Die Radautobahn von Solothurn nach Grenchen ist im Bellacher Gemeinderat auf grosse Ablehnung gestossen. «Wir haben doch schon einen Weg nach Grenchen. Nochmals 2 Millionen Franken für eine Rennstrecke können wir uns nicht leisten», sagte Vizegemeindepräsident Stefan Henzi (CVP).

Im Studienbericht zur «Schnellverbindung für den Veloverkehr Solothurn-Grenchen» geht eine Grobkostenrechnung von 2 Millionen Franken aus. Alleine 1,1 Millionen Franken sind in der Rechnung für eine Überführung in Selzach eingesetzt. Der Kostenanteil für Bellach wird auf rund 326 000 Franken veranschlagt, wobei Beiträge von Kanton oder Bund nicht eingerechnet sind.

Stefan Henzi ist aber auch als Landwirt direkt betroffen. «Der vorgesehene Weg südlich der SBB-Linie verläuft auf Flurwegen, die von der Landwirtschaft mitfinanziert wurden.» Er sehe grosse Konflikte zwischen den Nutzern voraus. «Wir müssen mit den Traktoren auf den Wegen wenden können.» Ersatzgemeinderätin Cindy Aebi (FDP) störte sich daran, dass Grünflächen asphaltiert würden. Laut Studie müssten die Wege 3 Meter breit und asphaltiert sein. Jürg Gutjahr (SVP) äusserte grosse Skepsis, wenn der Weg in der Witischutzzone verlaufen soll.

Heli Schaffter (SP) erinnerte an die Radwege auf der Bielstrasse: «Wir müssen in der Stellungnahme diese ins Spiel bringen. Die Bielstrasse ist eine Kantonsstrasse, dann müsste der Kanton zahlen.» Beat Späti (FDP) fand den Radschnellweg eine interessante Sache. «Aber zu visionär.» Viele Fragen seien ungeklärt im Zusammenhang mit dem Unterhalt, den Folgekosten oder bei Vorfällen verschiedener Nutzer. Gemeindepräsident Roland Stadler (FDP) kürzte das Geschäft ab und fragte in die Runde, wer überhaupt diesem Projekt zustimmen könne. Eine Mehrheit stimmt grundsätzlich gegen das Projekt. Laut Befürworter Felix Glatz-Böni (Grüne) verpasse es Bellach damit, Einfluss auszuüben, «falls der Radschnellweg gebaut wird».

Schutz für Römersmattquellen

Der überarbeitete Schutzzonenplan für die Römersmattquellen wird nächstens aufgelegt. Der Gemeinderat genehmigte den Plan nach den Ausführungen von Experte Kaspar Arn einstimmig. Nötig wurden die drei neuen Schutzzonen mit der Sanierung und Erneuerung der Quellwasserfassungen für die zwei Römersmattquellen 2 und 3. Zur Auflage gehört ein Schutzzonenbericht und ein Schutzzonenregelement mit dazugehörigem Gefahrenkataster.

Einige Konflikte konnten gelöst werden. Die Hohlenstrasse, welche quer durch die Schutzzone führt, wird neu voll entwässert. Eine Kanalisationsleitung von der Lommiswilerstrasse wird am Rand der neuen Schutzzone umgeleitet.

Andere noch ungelöste Konflikte werden ebenso beschrieben wie die Massnahmen, die erledigt werden müssen. Dazu gehört die Entwässerung der Lommiswilerstrasse, die dem Kanton gehört. Weiter wird ein Brunnen in den Wald entwässert, der in der Schutzzone liegt. «Das kann nicht geduldet werden», so Arn. Auch bei der Liegenschaft Hohlenstrasse 1 muss sichergestellt sein, dass von dort aus das Quellwasser nicht verunreinigt werden kann. Ein Flurweg beim Grillplatz kann künftig nicht mehr befahren werden. Und das Bahntrassee müsste bei einer künftigen Sanierung eine Entwässerung erhalten.

Die Landwirtschaft innerhalb der Schutzzonen 2 und 3 kann wie bisher weitergeführt werden. Und das kleine Stück Landwirtschaftsland, welches in der heikelsten Schutzzone 1 in der Nähe der Quellen liegt, soll mit Sträucher gekennzeichnet werden. Mit all diesen Vorkehrungen habe die Gemeinde Gewähr, so Arn, dass ihr Produkt sauber bleibe. 

Ja, aber zum Repla-Projekt

Zustimmung mit 9 Ja zu 3 Nein und einer Enthaltung gab es vom Gemeinderat für das Projekt der Repla Espace Solothurn zur Kostenbeteiligung der Regionsgemeinden an regionalen Aufgaben. Das neue Modell wird im Grundsatz als richtig betrachtet. Die Kosten aber, die sich laut Modell für Bellach von einem aktuellen Sollbeitrag von 118 071 auf neu 124 248 Franken erhöhen würden, liegen den Gemeinderätinnen und Gemeinderäten schwer auf. Die an
der letzten Gemeindeversammlung beschlossene Steuererhöhung zwinge zum Sparen, so einzelne Stimmen.

Martin Röthlisberger (SP) mahnte aber: «Wir werben mit unserer guten öV-Erschliessung und der reichen Kultur in der Nähe. Deshalb ist das für mich auch eine Frage der Solidarität mit den regionalen Kulturinstitutionen.»

Es ist absehbar, dass Bellach die Idee an der Delegiertenversammlung der Repla Espace Solothurn unterstützt, in den konkreten Verhandlungen über einen Beitrag aber dem Spargedanken Rechnung tragen will.