Derendingen

Bäckerei Café will erweitern – Bauvorhaben weckt den Gemeinderat

Der Anbau rechts soll auf das Doppelte vergrössert werden in Richtung Pestalozzipark, von dem man die Baumschatten sieht.

Der Anbau rechts soll auf das Doppelte vergrössert werden in Richtung Pestalozzipark, von dem man die Baumschatten sieht.

Die Bäckerei Café Laube will in Derendingen in einem empfindlichen Zentrumsbereich Richtung Hauptstrasse erweitern.

Ein stark besuchter Treffpunkt in Derendingen ist das Café der Bäckerei Laube. Schon seit längerer Zeit möchte Besitzer Martin Laube Café und Terrasse vergrössern, weil «ich mit der jetzigen Grösse immer mehr an meine Grenzen stosse». Das Geschäft wurde bereits einmal im Gemeinderat diskutiert und dann, um zusätzliche baurechtliche Abklärungen vornehmen zu können, zurückgestellt. Der zweite Versuch schien auf einem für Martin Laube positiven Weg, nachdem der Leiter Bau und Planung und SP-Gemeinderat, Roger Spichiger, erklärt hatte, dass die Kommission für Dorfentwicklung den Ausbau unterstütze. «Das Bauvorhaben steht nicht im Widerspruch zu den Planungen Hauptstrasse oder Dorfkern.»

Antrag auf Nichteintreten abgelehnt

Gemeinderat Urban Cueni (CVP) aber äusserte seine Bedenken, die er schon bei der ersten Behandlung des Geschäfts kund getan hatte, und stellte Antrag auf Nichteintreten. «Was bedeutet das Bauvorhaben für unser Zentrum? Welches sind die Chancen und Gefahren?» Markus Baumann (SP) wies darauf hin, dass das Bauvorhaben mit diesem Antrag vom Tisch wäre.

Michael Käsermann (FDP) sprach von einem fatalen Zeichen, «wenn wir nach vier Monaten Abklärungen nicht auf das Geschäft eintreten würden». Gemeindepräsident Kuno Tschumi doppelte nach. Es würde seiner Ansicht nach gegen Treu und Glauben verstossen. «Das Café ist ein Treffpunkt und wichtig für Derendingen.»

Cuenis Fragen hatten aber Nährboden gefunden. Hansruedi Meyer (SP) bat darum, sich Varianten zu überlegen. Die Diskussion begann, sich von Laubes Bauvorhaben zu lösen und die Situation aus einem anderen, strategischen Blickwinkel zu betrachten. Denn das Ansinnen Laubes, Café und Terrasse in Richtung Hauptstrasse zu erweitern, dabei vom vorgelagerten kleinen Pestalozziplatz mit Bäumen und Brunnen ein Stück abzuschneiden und den Durchgang für Fussgänger ebenfalls zu verlagern, und zwar durch den Park, ist durch die neusten Planungen längst überholt. Die Fussgänger zwischen Coop und Raiffeisenbank sollen nicht mehr wie heute am Café Laube entlang und über den (nicht wirklich sicheren) Fussgängerstreifen auf der Friedhostrasse, sondern über ein breites Trottoir an der Hauptstrasse geführt werden. Überlegungen zur Gesamtsituation beim Pestalozziplatz würden daher Sinn machen.

Diese Meinung fand im Derendinger Gemeinderat eine Mehrheit. Gegen die sich enthaltenden CVP-Gemeinderäte wurde der Nichteintretensantrag abgewiesen. In der Detaildiskussion ging es noch darum, wie der Antrag umformuliert werden soll. Der Passus, ein Landstück der Gemeinde an Laube zu verkaufen, wurde gestrichen. Zudem kann das Vorhaben der laufenden Ortsplanungsrevision vorgezogen werden.

Hoffen auf Inputs aus der Bevölkerung

Ansonsten blieb der Antrag gleichlautend. Dem Bauvorhaben wird zugestimmt. Eine Teilanpassung des bestehenden Gestaltungsplans und des Zonenplans sei vorzubereiten. Einige Gemeinderäte erhoffen sich mit den Inputs von der Bevölkerung aus der damit nötig gewordenen Mitwirkung Antworten auf ihre Fragen. Wäre es da nicht sinnvoller, wenn die Gemeinde partnerschaftlich mit Laube für diesen sensiblen Bereich ein Gesamtprojekt mit Varianten zur Diskussion stellen würde?

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