zuerst müsse man den grossen Wachstumsschub der letzten Jahre konsolidieren. Er bezweifelte auch, dass man eine Bau- oder Verkaufsverpflichtung rechtlich überhaupt durchsetzen könnte. Es müsse erst einen Bundesgerichtsentscheid zu einem solchen Fall geben, und das könne Jahre dauern. Andererseits gibt es junge Familien, die hier wohnen und gerne ein Einfamilienhaus bauen möchten, jedoch kein Land finden, wusste Christian Erzer. «Diese Familien werden wegziehen», befürchtete er. Der Rat stimmte schliesslich mit drei Nein- und zwei Jastimmen bei zwei Enthaltungen gegen Jäggis Antrag.

Ein komfortables Polster

Finanzverwalterin Annelise Schütz stellte die Rechnung mit einem Ertragsüberschuss von 760'000 Franken vor. Dies ist zu einem grossen Teil Mehrerträgen bei den Steuern und Minderaufwendungen bei den Schulabgaben zu verdanken. Dieses Resultat lässt zusätzliche Abschreibungen am Verwaltungsvermögen zu. Die restlichen 120'000 Franken werden dem Eigenkapital zugewiesen. Die Nettoinvestitionen fallen mit 1,9 Mio. Franken um 600'000 Franken tiefer aus als budgetiert, weil man nicht alle Vorhaben realisiert hatte. Diese Investitionen konnten getätigt werden, ohne neues Fremdkapital aufzunehmen. Der Gemeinderat verabschiedete die Rechnung einstimmig zuhanden der Gemeindeversammlung.

Das finanzielle Polster erlaubt es, an weitere Investitionen zu denken. Die Arbeitsgruppe Schulraum beantragte dem Gemeinderat, im Zusammenhang mit der Schulhaussanierung eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Zwischentrakts zu installieren. Mit dieser Anlage könnte Warmwasser für das ganze Schulhaus aufbereitet werden. Im Winter würde es zum Heizen verwendet. Der produzierte Strom könnte direkt für die Schule genutzt werden. Allfälliger Überschuss, würde ins Stromnetz fliessen.

Die Kosten für die Anlage sind mit 130'000 Franken veranschlagt. In 15 Jahren wäre die Anlage amortisiert, schätzte Jäggi. Die Gemeinderäte unterstützten diesen Antrag. «Die Schule ist ein grosser Stromfresser», meinte Flückiger. Zudem besteht die Möglichkeit, auch den Kindergarten mit Strom zu versorgen. Bei dessen Erstellung wurden zu diesem Zweck bereits Leerrohre eingezogen.