Solothurn/Biberist
Bald hopsen die Kinder über Wurzeln

Zwischen Solothurn und Biberist soll es diesen Sommer mit einer neuen Waldspielgruppe losgehen.

Lucilia Mendes von Däniken
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Sie stehen hinter der Waldspielgruppe Wurzelhopser (v. l.): Michelle Kälin mit Giulien sowie Nicole Kummer.

Sie stehen hinter der Waldspielgruppe Wurzelhopser (v. l.): Michelle Kälin mit Giulien sowie Nicole Kummer.

Lucilia Mendes von Däniken

Der Platz, wo die neue Waldspielgruppe im Wald an der Grenze zwischen Solothurn und Biberist ab Sommer ihren Platz haben wird, ist gut versteckt. Nur ein schmaler Pfad führt vom Waldweg dorthin. Man steigt über Wurzeln, oder wie die Spielgruppenleiterin Nicole Kummer sagen würde: man hopst. «Wurzelhopser» heisst denn auch die Spielgruppe, die da am Entstehen ist.

Die Wege sind befestigt, Brücken gebaut, das Waldsofa lädt zum Ausruhen ein, die Haken – also eigentlich sind es Astgabeln – für Kleider und Taschen sind montiert. Unter einer Blache wartet eine Kiste gefüllt mit Werkzeug. Und anscheinend wurde der Platz schon entdeckt und benutzt: Die Grillstelle verrät es.

Ein perfekt abgestimmtes Duo

Die beiden Frauen, die diese Spielgruppe ins Leben gerufen haben, ergänzen sich als Team perfekt: Die Bettlacherin Nicole Kummer ist gelernte Kinderkrankenschwester und die Solothurnerin Michelle Kälin Dekorateurin und Spielplatz-Betreuerin des Vereins Quartierspielplätze Solothurn. Sie sprudeln vor Ideen und überlegen schon, was sie alles auf dem Feuer kochen werden, was man mit den Naturmaterialien alles machen könnte – «Mandala, Traumfänger, Webbild, Zwerge».

Zudem bilden sie sich stetig weiter: Bücher werden studiert und Kurse absolviert. Erst vor kurzem haben die beiden gelernt, wie man mit Seilen ganze Kletteranlagen in den Wald zaubern kann. Grundsätzlich sind sie sich aber einig: «Wir wollen möglichst wenig Material in den Wald schleppen, möglichst wenig verändern.» Die Kinder im Alter zwischen 3 Jahren und Kindergarteneintritt sollen sich mit dem austoben, was vorhanden ist: Mit Blättern und Ästen, mit Steinen und Moos. Sie sollen auf Bäume klettern, im Schlamm rutschen. Und das nicht nur bei Sonnenschein, sondern auch bei Regen. «Nur bei starkem Wind und Gewitter müssen wir die Stunden absagen», so Michelle Kälin.

Die beiden Frauen haben sich über die Töchter kennen gelernt, welche zusammen die Waldspielgruppe in Grenchen besucht haben. Inzwischen sind die Kinder zum Teil schon in der Schule. Doch noch immer verbringen sie viel Zeit im Freien. Sei es auf den Touren mit dem SAC, beim Campieren oder an den Wochenenden im Häuschen auf dem Balmberg.

Kleine Handwerker und Köche

Via Facebook, mit Flyern, einer Website und Mund-Propaganda machen sie nun auf die Spielgruppe Wurzelhopser aufmerksam. Ab dem Schuljahr 2018/19 soll jeweils am Montagvormittag sowie am Donnerstagvormittag und -mittag im Wald gespielt, gesungen, gehandwerkt und eben auch gekocht werden. Erste Anmeldungen sind vorhanden, am 10. Juni können Interessierte beim einmaligen Infotag noch mehr Infos holen und sich ein Bild machen. «Uns ist es wichtig, dass allen ganz klar ist, was unsere Philosophie ist, denn jede Waldspielgruppe ist ganz individuell», sind sich die zwei Frauen einig.

Auch wenn wohl die meisten mehr oder weniger dasselbe Ziel haben: Den Kindern den Umgang mit der Natur zu ermöglichen und ihnen beizubringen, diese wertzuschätzen. Denn: «Das Spiel im Freien fördert und fordert die Sinne der Kinder, ihre Fantasie, Sensibilität, Kreativität sowie Grob- und Feinmotorik.» Und am Schluss sollen alle zufrieden nach Hause gehen, egal ob trocken und sauber oder pitschnass und so richtig schmutzig.

Infotag: Am Sonntag 14 bis 17 Uhr. Infos zur Waldspielgruppe: www.wurzelhopser.ch