Der Besuch der Filmtage-Direktorin Seraina Rohrer an der Gemeindepräsidentenkonferenz galt dem Bericht über den Prix d’honneur. Die Wasserämter Gemeinden finanzieren diesen Ehrenpreis mit einem Sockelbeitrag pro Gemeinde von 200 Franken und je 33 Rappen pro Einwohner.

Inzwischen kommen so jährlich 20'000 Franken zusammen, mit denen der Ehrenpreis finanziert sowie die Solothurner Filmtage unterstützt werden. «In der Branche wird der Preis als äusserst wertvoll betrachtet», sagte Seraina Rohrer. Leute, die nie im Rampenlicht stünden, würden hervorgehoben. «Normalerweise erhalten nur Schauspieler und Regisseure Preise. Hier ist das anders.»

Seraina Rohrer informierte die anwesenden Wasserämter Gemeindepräsidenten und Bolkens Gemeindepräsidentin Jeanette Baumgartner auch über die Situation der Filmtage. Gezielt werde ein jüngeres Publikum angesprochen auch mit einer Ausweitung der Schulvorstellungen von aktuell 20 auf zirka 30. «In der Schule lernen die Jugendlichen ein Gedicht analysieren, aber nicht einen Film. Das wollen wir bieten mit Gesprächen und mit Begleitmaterial.» Neu wird 2017 ein öffentlicher Filmbildungstag lanciert und neu wird auch ein Film projiziert, bei dem das Publikum den Ablauf der Geschichte bestimmt, dies mit einer App per Handy.

Nicht erwartet wurde eine positive Rechnung für die Ausgabe 2016. «Nach dem Ausstieg des Hauptsponsors konnte die Swisscom gewonnen werden, die sich aber etwas weniger stark engagiert.» Beigetragen zum positiven Ergebnis hätten die 65 000 Eintritte. Finanziell bleibe die Lage aber angespannt. «Private Gönner leiden unter dem starken Franken. Sie tragen über 45 Prozent der Finanzierung.»

Um der Wahrnehmung des Wasserämter Preises gebührend Rechnung zu tragen, schob Rohrer nach, werde der «Prix d’honneur» 2017 wieder mehr im Zentrum der Filmtage vergeben. «Auch dass anschliessend ein dreistündiger Film auf Wunsch des Preisträgers gezeigt wurde, fand ich nicht optimal.»

Diskussion zum Strassengesetz

Am 5,5 Meter langen Eichentisch im Kanzleibüro von Kriegstettens Gemeindepräsident Manfred Küng wurden im Anschluss Solothurner Wein und Wurst aus Wasserbüffelfleisch degustiert. Ob dies wegen schlechten Gewissens offeriert wurde – Küng lässt sich normalerweise an Gemeindepräsidenten-Sitzungen vertreten – oder bereits ein Wahlkampfanlass war (er will für die SVP einen Regierungsratsitz erobern), wissen die Götter. Mit dem Geschäft Diskussion zur Vernehmlassung Teilrevision Strassengesetz sorgte Küng auch noch für genügend Stoff an dieser Sitzung.

Kriegstetten werde vom Kanton drangsaliert mit den Sanierungen der Kantonsstrassen, insbesondere der Neugestaltung der Kreuzung beim Restaurant Kreuz. «Diese wurde in den letzten 25 Jahren mehrmals saniert. Wir haben unsere Kosten noch nicht mal abgeschrieben und schon soll die Kreuzung erneut umgestaltet werden.» Zwölf Punkte listete er auf, welche sich die Gemeinden in ihrer Vernehmlassung überlegen sollten. Das geht von der Problematik der Kostenbeteiligung bis zur Frage, ob der Kanton weiterhin Luxuslösungen im Strassenbau finanzieren soll.

Die Vernehmlassung beschäftigte auch den Verband der Solothurner Einwohnergemeinden (VSEG). Dessen Präsident, Derendingens Gemeindepräsident Kuno Tschumi, erklärte, dass die Teilrevision zurückgewiesen wird – aber aus anderen Gründen. «Mit dem Neuen Finanzausgleich sollte auch eine neue Aufgabenverteilung zwischen Gemeinden und Kanton einher gehen. Die Finanzen wurden geregelt, die Aufgabenneuverteilung geschoben.»

Dabei soll das Sozialgesetz nicht angerührt werden, dafür aber Schule, Polizei und Strassen. Diese Abmachung mit der Regierung sei aber in der Folge «vergessen» gegangen. Der Verband pochte darauf. Es kam zu einem Kompromiss: Kostenbeteiligungen der Gemeinden nur beim Strassenunterhalt, aber nicht bei Neu- oder Ausbauten. Die Regierung habe diesen Punkt wieder zurückgenommen. «Letztlich wurde kein Punkt des VSEG berücksichtigt, weshalb wir das Geschäft zurückweisen.»

Die Stimme des VSEG hat Gewicht, das wissen auch die Wasserämter Gemeindepräsidenten. Für die Nachfolge des demissionierenden Vorstandsmitgliedes Markus Sieber (Lohn-Am-
mannsegg) zeigten gleich drei Interesse. Gewählt wurde mit Aeschis Gemeindevorsteher Stefan Berger ein Vertreter aus dem Kreis der kleineren bis mittelgrossen Gemeinden.