Biberist
Aus der Alten Turnhalle soll ein Bijou werden

Die Alte Turnhalle in Biberist wird für 1,45 Millionen Franken saniert. Die an der Gemeindeversammlung anwesenden Stimmberechtigten entschieden zudem, den Steuerfuss bei 128 Prozent zu belassen.

Christof Ramser
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Die Alte Turnhalle gilt als erhaltenswert. Sie wurde 1905 durch die Papierfabrik erbaut und soll nun renoviert werden.

Die Alte Turnhalle gilt als erhaltenswert. Sie wurde 1905 durch die Papierfabrik erbaut und soll nun renoviert werden.

Oliver Menge

Neben dem Fusionsgeschäft Top 5 beschloss die Gemeindeversammlung von Biberist weitere zukunftsweisende Geschäfte. Eines davon betraf die Sanierung der Alten Turnhalle. Das Gebäude, das 1905 durch die Papierfabrik an der Bernstrasse gebaut und der Gemeinde Biberist geschenkt wurde, soll nächstes Jahr für 1,45 Millionen Franken auf Vordermann gebracht werden. Die Gebäudehülle wird saniert und die veralteten haustechnischen Installationen werden erneuert. Fenster werden ersetzt, und auch die Raumakustik soll verbessert werden.

Das Geschäft ging glatt durch. Von einem Abriss der Turnhalle, der zuvor verschiedentlich gefordert wurde, war am Dienstagabend keine Rede mehr. Einzig Pia Burki wollte wissen, ob die Anzahl Toiletten nach der Sanierung für die neue Nutzung ausreiche. Das wurde mit Ja beantwortet. Regula Dos Santos erkundigte sich nach Giftstoffen.

Vizegemeindepräsident Beat Affolter (SP), Präsident der Kommission Schulraumplanung, benannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Diese Altlasten im Hallenboden müssten saniert werden. «Wir wollen ein Bijou schaffen, das von jedermann genutzt werden kann», sagte Affolter. Künftig soll die Halle, in der schon seit 2012 nicht mehr geturnt wird und die der Oberstufe als Aula dient, auch Privaten zugänglich gemacht werden.

Biberist hat in den vergangenen Jahren viel in die Schul- und Sportanlagen investiert. Das Schulhaus Mühlematt und das Obere Schulhaus wurden saniert, eine neue Sporthalle gebaut, der Pavillon Bernstrasse ist in Planung.

Eine «rote Null»

Ohne nennenswerte Opposition wurden die Pensenerhöhungen für das Flüchtlings- und Asylwesen beschlossen. Die beiden neuen Vollzeitstellen werden in die Sozialregion Biberist-Bucheggberg-Lohn-Ammannsegg integriert. Es sei künftig mit mehr Zuweisungen zu rechnen.

Schliesslich wurden auch zum Voranschlag 2016 der Gemeinde keine Gegenstimmen laut. Finanzverwalter Reto Brunner erläuterte die finanzielle Lage der Gemeinde. «Im Gegensatz zum Budget von diesem Jahr ergibt das Budget 2016 eine Schlechterstellung», sagte Brunner. Wird für 2015 eine halbe Million Franken Ertragsüberschuss prognostiziert, schaut 2016 eine «rote Null» mit einem Defizit von 80 000 Franken heraus.

Die Mehrkosten fallen unter anderem bei der sozialen Sicherheit (plus 0,5 Millionen Franken), im Informatik-Bereich und für eine zusätzliche 40-Prozent-Stelle auf der Bauverwaltung an. Ein Mehrertrag resultiert aus dem Finanzausgleich, doch die Mindererträge bei den Schülerpauschalen, die die bisherige Subvention der Lehrerbesoldung ablösen, schlagen stärker zu Buche. Ein Augenmerk gelte es auf die Schuldenentwicklung zu richten, sagte Brunner. Diese steigen gemäss Finanzplan bis 2019 auf 50 Millionen Franken an.

Netto investiert Biberist im kommenden Jahr über 6 Millionen Franken. Den teuersten Posten bilden mit fast 3,5 Millionen Franken die Schulanlagen, gefolgt von den Gemeindestrassen, dem Werkhof und dem öffentlichen Verkehr für 1,2 Millionen Franken. Das Budget und der Steuerfuss von 128 Prozent wurden genehmigt.