Umnutzung

Aus Schalterhalle des Bahnhofs Oberdorf soll Beizli und Kiosk werden

Schon bald können sich die Wanderer auch in der Talstation verpflegen.

Schon bald können sich die Wanderer auch in der Talstation verpflegen.

Die «Schalter GmbH» will im alten Wartesaal des Bahnhofs ein Beizli samt Kiosk eröffnen und anerkannten Flüchtlingen einen Arbeitsplatz anbieten. Das Baugesuch dafür hängt in der Gemeindeverwaltung Oberdorf.

Im Süden des schottischen Hochlands, in der Nähe eines verschlafenen Nests namens Bridge of Orchy steht ein kleiner Bahnhof. Die Haltestelle wird noch heute vom Regionalzug bedient, doch das Vorstandshäuschen und der Wartesaal standen lange Zeit leer. Bis vor vielen Jahren ein alter Bahnliebhaber und gewiefter Geschäftsmann auf die Idee kam, dem nutzlosen Gebäude neues Leben einzuhauchen und aus ihm eine Herberge für Wanderer zu machen.

Auch im beschaulichen Oberdorf, im Süden des Solothurner Juras, steht ein kleiner Bahnhof. Er wird – im Moment noch – vom Regionalzug bedient, doch haben in seine Schalterhalle und das verlassene Büro ebenfalls Staub und Spinnweben Einzug gehalten, vor vielen Lenzen schon. Auch an ihm ziehen jahrein, jahraus viele Wanderer vorbei. Nun dürfte der Bahnhof am Fusse des Weissenstein eine ähnliche Wiederbelebung erfahren wie einstmals jener in Bridge of Orchy.

Zur Stärkung des Wandervolks

In der Gemeindeverwaltung Oberdorf hängt ein Baugesuch an der Wand, genauer gesagt ein Umnutzungsgesuch. Darin erklärt die «Schalter GmbH» ihre Absicht, aus dem unbenutzten Bahnhof zu machen, was seit der Eröffnung der neuen Seilbahn Weissenstein eigentlich auf der Hand läge: ein Kiosk und eine Beiz. Für die durstigen Wanderer und Ausflügler, die per pedes oder Seilbahn auf den Solothurner Hausberg wollen oder gerade dort herkommen.

Während sich der Kiosk den Öffnungszeiten der Gondelibahn anpassen werde, sei für das Beizli ein Betrieb von Mittag bis 22 Uhr vorgesehen, heisst es im Gesuch. Dies an fünf Tagen pro Woche. Platz bieten Wartesaal und Büro für rund 25 Personen – im ehemaligen Aufenthaltsraum soll eine Küche entstehen, aus welcher die künftigen Gäste mit «kalten Plättli, einem warmen Menü etc», aber auch mit alkoholischen Getränken bedient werden.

Sprungbrett für Flüchtlinge

Die Herberge bei Bridge of Orchy war die Erfüllung des langjährigen Traumes eines Aussteigers. Die Schalter GmbH hat eine sozialere Ausrichtung: Sie schafft «zwei bis drei Arbeitsplätze für anerkannte Flüchtlinge» und will so zu deren Integration beitragen und als «Sprungbrett für die weitere Zukunft» ihrer Mitarbeiter dienen. Diese Ausrichtung wird auch dem kulinarischen Erlebnis der Wanderleute zugutekommen, denn «je nach Nationalität der Flüchtlinge wird ebenfalls eine Spezialität des Landes angeboten».

Die Projektanten, die hinter der «Schalter GmbH» stehen, wollten sich auf Nachfrage nicht zu ihrem Projekt äussern.

Einsprachen gegen das Projekt sind bisher keine eingegangen, die Frist läuft noch bis zum 3. September.

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