«In den letzten Jahren war das Budget bei der ersten Lesung schon schlechter, als heuer.» Gemeindepräsident Hans Ruedi Ingold äusserte die Hoffnung, dass der vorliegende Fehlbetrag von 236'191 Franken bis Ende Sitzung eliminiert werden könne.

Finanzverwalter Roland Kummli äusserte sich ebenfalls vorsichtig positiv. «Es scheint, als ob die Erfolgsrechnung nach zwei Jahren mit sehr schwierigen Budgets, wieder langsam ins Lot kommt.» Positiv sei vor allem, dass die Verbesserungen praktisch ausschliesslich auf Mehreinnahmen zurückzuführen seien. Sowohl der Steuerertrag der natürlichen Personen, als auch der Beitrag aus dem Finanz- und Lastenausgleich habe massiv zugenommen. «Zu schaffen macht uns die nach HRM2 bedingte Umstellung der Abschreibungspraxis. Die Abschreibung des Verwaltungsvermögens beträgt für das kommende Jahr 482'000 Franken. Dazu kommen die Abschreibungen der Investitionen von aktuell 130'000 Franken.» Weiterhin hoch sei zudem der Investitionsbedarf in der Gemeinde. «Wir müssen die Investitionen in den nächsten Jahren ausgewogen planen», mahnte Kummli.

Der Gemeinderat priorisiert

In Subingen ist es Brauch, dass in der ersten Budgetlesung alle Begehren der Kommissionen ungekürzt aufgenommen werden, und es dem Gemeinderat obliegt, die Eingaben zu priorisieren. Am Donnerstagabend wurde die Investitionsrechnung zuerst angepackt. Statt 2,705 Mio. verblieben schliesslich noch 1,28 Mio. Franken. Unangetastet blieb die Ersatzbeschaffung des Atemschutzfahrzeuges. Es kostet 247'000 Franken und wird nächstes Jahr bestellt. Allenfalls wird der Kredit auf zwei Jahre verteilt, oder ein Teil der Inneneinrichtung wird ein Jahr später beschafft. Die Notwendigkeit der Investition war aber unbestritten. Ebenso diejenige der Anschaffung eines neuen Gemeindetraktors.

Verschoben wurde dafür die Sanierung der Aussenhülle und des Daches des Schulhauses II. Der Gemeinderat hat an seiner vorletzten Sitzung beschlossen, die heute bestehenden Räumlichkeiten im Mehrzweckgebäude und im Schulhaus zu überprüfen. Es ist auch vom Anbau einer Aula die Rede. Es mache deshalb keinen Sinn, eine Aussensanierung vorzuziehen. Hinausgeschoben wurde zudem die Sanierung der Hohle. Diese soll angepackt werden, wenn die Bauarbeiten beim Schlössli abgeschlossen sind. Auch die Sanierung des Starenweges muss warten. Ebenso wird zugewartet mit der Sanierung der Lichtanlage auf dem Fussballfeld 1.

Am Schluss ein Plus

Auch in der Erfolgsrechnung wurden diverse Posten kritisch durchleuchtet, gestrichen oder zurückgestellt. Zudem ergaben sich einige Grundsatzdiskussionen. Eine davon drehte sich erneut um den anbegehrten Gruppenraum im Schulhaus II. Dieser wurde bereits mehrmals zurückgestellt. Nun fand man einen Kompromiss. Der Betrag von 47'000 Franken wurde in die Investitionsrechnung verschoben. Das sei möglich, da es sich dabei um eine Wertvermehrung handle. Der Gemeinderat liess sich zudem davon überzeugen, dass der Umbau kompatibel ist mit dem neuen Raumkonzept.

Lange wurde über das Budget der Kulturkommission gesprochen. Die Anschaffung von 10 Markthüttli für den «Weihnachtszauber» wurde kritisiert. Der Erwerb von drei Hüttli für verschiedene Dorfanlässe soll jedoch geprüft werden. Und schliesslich kam die Diskussion auch auf die Maikilbi, die jedes Jahr teuerer werde. «Was wollen wir uns diesen Dorfanlass kosten lassen?» Die Gemeinderäte befanden die Kilbi als eine gute Sache. Sie waren aber einhellig der Meinung, dass es dringend nötig sei, das Gespräch mit den Verantwortlichen zu suchen und gemeinsam eine Lösung zu finden, wie die Kosten reduziert werden können, ohne dass die Qualität leidet.

Thematisiert wurde weiter die Grünabfuhr, da sie «einfach teuer» ist. Auf einen konkreten Antrag wurde aber verzichtet. Als «auffallend» bezeichneten die Gemeinderäte zudem die Kommunikationskosten. Mit HRM2 werden diese in jedem Bereich separat ausgewiesen. «Brauchen wir wirklich so viele Telefonapparate und Anschlüsse?». Das Problem sei erkannt, war die Antwort. Man sei dabei, die Unterlagen zusammenzutragen und ein neues Konzept zu erarbeiten, mit dem Kosten gespart werden könnten.

Aus dem Aufwandüberschuss von 236'191 Franken wurde am Schluss der ersten Lesung ein Plus von 10'540 Franken. In der zweiten Lesung am nächsten Donnerstag wird der Gemeinderat über einen allfälligen Teuerungsausgleich für das Gemeindepersonal beschliessen. Steuersatz und Gebühren werden nicht angetastet.