Oberdorf
Baugesuch für «Helvetia» sistiert - Baukommission spielt Ball dem Oberamt zu

Das vor zwei Wochen eingereichte Baugesuch für den Umbau des abgebrannten Restaurants Helvetia in Oberdorf ist sistiert. Gleichzeitig soll der Abriss des «Helvetia» vollstreckt werden.

Rahel Meier
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Die Baukommission will, dass die Brandruine abgerissen wird.

Die Baukommission will, dass die Brandruine abgerissen wird.

Hanspeter Bärtschi

«Wir wollen, dass die Brandruine des Restaurants Helvetia jetzt abgerissen wird», Marc Spirig (Präsident Baukommission Oberdorf) spricht Klartext. Am Donnerstag wurde der Helvetia Oberdorf AG per Einschreiben mitgeteilt, dass das neue Baugesuch für den Umbau des «Helvetia», das vor zwei Wochen eingereicht wurde, sistiert ist.

Gleichzeitig traf die Rechtskraftbescheinigung des Bau- und Justizdepartementes ein. «Wir haben alle Unterlagen an das Oberamt weitergeleitet und wollen, dass der Abriss, den wir bereits verfügt haben, nun von Amtes wegen vollstreckt wird.» Erst wenn die Ruine abgerissen ist, wird die Baukommission über das neue Baugesuch befinden, so Spirig weiter.

«Das geschah in Absprache»

Christoph Ammann – Verwaltungsrat der Helvetia Oberdorf AG, der das Restaurant gehört, – wollte sich auf Anfrage noch nicht äussern. «Wir müssen uns jetzt genau überlegen, was wir tun wollen.» Dass das neue Baugesuch sistiert wird, erstaunte Ammann allerdings. Die Eingabe des neuen Gesuchs sei mit Marc Spirig abgesprochen, erklärte er.

Was der Oberdörfer Baukommissionspräsident vehement verneint. Er habe mit Ammann über ein neues Gesuch gesprochen. Aber keinesfalls zugesagt, dass ein komplett neues Projekt aufgelegt werden könne.

Rechtliches Gehör gewähren

Was passiert nun beim Oberamt? Co-Vorsteher Alain Hervouêt erklärt das weitere Vorgehen. Selbstverständlich würden, nachdem das Begehren beim Oberamt einging, alle Unterlagen geprüft und geklärt, ob das Begehren auch rechtens ist. «Dann wird der Gegenpartei rechtliches Gehör eingeräumt», so Hervouêt. Diese habe rund vier Wochen Zeit, ihre Position zu erklären. «Wenn wir die Antwort der Gegenpartei haben, entscheiden wir über das weitere Vorgehen.» Sicher treibe das Oberamt die Angelegenheit zügig voran.

Im Falle des «Helvetia» würde das Oberamt das Gespräch mit den Eigentümern suchen. «Wenn die Eigentümer den Abriss selber organisieren, ist das sicher einfacher, als wenn wir das tun müssen.» Bieten die Eigentümer Hand, dann hilft das Oberamt dabei, Lösungen zu finden. Würden die Eigentümer nicht Hand bieten, dann erfolge der Vollstreckungsbefehl. «Dagegen kann beim Verwaltungsgericht nochmals Beschwerde eingereicht werden.»

Grosser Sachschaden

So oder so dauert es wohl noch eine Weile, bis die Ruine aus dem Dorfbild verschwindet. Das Haus brannte vom 9. auf den 10. Juli 2011 ab. Es gab grossen Sachschaden, aber keine Verletzten. Die Ermittlungen ergaben, dass ein defektes Fernsehgerät den Brand auslöste. Der damalige Besitzer verlor beim Brand praktisch sein gesamtes Hab und Gut und auch seine Arbeit, da er den Restaurantbetrieb nicht weiterführen konnte. Der Wiederaufbau scheiterte, worauf das Gebäude an die Helvetia Oberdorf AG verkauft wurde.

 Der Brand im «Helvetia» wurde am 10. Juli 2011 kurz nach 2.30 Uhr gemeldet.
12 Bilder
 Die Feuerwehren Oberdorf und Solothurn hatten 30 bis 40 Mann im Einsatz.
 Von der Drehleiter aus bekämpfte die Feuerwehr den Brand.
 Die Brandursache ist noch unklar. (Bild: Newspictures)
Brand im Dachstock des Oberdorfer Restaurants Helvetia
 Die Liegenschaft wird wahrscheinlich für längere Zeit nicht mehr bewohnbar sein.
 Für benachbarte Häuser bestand keine Gefahr. (Bild: Newspictures)
 Sechs Stunden nach Brandausbruch war die Feuerwehr immer noch vor Ort.
 Zerstörte Dachziegel auf der Strasse.
 Das traditionsreiche Restaurant ist vom Feuer gezeichnet.
 Rund um das Restaurant ist alles zerstört.
 Der Dachstock brannte völlig aus.

Der Brand im «Helvetia» wurde am 10. Juli 2011 kurz nach 2.30 Uhr gemeldet.

Newspictures

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