Die Planung dauert rund zehn Jahre. Es brauchte neue Brücken: Die Oesch, der Emmenkanal und die Autobahn mussten überwunden werden. Dazu kamen neue Velowege. Das erste Bauwerk zur Realisierung wurde 2011 mit der Brücke über die Oesch in Subingen erstellt. Im Jahr 2014 folgten der Radweg Wissensteinfeld entlang der Bahnlinie zwischen Derendingen und Subingen und die Velobrücke in Derendingen über den Emmenkanal. Erst im letzten Jahr wurde der Abschnitt Waldegg in Zuchwil dann auch noch komplett umgebaut. Am Sonntag wurde die regionale Veloroute 802, die von Solothurn nach Burgäschi und von dort aus nach Herzogenbuchsee führt offiziell an die Bevölkerung übergeben. Ein Tross mit über 100 Gästen fuhr die Strecke ab und erlebte so selbst, aus wie vielen Einzelteilen die nun durchgehende Verbindung geschaffen wurde.

Eröffnung des Velowegs Wasseramt

Eröffnung der Veloroute Solothurn-Burgäschisee-Herzogenbuchsee

Bund finanzierte mit

«Wer mit dem Velo unterwegs ist, hat keine Freude an Automobilisten. Und wer Auto fährt, der fühlt sich durch die Velofahrer gestört.» Regierungsrat Roland Fürst, der selbst als passionierter Velofahrer bekannt ist, brachte es in seiner kurzen Ansprache beim offiziellen Eröffnungsakt in Burgäschi auf den Punkt. Man könne aber Velofahrer und Automobilisten nicht überall trennen, denn Spezialbauwerke kosten immer auch Geld. Die Realisation der Veloroute 802 wurde deshalb ins Agglomerationsprogramm eingebunden und durch Bundesgelder mitfinanziert.

«Das geschieht nur, wenn ein Projekt als wertvoll angesehen wird», so Fürst. Von der neuen Route profitiere in erster Linie der Langsamverkehr. Velofahren liege im Trend. «Schüler, aber auch Pendler, nutzen die neue Verbindung. Dazu ist sie auch touristisch interessant», so Fürst. Zudem verbinde die Route die Kantone Bern und Solothurn.

Dies war das Stichwort für den zweiten offiziellen Redner: Markus Loosli, Gemeindepräsident aus Herzogenbuchsee, freut sich über das Bauwerk. «Für uns ist Solothurn näher als unsere Hauptstadt Bern», erklärte er unter Beifallsrufen der Zuhörer. Mit dem Velo sei man dank des neuen Veloweges in der Zwischenzeit fast gleich schnell, wie wenn man mit dem Bus von Herzogenbuchsee nach Solothurn fahre. Man sei auch im Oberaargau daran, ein Freizeitkonzept zu erarbeiten, und darin werde die Veloroute 802 sicher eingebunden.
Anschliessend an die beiden Reden wurde der Wegweiser in Burgäschi, der den Weg nach Herzogenbuchsee weist, feierlich enthüllt. Umrahmt wurde der Anlass durch die Musikgesellschaft Etziken, die nicht nur den Solothurner Marsch spielte, sondern extra auch den Berner Marsch einstudiert hatte.

Viele Neugierige

Die Veloroute war am Sonntag nicht nur für die offiziellen Gäste offen. In Zuchwil, Derendingen, Subingen, Hüniken, Etziken und Aeschi waren Festwirtschaften eingerichtet. Am Nachmittag waren etliche Familien und andere Neugierige auf dem Veloweg unterwegs und die Beizen wurden rege frequentiert.

In Zuchwil wandte sich Peter Baumann (Leiter Abteilung Bau und Planung) kurz an die Gäste. Er freute sich, dass die Route bereits rege genutzt wird und dass der Durchgang in der Waldegg im letzten Jahr für den Langsamverkehr verbessert werden konnte. In Derendingen zeigte sich Gemeindepräsident Kuno Tschumi stolz darüber, dass im Dorf 2 Mio. Franken in die nötigen Bauwerke investiert wurden. Hans Ruedi Ingold (Gemeindepräsident Subingen) betonte, dass die Veloroute in Richtung Solothurn für das Wasseramt wichtig sei. Für die Schülerinnen und Schüler habe sich die Sicherheit so stark verbessert.