Deitingen
Bauland ist nicht einfach zu bekommen – Die Ortsplanungsrevision soll das ändern

Die Mitwirkung zur Deitinger Ortsplanungsrevision wurde an einem Informationsanlass gestartet. Bis Mitte Juni kann die Bevölkerung Stellung nehmen.

Lea Reimann
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Subingenstrasse: offene Vorplätze oder Vorgärten auf der einen Seite der Strasse, eine Mauer auf der anderen Seite.

Subingenstrasse: offene Vorplätze oder Vorgärten auf der einen Seite der Strasse, eine Mauer auf der anderen Seite.

Urs Byland

Gemeinderat Daniel Schreier und Thomas Niggli (BSB + Partner) vom Ausschuss Ortsplanungsrevision stellten den rund vierzig anwesenden Einwohnerinnen und Einwohnern die revidierte Ortsplanung vor. In der Mitwirkungsphase kann das Volk nun bis zum
16. Juni dazu Stellung nehmen und Beiträge einreichen. Mit der revidierten Ortsplanung sollen das räumliche Leitbild umgesetzt und der Ortsbildschutz gewährleistet werden.

Eine weitere Hauptabsicht ist die Schaffung von Rahmenbedingungen zur besseren Nutzung der Baulandreserven. Das ist in Deitingen nämlich ein Problem – oft sei das vorhandene Bauland gar nicht erhältlich. «Viele wollen ihr Bauland nicht verkaufen, sondern nutzen es als Garten oder als Reserve für ihre Kinder», so Daniel Schreier. Aus diesem Grund werden nun Bauverpflichtungen für Wohn- und Mischzonen, die grösser als 2500 Quadratmeter sind, ausgesprochen. Auf diesen muss in den nächsten acht Jahren gebaut werden, sonst droht die Auszonung.

Seit dem Jahr 2000 wurden in Deitingen fast 9,5 Hektaren Wohnzone überbaut. Es bleiben insgesamt 5,5 Hektaren übrig, was laut Prognose noch etwa 15 Jahre reichen sollte. Ein schnelles Wachstum ist nämlich nicht vorgesehen, vielmehr wolle man den ländlichen Charakter beibehalten und ein jährliches Wachstum von lediglich fünf bis zehn Personen anstreben.

Überbauung beim Bahnhof

Im Rahmen der Ortsplanungsrevision hat man die bestehende Zonierung überprüft und dabei die Kernzonen A und B zu einer Kernzone zusammengefasst. Diverse unbebaute Parzellen sollen von der Landwirtschaftszone in die Bauzone überführt werden. So etwa an der Grabmattstrasse (GB 937 und 938), wo eine Erweiterung der Wohnzone wünschenswert wäre. Am Bahnweg (GB 1353 und 278) wird auf Wunsch der Grundeigentümerin SBB eine Fläche vom Bahnareal in die Wohnzone W2 verlegt. Die SBB möchte auf dieser Fläche eine Wohnüberbauung mit hoher Dichte und optimalem öV-Anschluss erstellen. Zudem werden einige ehemalige Landwirtschaftsbetriebe von der Landwirtschaftszone in die Wohnzone überführt.

Andererseits werden in der neuen Ortsplanung auch Gebiete ausgezont, etwa von der Bauzone in die Landwirtschaftszone überführt. So soll beispielsweise die «Pfarrmatte» (GB 431 und 512) rund um das Pfarrhaus nicht mehr überbaut werden, um das Erscheinungsbild zu wahren. An der Zelglistrasse wird eine grosse Fläche (GB 299) von der Industrie- in die Wohnzone umgezont, da sich das Gebiet aufgrund der Lage und Erschliessung nicht für Industrie- oder Gewerbebauten eignet.

Ein weiterer Aspekt ist die Ortsbildschutzzone, die etwas verkleinert wird, da Teile entlang der Wangenstrasse der Ortsbildschutzzone nicht mehr gerecht würden. Im Erschliessungsplan sind ausserdem Baulinien zurückgesetzt worden, sodass man nun näher an die Strasse hin bauen darf. Bei verschiedenen Bauernhäusern ist eine «kommunale Freihaltezone» vorgesehen, welche zur Sicherung der für das Ortsbild typischen Vorgärten und Grünräume dient. Schreier: «Der Charakter unseres Dorfes besteht auch aus den grünen Matten vor den Bauernhäusern.»

Überbauungsziffer ist neu

Eine Änderung besteht ausserdem darin, dass die bestehende Ausnützungsziffer durch die Überbauungsziffer ersetzt werden soll. Dies bedeutet, dass eine Parzelle in ihrem Grundriss besser ausgenützt werden kann. Es zählt nicht mehr das Volumen, sondern der «Fussabdruck», also die Fläche, die das Gebäude einnimmt. Die maximale Überbauungsziffer in der Wohnzone W2 soll 0.35 betragen, das Minimum (bei Neu- und Ersatzbauten) liegt bei 0.15. Ausserdem sind keine eingeschossigen Hauptgebäude in der Wohnzone erwünscht.

Anschliessend an die Präsentation konnten erste Fragen bereits geklärt werden. Für detaillierte Fragen – etwa zum eigenen Grundstück – stehen Sprechstunden zur Verfügung. Geprüft werden alle schriftlichen Mitwirkungsbeiträge, die bis zum 16. Juni eingereicht werden. Ziel ist es, die revidierte Ortsplanung ab August öffentlich aufzulegen, bevor sie dem Regierungsrat vorgelegt wird.