«Wir haben lange verhandelt und sind jetzt zu einem Ergebnis gelangt, das unseren Dorfkern aufwerten wird», zeigte sich Gemeindepräsident Patrick Schlatter (CVP) erleichtert, dass endlich ein Kapitel abgeschlossen werden kann. Die Erbengemeinschaft Eggenschwiler und Eigentümerin Elisabeth Kurth-Kiefer werden ihre Grundstücke, die benachbart zum Gemeindehaus liegen, über dessen Areal erschliessen.

Die Dienstbarkeitsverträge zwischen den Parteien, die eine Entschädigung fürs Wegrecht (150 000 und 60 000 Franken) beinhalten, ein Näherbaurecht für 30 000 Franken zum Ausbau des Gemeindehauses sowie einen Landabtausch zur Begradigung des Geländes festschreiben, liegen im Entwurf durch den Gemeinderat bereits vor.

Einstimmig erteilten die 57 an der Gemeindeversammlung teilnehmenden Stimmberechtigten dem Gemeinderat die Kompetenz, die Verträge mit Eintrag ins Grundbuch abzuschliessen.

Mehr Steuereinnahmen

Mehr beiläufig erwähnte Finanzverwalter Fredy Schmitter bei der Erläuterung des Budgets, dass der Steuereingang der Rechnung 2015 sich gegenüber dem prognostizierten Ertrag um eine halbe Million auf 6,4 Mio. Franken erhöht habe. «Mit dem vorhandenen Eigenkapital von 380 000 Franken und einem guten Abschluss der Jahresrechnung hätten wir dann schon ein Polster von über 1 Million Franken. Damit könnten wir in der Budgetdebatte 2016 am Steuerfuss von jetzt 125 Prozent leicht rütteln.» Auch die bevorstehenden Diskussionen zur Sanierung des Hallenbades würden weniger belasten, bekräftigte der Finanzverantwortliche.

Der Gemeindepräsident ergänzte die Ausführungen mit Informationen zur neuen Abschreibungspraxis. Nach dem Druck des Budgets 2016 war noch ein Buchungsfehler entdeckt worden, der den Ertragsüberschuss bei einem Haushaltsvolumen von 9 Millionen Franken von anfänglich 75 730 auf 18 730 Franken senkte.

Das regte im Plenum aber niemanden auf. Fragen betrafen in der Detailberatung nur einzelne Posten. Nötig wird wie in allen Gemeinden die Neubewertung aller vorhandenen Werte, damit der kantonale Finanzausgleich, der 2016 für Oberdorf 176 400 Franken beträgt, über gerechte Grundlagen für jede Kommune verfügt. Auch die günstigere Zinssituation interessierte. Im Durchschnitt zahlt die Gemeinde dank Umschuldung nur noch 1.42 Prozent gegenüber bisherigen 2,8 Prozent. Die Investitionen belaufen sich auf netto 50 000 Franken, wovon hauptsächlich Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung und Raumordnung profitieren.

In Vorbereitung der Pensionierung von Fredy Schmitter anfangs 2017 hat der Gemeinderat die bisher gültige Gemeindeordnung aus dem Jahr 1997 so geändert, dass künftig nur noch die Gemeindeoberhäupter, Friedensrichter und Inventurverantwortliche an der Urne als Beamte gewählt werden. Alle übrigen Mitarbeitenden in der Verwaltung sind Angestellte. «Inhaltlich haben wir nichts geändert», sagte Schlatter.

Einstimmig genehmigte die Versammlung auch die geänderte Dienst- und Gehaltsordnung, die weder Besoldungsklassen noch Sitzungsgelder oder die Spesenordnung für nebenamtliche Funktionen antastete. Eingebaut wurden aber Regelungen für Sonntagsarbeit und materiell wichtige Bestimmungen des kantonalen Gesamtarbeitsvertrages. «Aber entscheiden werden wir weiterhin selbst», unterstrich der Gemeindepräsident.

«Das läuft schon»

Ein Einwohner machte auf die von privater Seite getroffene Einschränkung zur Nutzung eines beliebten Fussweges bis zum Bellevue an der Ostseite des Dorfes aufmerksam. «Auf einem öffentlichen Weg hat die Tafel ‹Privatgrundstück: Durchgang verboten› nichts zu suchen», bestätigte der Gemeindepräsident die schon erfolgte Kontaktaufnahme mit dem Liegenschaftsbesitzer. «Das läuft schon.»