Nach dem Attisholzplatz und dem Umbau der früheren Kantine in ein Restaurant hat der Kanton zwei weitere Bauobjekte beim Uferpark Attisholz Süd zur Publikation aufgelegt. Das eine Bauobjekt ist eine Bootsanlegestelle für 60'000 Franken. Die 4 Meter auf 4,5 Meter grosse, auskragende Anlegestelle ist westlich des künftigen Attisholzplatzes geplant. Dazwischen liegt neu das Bett des Späckgraben, der in einer Rinne Wasser in die Emme leitet.

Das zweite aufgelegte Bauobjekt ist die Umnutzung der ehemaligen Kläranlage, östlich des Attisholzplatzes, zum öffentlichen Park. Die Anlage entstand 1974 zur Reinigung des Schmutzwassers der Zellulosefabrik auf der Nordseite der Aare. War ursprünglich mal von einem Naturschwimmbad die Rede, das aber im Unterhalt zu teuer gekommen wäre, soll jetzt in den Mauern der ehemaligen Abwasserreinigungsanlage ein Spiel- und Erlebnisparadies entstehen.

Es vervollständigt das Angebot des Uferparks mit Promenade, Attisholzplatz und Restaurant. Mit dem ganzen Paket dürfte für ein neues spektakuläres und überregionales Ausflugsziel gesorgt sein, das einzigartig ist.

Auf zwei Ebenen

In den bis zu 5 Meter hohen Gemäuern der ehemaligen Kläranlage, die aktuell über 235 Meter lang, zirka 45 Meter breit und in verschieden grosse Kammern unterteilt ist, sind mehrere Nutzungen geplant. Die Intensität der Nutzungen soll dabei von Westen nach Osten abnehmen, wie dem Bericht zur Baupublikation zu entnehmen ist. Möglich wird eine Begehung auf zwei Etagen. Im Eingangsbereich der Anlage führt eine halbogenförmige Treppe ins Obergeschoss. Weil die früheren Wasserbecken oben offen sind, besteht das Obergeschoss in erster Linie aus Wegen auf den Mauern, die mit Geländern gesichert sind.

Im westlichen Teil ist ein nicht begehbares Biotop geplant, sowie ein Aufenthaltsbereich mit einem Brunnen, Picknickplätzen und einigen mit Segeltüchern überdeckten Stellen. Die Wege führen in der Mitte und an den Seiten bis zum östlichen Ende der Anlage. Beim Spaziergang kann das Geschehen im Erdgeschoss überblickt, oder die Aussicht auf den nahen Jura genossen werden.

Einzelne Spielkammern

Im Erdgeschoss folgen sich von West nach Ost Areale für eine aktive oder eine eher passive Nutzung. Die Kammern, die vom Eingangsbereich aus erreicht werden können, sind als Spielkammern gestaltet. In ihnen kann man bouldern, eine Rutschbahn nutzen, über Seile klettern, schaukeln oder sich auf einem Karussell schwindligdrehen. Diese Kammern umrahmen ein grosses Foyer, das als Ausstellungsraum genutzt werden könnte, und das der einzige Teil sein wird, der nachts beleuchtet werden kann.

Es folgt eine Ruhezone mit zwei grossen Gewässerkammern. Der Wasserhöhe beträgt weniger als 12 Zentimeter. Auf künstlichen Tritten können die Becken durchquert werden, ohne dass man nass wird. Vom Wasserbereich wechselt man innerhalb des Gemäuers zur sogenannten grossen und daraufhin zur kleinen Allmend. Diese Kammern sind mit einem geeigneten Belag versehen und dienen der allgemeinen Nutzung, beispielsweise für Spiele aller Art. Daran anschliessend sind Bereiche geplant, die bepflanzt werden. Einige Kammern erhalten mit Pflanzen labyrinthartige Strukturen. Am Ende folgt ein Hain mit höheren Bäumen, darin versteckt wiederum eine Schaukel. In den Wänden sind überall Durchbrüche vorgesehen.

Ab Frühsommer 2019 begehbar

Auf beiden Ebenen der ehemaligen Kläranlage seien unterschiedliche Orte zum Spielen, Entdecken, Beobachten und Ausruhen geplant, schreibt Martina Voser. Sie hatte mit ihrer Firma Mavo Landschaften, Zürich, den Wettbewerb für den neuen Uferpark gewonnen. Die Umgestaltung erfolgt mit minimalem Aufwand. Wo nötig werden die Wände mit Spritzmörtel behandelt.

Dennoch werden sich die Kosten für die Umnutzung der Kläranlage auf zirka 2,5 Millionen Franken belaufen. Diese Kosten sind aber im früheren Land-Verkaufspreis an die Biogen mitberücksichtigt. Der Bau wird, wenn möglich, Ende 2018 ausgeführt und soll im Mai 2019 mit einem grossen Fest eingeweiht werden.