Bahnhof Lohn-Lüterkofen
Kredite für Schule und Bahnhof genehmigt: Die Lohn-Ammannsegger haben Grosses vor

Der Gemeinderat genehmigt Planungskredite für «Schule+» und Bahnhof zuhanden der Gemeindeversammlung.

Gundi Klemm
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Bahnübergang Bahnhof Lohn-Lüterkofen.

Bahnübergang Bahnhof Lohn-Lüterkofen.

Hanspeter Bärtschi

Die Gemeindeversammlung Lohn-Ammannssegg wird am 18. Juni über zwei grosse Kredite entscheiden. Der eine betrifft den Bahnhof Lohn-Lüterkofen, der eine wichtige Umstiegsmöglichkeit für das Dorf und den Bezirk Bucheggberg von Bus und Auto auf die Bahn bietet.

Bund und Kantone erwarten einen deutlichen Zuwachs an Fahrgästen. Deshalb hat der Regionalverkehr Bern-Solothurn RBS für das Bahnnetz Verbesserungen ausgearbeitet. Für den Bahnhof Lohn-Lüterkofen, dessen historisches Gebäude erhalten bleibt, bedeutet dies Optimierung der Gleis- und Perronanlagen, Neugestaltung des Busbahnhofes sowie von Zufahrten und Parkplätzen. Für das Gesamtprojekt werden 24 bis 30 Millionen Franken veranschlagt.

Ein Kostenteiler legt fest, wer von Kanton (37 Prozent), Bahn (28 Prozent) und Gemeinde mit 35 Prozent für welche Aufgaben zuständig ist. Die Gemeinde übernimmt anteilig den Bachdurchlass, den Bahnübergang, die Bike+Ride-Anlage sowie den Ausbau Gemeindestrasse und Werkleitungen zu 100 Prozent. Dafür sind Subventionen zu erwarten.

Die Planungskosten belaufen sich für alle drei Partner auf 1,8 Millionen Franken. Der Gemeinderat beantragte abschliessend einstimmig 600'000 Franken zur Ausarbeitung des Vorprojektes Aus- und Umbau Bahnhof. Der Kredit wird der Gemeindeversammlung vorgelegt. Der Beginn der Bauarbeiten ist für 2025 vorgesehen.

Lohn-Ammannsegg braucht mehr Schulraum

An einer Informationsveranstaltung im Oktober 2020 wurde die Bevölkerung bereits über Richtprojekte zum Neubau «Schule+» auf dem Stöckliacker und zum Neubau einer Einfachturnhalle auf dem Schulareal zusätzlich zur bestehenden Mehrzweckhalle ins Bild gesetzt. Denn durch die Bautätigkeit wächst das gegenwärtig 2900 Einwohner zählende Lohn-Ammannsegg. Schul- und Sporträumlichkeiten seien schon jetzt für die aktuelle Schuljugend zu gering bemessen, hiess es.

Der Gemeinderat hat nun entschieden, das Vorprojekt im Rahmen eines Studienauftrags «im offenen Dialogverfahren mit der Gemeindebevölkerung» zu konzipieren. Der Gemeinderat unterstützte die Botschaft mit dem Planungskredit von 500'000 Franken einstimmig.

Was soll das Dorf im Energiebereich unternehmen?

«Soll sich die Gemeinde Lohn-Ammannsegg auf den Weg zur Energiestadt machen?» In ihren Legislaturzielen ist jedenfalls festgelegt, dass sie sich im Energiebereich engagieren will. Wie Ziele, Strategien und konkrete Massnahmen aussehen könnten, hatte die Umweltschutzkommission, an der Ratssitzung vertreten durch Präsident Rolf Howald und den zugezogenen Berater Patrick Bussmann, in einem umfangreichen Grundlagenpapier erarbeitet.

Schrittweise festgehalten sind darin eine erste Bestandesaufnahme zum «Energiecheck» der Gemeinde und Grundsätze, die internationalen, nationalen und kantonalen Zielen entsprechen. Erwähnt ist ebenso die «Klima-Charta» von Schweizer Städten und Gemeinden.

Konkret schlug die Kommission nach der Formulierung von energiepolitischen kommunalen Leitsätzen zwei Varianten vor. Die erste (72'200 Franken) plant bis zur Zertifizierung als Energiestadt 2025 die Mitgliedschaft im Trägerverein. Variante 2 (75'000 Franken) verzichtet auf eine Teilnahme und damit gleichzeitig auf Beiträge von Kanton und Bund und sucht einen eigenständigen Weg.

Der Gemeinderat diskutierte intensiv, wie die Gemeinde aktiv den Hebel ansetzen könnte. Schliesslich entschied man sich, mit dem Variantenentscheid noch zu warten, bis Erfahrungen anderer Energiestadt-Teilnehmer nach den Sommerferien mehr Klarheit brächten.

«Wir haben unsere Kosten im Griff»

Glücklich zeigte sich Gemeindepräsident Markus Sieber über das erfreuliche Resultat der Jahresrechnung 2020, das bei einem Ertrag von 13,09 Mio. Franken einen Überschuss von 668'200.90 Franken bescherte. Die Steuereinnahmen bezifferten sich auf 10,2 Mio. Franken und das Eigenkapital erhöhte sich auf rund 4,5 Mio. Franken. Dies freue ihn besonders nach dem schwierigen Ergebnis im Vorjahr, «das auf die Kumulation nachteiliger Situationen zurückzuführen war», so Sieber. Nachkredite in Höhe von rund 757'000 Franken wurden in der Kompetenz des Gemeinderates genehmigt. Auffällig dabei die Mehrkosten im Umfang von 196'000 Franken, die durch «Zusatzschleifen» in der Ortsplanungsrevision verursacht sind. Netto investiert wurden 1,4 Mio. Franken. Der Selbstfinanzierungsgrad in der Berichtsperiode betrug 84,46 Prozent. Die Rechnungsprüfungskommission hatte die von Finanzverwalterin Anita Begert-Ammon aus allen Eingaben zusammengeführte Rechnung analysiert, bestätigt und an der Sitzung mit weitreichenden Kommentaren versehen, die von Hinweisen der Ratsmitglieder ergänzt wurden. Etwa zu Ergänzungsbedarf bei den Stellenbeschrieben und zu Kapazitäten im Arbeitspensum von Angestellten und Funktionären. Zu den Vakanzen in der eigenen Kommission teilte Jörg Stalder, Präsident der Rechnungsprüfungskommission, mit, dass Vizepräsident Remo von Burg seine Nachfolge antreten werde.