Aargau
Bald gibt es Shrimps aus der Schweiz – und sie werden Aargauer sein

In Solothurn hat in den vergangenen fünf Jahren ein Testlauf für die Shrimpzucht stattgefunden. Nun hat die Firma SwissShrimp einen neuen Fabrikstandort gesucht – und diesen im Aargau gefunden.

Matthias Hug
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Rundgang durch die Pilotanlage für die kommerzielle Aufzucht von Shrimps in Luterbach
13 Bilder
Ein etwa 3 Monate alter Shrimp
Verschiedene Becken für die verschiedenen Wachstumsstadien
Verschiedene Becken für die verschiedenen Wachstumsstadien
Michael Siragusa, Produktionsleiter bei der Pilotanlage
Temperatur und Luftfeuchtigkeit werden überwacht
Ein etwa 3 Monate alter Shrimp
Das gesamte Wasser wird einmal pro Stunde erneuert
Filter verhindern, dass die Shrimps in den Wasserkreislauf gelangen
Filter verhindern, dass die Shrimps in den Wasserkreislauf gelangen
Dem Wasser wird laufend Sauerstoff beigefügt
Die Fütterung erfolgt automatisch
Automatische Fütterungseinrichtung

Rundgang durch die Pilotanlage für die kommerzielle Aufzucht von Shrimps in Luterbach

Colurbox

In einer alten Zellulosefabrik im solothurnischen Luterbach hat sich die letzten fünf Jahre die Firma «SwissShrimp» eingenistet. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die schweizweit erste Shrimpzucht zu eröffnen.

Der fünfjährige Testbetrieb war ein Erfolg, die ersten 50 Crevetten wurden im Juli geerntet und an die Unterstützer und Geldgeber verschenkt. Nun soll eine Zuchtanlage gebaut und die kugelschreiberlangen Tiere für den Verkauf gezüchtet werden.

Keine Heizkosten als Bedingung

Das Areal der alten Zellulosefabrik wird nun aber wieder vom Pharmakonzern Biogen gebraucht. Man wusste davon, wie der Geschäftsführer Rafael Waber gegenüber Radio SRF bestätigte. Seit Längerem sei man auf der Suche nach einem geeigneten Standort gewesen, denn um die Salzwasserbecken für die Shrimps optimal zu wärmen, braucht man die kostenlose Abwärme eines anderen Betriebs.

Wo der neue Standort genau ist, verrät Rafael Waber nicht, den Kanton, in dem bald die Shrimps gezüchtet werden sollen, aber schon: den Kanton Aargau.

Hier soll zu Beginn eine Anlage für 30 Tonnen Crevetten pro Jahr entstehen. Das Ziel ist jedoch, später noch eine zweite Anlage zu bauen und so 120 Tonnen pro Jahr zu produzieren. Das ist nicht viel: Pro Jahr werden in der Schweiz über 9000 Tonnen Crevetten verzehrt.

Bisher noch keinen Gewinn erzielt

Während des Testbetriebs der Crevettenzucht hat SwissShrimp eine Viertelmillion Franken investiert und dabei noch keinen Gewinn erzielt. Nun wird nochmals eine Investition von vier bis sechs Millionen Franken für die Aargauer Zuchtanlage nötig.

Bedenken hat Rafael Waber aber keine. Bereits mehrere Restaurants hätten sich gemeldet, um Schweizer Shrimps kaufen zu können.

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