Wer die Verkehrslage in Stosszeiten am Derendinger Kreuzplatz kennt, geht
mit dem Gemeinderat einig, dass ein Autobahnanschluss Derendingen/Subingen, der im Massnahmenpaket des Agglomerationsprogramms nur als B-Priorität gewichtet ist, Abhilfe schaffen würde. «Nur schon Abfahrten von der Autobahn würden eine wesentliche Entlastung bringen», zeigte sich Gemeindepräsident Kuno Tschumi (FDP) überzeugt. Dann nämlich müssten sich Lastwagen und Autos Richtung Wasseramt und in Gewerbe- und Industrieareale wie das Wissensteinfeld nicht durch Derendingen oder durch Kriegstetten quälen.

Bis 2024 realisieren

«Wir müssen das jetzt beeinflussen», war sich der Rat am Donnerstagabend einig. Auf dem aktuellen Fragebogen zur Behördenvernehmlassung hat sich die Gemeinde dazu nun klar geäussert und schlägt vor, dass der Autobahnanschluss Derendingen zur Kosteneinsparung zeitlich vorgezogen und an den geplanten Ausbau der Autobahn im Bereich Härkingen-Luterbach auf sechs Spuren gekoppelt werden soll. E

ine rasche Realisierung in den Jahren 2018 bis 2024 wäre angesichts der Verkehrssituation sehr wünschenswert «für uns und die Region» und würde eine A-Priorisierung rechtfertigen. «Wir legen auch besonderen Wert auf die alternative Veloführung am Knoten Kreuzplatz», hiess es im Rat. In diesem, im Agglomerationsprogramm als B-Massnahme gekennzeichneten Projekt, soll geprüft werden, ob nicht Teilbereiche wie der Veloweg von der Bahnhofstrasse bis zur Unteren Emmengasse auf dem Bahndamm verlaufen und mit dem vorgesehenen Umbau am Kreuzplatz kombiniert werden könnten. Besonders begrüsst wurden vorrangig ausführbare Massnahmen zur Verkehrssicherheit Luterbach/Derendingenstrasse, um dort den Schulweg zu sichern.

Pflichtenheft Derendingen-Mitte

Mitte 2015 hat sich die Baukommission Derendingen-Mitte konstituiert. Unter der Leitung von Gemeinderat Roger Siegenthaler (FDP) wird sie in den nächsten Jahren das Grossprojekt zum Um- und Neubau des Schul- und Ortszentrums mit Endkosten um die 36,5 Millionen Franken leiten. In einem ausführlichen Pflichtenheft ist nun festgehalten, welche Tätigkeitsfelder die Mitglieder der Baukommission Derendingen-Mitte verantworten, und wie sie honoriert werden.

Der Gemeindepräsident lobte die bisherige Arbeit zur Organisationsplanung als «sehr strukturiert», zumal das Controlling einen grossen Stellenwert hat. Visiert werden Rechnungen gemäss «4-Augen-Prinzip». Die Aufträge zu den zeitlich gestaffelten Bauabschnitten erteilt die mit weiteren Kompetenzen ausgestattete Baukommission. Der Gemeinderat trifft allerdings bei den beiden grossen Vergabepaketen 2016/17 über 12,6 und 5 Millionen Franken die Entscheidung.

Modernisierung der Ratsarbeit

Schon seit 1998 bedient sich die Gemeinde des Systems der Firma Talus Informatik AG in Wiler bei Seedorf beispielsweise zur Steuer- und Finanzverwaltung. Verwaltungsleiterin Beatrice Müller beschrieb die aufwendige und umständliche Sitzungsvorbereitung, um alle Ratsangehörigen mit den entsprechenden Unterlagen zu bedienen. In einem Überblick zeigte Talus-Mitarbeiter Simon Hungerbühler auf, wie künftig ein «papierarmes Büro» mittels elektronischem Dossierzugriff zu erreichen wäre.

Der Zugriff auf Dokumente, die in der Axioma-Datenbank und nicht etwa in einer «Cloud» abgespeichert wären, lässt sich über ein Berechtigungskonzept für alle Behördenmitglieder regeln. Der Gemeinderat zeigte sich angetan vom Effizienzgewinn und sprach sich dafür aus, eine Offerte anzufordern. Für die Anschaffung der beiden notwendigen Module ist mit rund 20'000 Franken und mit einem jährlichen Unterhalt von 1'200 Franken zu rechnen.