Buchvernissage

Bauernhof wird Gemeinde: Obergerlafingen erhält eine «Dorfchronik»

Niklaus Hochreutener vor einer Luftaufnahme von Obergerlafingen.

Niklaus Hochreutener vor einer Luftaufnahme von Obergerlafingen.

Die Vernissage der Obergerlafinger «Dorfchronik» von Niklaus Hochreutener fand regen Anklang.

Die erste urkundliche Erwähnung von Obergerlafingen stammt aus dem Jahr 1278, während erste Siedlungsspuren mutmasslich zurück bis in das Jahr 536 reichen. Niklaus Hochreutener hat während 25 Jahren die Entstehungsgeschichte recherchiert, zu einem Buch verarbeitet und sein Werk am Samstag in der Mehrzweckhalle Obergerlafingen vorgestellt.

Als Grundlage zum Buch mit dem Titel «Obergerlafingen – vom Grossbauernhof zum Wohn – und Gewerbedorf» dienten Hochreutener alte Landkarten, welche anlässlich der Vernissage ausgestellt wurden. Der Autor führte das sehr zahlreich erschienene interessierte Publikum selbst durch die Ausstellung.

Hochreutener, der selber seit 1975 in Obergerlafingen lebt, ging in seiner Ansprache auf die Entstehungsgeschichte des Buches und seiner Kartensammlung ein. «Nicht zuletzt war es die Kartensammlung, die mich auf die Idee zum Buch brachte,» führt der Autor aus. Zu den persönlichen Recherchen im Dorf kamen viele Stunden im Staats – und Gemeindearchiv hinzu, die Hochreutener einsetzte, um Fakten zu sammeln. Persönliche Gespräche mit Einwohnern, alte Fotos und Karten, die zum Teil von Privatpersonen zur Verfügung gestellt wurden, lieferten weitere wertvolle Informationen.

Neben der auf Karten sichtbaren geografischen Entwicklung zeigt das Buch auch die Entwicklung des Gewerbes und der Entwicklung der Arbeitsplätze in der Region auf. Die in der Region entstandene Eisen – und Papierindustrie hatte massgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der Bevölkerung von Obergerlafingen und den umliegenden Gemeinden.

Eine wertvolle Sache

Gemeindepräsident Beat Muralt würdigte die Arbeit. Mit der Aufarbeitung der Dorfgeschichte liege ein Ergebnis vor, welches die Dorfentwicklung über Jahrhunderte aufzeige, so Muralt. «Für die Gemeinde ist dies eine sehr wertvolle Sache,» fügt Muralt weiter an. So sei zum Beispiel ersichtlich, dass in der Zeit zwischen 1750 bis etwa 1830 die Bevölkerung sich verdoppelt habe. Ein Grund sei die erfolgreiche Anpflanzung und Lagerung der Kartoffel gewesen, die in diesem Zeitraum den Weg zu uns fand.

Die Gemeinde hat sich mit einem Kredit an der Erstauflage beteiligt und 100 Bücher übernommen. Das Buch von Hochreutener ist das erste Werk, das sich so kompakt mit der Geschichte der Gemeinde befasst. Hochreutener selbst meinte abschliessend in seiner Ansprache, dass er von Einheimischen mehrfach gefragt wurde, wo der eine oder andere im Buch erwähnte Ort ist. Mit einem Augenzwinkern lud er die Einheimischen dazu ein, das Dorf selber noch besser kennen zu lernen.

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