Solothurn–Bern
Bau der RBS-Linie erfolgte erst nach einem Bundesratsentscheid

Mit einem geschmückten Eröffnungszug feierte die Eisenbahnverbindung Solothurn–Bern am 9. April 1916 ihre Eröffnung. Heute profitieren die Anwohner von den kurzen Wegen. Ausbauten sind dafür erschwert.

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Idylle am Bahnhof in Solothurn.

Idylle am Bahnhof in Solothurn.

Bis 1924 mussten Fahrgäste noch in Zollikofen umsteigen, um nach Bern zu gelangen. Dann fuhren die damals noch grünen Züge fünfzig Jahre lang von Solothurn direkt auf den Bahnhofplatz, bis 1965 der neue unterirdische RBS-Bahnhof Bern eröffnet wurde.

Vorausgegangen war eines der eigentümlichsten Kapitel Schweizer Eisenbahngeschichte. Nach Jahrzehnten der teilweise heftigen Verhandlungen zwischen Bern und Solothurn, brauchte es 1911 einen bundesrätlich ausgehandelten Kompromiss, um das Fraubrunnenamt endlich an das Verkehrsnetz anzuschliessen.

Von Anfang an elektrifiziert

Ein grosser Vorteil des eher späten Baus war, dass die Elektrische Solothurn-Bern-Bahn (ESB) von Anfang an elektrifiziert war und ein eigenes Trassee hatte. 1922 fusionierte die ESB mit der Elektrischen Bern-Worblaufen-Zollikofen-Bahn (BZB) zur Solothurn-Zollikofen-Bern-Bahn (SZB) und übernahm die BZB-Bahnanlagen zwischen Worblaufen und Bern. Dort verkehrten die Züge bis zum Bau des Schanzentunnels und der Tiefenaubrücke in den 1960er-Jahren auf der Strasse.

Durch den Bau als Schmalspurbahn konnten die Gleise jeweils durch die Gemeindezentren gelegt werden. Von den kurzen Wegen profitieren Anwohnende heute noch, Ausbauten werden dadurch aber oftmals erschwert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchsen die Berner Vororte rasch an. Die SZB beginnt ab 1966 mit dem Aufbau von Buslinien, die die Vororte erschliessen. Bahn und Bus sollen vom Kunden möglichst als ein einziges Verkehrsmittel wahrgenommen werden. Dazu gehörten auch gemeinsame Billette, ein abgestimmter Fahrplan und einfache Umsteigemöglichkeiten.

Mit dem 1974 eingeführten Taktfahrplan war der RBS schweizweit das erste Transportunternehmen mit einem festen Taktfahrplan. Mit dem ersten Nachtbus-Angebot, Niederflureinstiegen bereits seit Anfang der 1990er-Jahre und Multifunktionsabteilen blieb der RBS am Puls der Zeit.

Auch die Meinung der Fahrgäste war dem RBS seit je wichtig. So wurde die Abkürzung RBS und die prägende orangene Farbe in den 1980er-Jahren mittels Umfragen von den Fahrgästen selbst ausgewählt. Diese Tradition wurde jüngst bei der Beschaffung von neuem Rollmaterial wieder belebt. (mgt)

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