Günsberg
Bauernhof vollständig abgebrannt – jetzt wird neues Haus gebaut

Hans Henzi konnte am Donnerstagmorgen die erste Schaufel Erde für sein neues Haus in Günsberg ausheben. Das Zweifamilienhaus ersetzt den 2013 abgebrannten Bauernhof. Die Versicherung bezahlt der Familie Henzi aber nicht den gesamten Neubau.

Urs Byland
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Hans Henzi, Christine Heidrich und Bauunternehmer Reto Candoni freuen sich über den Spatenstich für den Ersatz des abgebrannten Bauernhofes.

Hans Henzi, Christine Heidrich und Bauunternehmer Reto Candoni freuen sich über den Spatenstich für den Ersatz des abgebrannten Bauernhofes.

Hansjoerg Sahli

Es dauerte etwas länger, bis Hans Henzi endlich anpacken durfte. Das Bauernhaus der Familie Henzi brannte am 15. September 2013 fast vollständig nieder. Als dann die Familie ein neues Haus bauen wollte, begannen die Probleme. Er wollte sich auf die Bewirtschaftung seines Landes beschränken und einzig ein Wohnhaus bauen. Einen Kuhstall beispielsweise zu bauen, war überflüssig. Der Kanton war anfänglich nicht einverstanden, denn das Grundstück befindet sich in der Landwirtschaftszone. Es wurde ihm empfohlen, in der Bauzone zu bauen.

Das Bauernhaus im Vollbrand
11 Bilder
Das Bauernhaus im Vollbrand
Bauernhaus in Günsberg brennt vollständig nieder
Der Brand brach nach ersten Erkenntnissen im Ökonomieteil aus.
Eine grosse Menge Heu im Ökonomieteil erschwert die Löscharbeiten.
Rund 100 Feuerwehrangehörige sind in Günsberg im Einsatz.
Die Tiere konnten gerettet werden.
Die Bewohner waren zum Zeitpunkt des Brandausbruches nicht zuhause.
Der Stall ist ausgebrannt. Löschwasser beschädigt den Wohnteil.
Das im ersten Stock gelagerte Heu macht das Löschen des Brandes komplizierter.
Das im ersten Stock gelagerte Heu macht das Löschen des Brandes komplizierter.

Das Bauernhaus im Vollbrand

Kapo SO

Ein Betriebskonzept mit Schafhaltung überzeugte nicht. Die erste Bauausschreibung wurde im Mai 2014 abgelehnt. Hans Henzi nahm sich einen Anwalt und verhandelte erneut mit dem Kanton. Mit Erfolg. Ende Juni wurde ihm eine Ausnahmebewilligung (nach Art. 24 c Raumplanungsgesetz) in Aussicht gestellt. Die zweite Bauausschreibung erfolgte im September, und «am 24. Dezember hatte ich auf der Post die Baubewilligung mit vielen Verfügungen», berichtet Hans Henzi. Nun ist er erleichtert, dass er endlich mit dem Bau des Zweifamilienhauses beginnen kann.

Dank engagiertem Einsatz des Amtes für Raumplanung kann schon gebaut werden

«Das neue Wohnhaus darf 30 Prozent grösser sein als der alte Wohnteil im abgebrannten Bauernhaus.» Dieses wies auch schon zwei Wohnungen auf. Mühe hat Hans Henzi mit den vielen Verfügungen. So wolle beispielsweise der Heimatschutz bei der Fassadenfarbe mitreden. Teile der Fassadenverkleidung müssen aus Holz sein. Die vielen Verfügungen sind begründet, weil in der Landwirtschaftszone gebaut wird. Vom Heimatschutz erhält Hans Henzi aber finanziell nichts für die Erfüllung der Auflagen. «Insgesamt sind aber vom Kanton viele gute Vorschläge gekommen. Ohne den engagierten Einsatz des Amtes für Raumplanung könnten wir heute noch nicht bauen», berichtet Architektin Christine Heidrich.

Die Versicherung zahlt der Familie Henzi nicht den gesamten Neubau. «Wir hätten nach dem Brand im Wohnteil noch Dinge abgerissen, die gut gewesen seien, erklärte die Versicherung.» Die Familie Henzi muss also einen Teil des Neubaus selber berappen.