Markus Grenacher (kantonaler Feuerwehrinspektor) informierte die Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten der Amtei Solothurn-Lebern über das Projekt «FW-SO2030». Was kompliziert töne, sei ganz einfach. Die Rahmenbedingungen und die Erfordernisse im Feuerwehrwesen hätten sich in den letzten Jahren stark verändert. «Die Einsätze werden technisch immer anspruchsvoller und die Ereignisse immer komplexer.»

Zudem würden die Brandereignisse ab- und die Einsätze bei Naturereignissen zunehmen. «Ein grosses Problem ist auch die Verfügbarkeit der Feuerwehrleute tagsüber. Viele Arbeitgeber haben kein Verständnis, wenn ein Angestellter fehlt, weil er für die Feuerwehr im Einsatz steht. Andere arbeiten auswärts und können bei einem Alarm nicht rechtzeitig vor Ort sein.»

Zudem würden zunehmend auch die Handwerker in der Feuerwehr fehlen, und es gebe immer weniger Kaderleute. «Zu schaffen macht uns auch, dass viele heute nur noch acht bis zehn Jahre in der Feuerwehr bleiben.»

«Viel wurde schon neu organisiert», so Grenacher. So gebe es Gemeinden, die gemeinsam ein Tagespikett organisieren. Auch habe man diverse Regionalfeuerwehren gegründet. «In unseren Nachbarkantonen gibt es bereits die ersten Berufsfeuerwehren und auch bei uns wird die Milzfeuerwehr zunehmend infrage gestellt.»

Aufgaben wurden übernommen

Dies alles habe zur Folge, dass die Regional-Feuerwehrverbände ihre statutarisch verankerten Aufgaben nur noch reduziert oder gar nicht mehr wahrnehmen würden. Eine der wichtigsten Aufgaben, die Ausbildung der Feuerwehrleute, wird schon länger von der SGV (Solothurnische Gebäudeversicherung) übernommen.

Die Verbände seien zum Teil über 100 Jahre alt. «Früher brauchte es diese Strukturen», so Grenacher. Aber heute seien sie überholt. Die Idee, die gemeinsam mit Vertretern der Feuerwehrverbände und dem VSEG (Verband Solothurnischer Einwohnergemeinden) erarbeitet wurde, sei es, einen einzigen Verband für den ganzen Kanton zu gründen.

Der Kanton würde in vier Regionen aufgeteilt, alle Regionen sollen gleich in den Fachkommissionen, die sich um Technik, Personal, Information und Ausbildung kümmern, vertreten sein. Innerhalb dieser neuen Organisation werde die Zusammenarbeit der Feuerwehren enger, und die Kräfte würden gebündelt. «Für die Gemeinden und die Feuerwehren vor Ort ändert sich wegen der neuen Strukturen aber gar nichts», machte Grenacher klar.

Biberist nicht erwünscht

In einer Konsultativabstimmung sprachen sich die anwesenden Leberberger Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten mit Stadtpräsident Kurt Fluri einstimmig dazu aus, ihre Zivil- und Bevölkerungsschutzorganisation (RSZO) nicht durch die Aufnahme der Gemeinde Biberist zu vergrössern. Es genüge ein Blick auf die Landkarte und man sehe, dass dies nicht sinnvoll wäre.

Das Gefahrenpotenzial in der Stadt und im Leberberg sei ein anderes, als entlang der Emme. Biberist hat sich bisher als einzige Gemeinde im Wasseramt nicht offiziell dem neu gegründeten Zweckverband Bevölkerungs- und Zivilschutz Aare Süd angeschlossen. Der Gemeinderat Biberist wollte prüfen, ob allenfalls auch ein Anschluss an die Region Solothurn möglich wäre.

Weiter stellten drei Mitglieder von «Innovage» ihr Netzwerk vor. Innovage ist eine Interessengemeinschaft von pensionierten Fach- und Führungskräften, die sich nach ihrer Pensionierung weiterhin freiwillig und unentgeltlich engagieren. Sie beraten und begleiten Non-Profit-Projekte. Innovage engagiert sich zudem für Generationenwohnen und im Collegium-60plus.