Jahresrückblick 2016

Aus alt mach neu: Boomtown Attisholz – das war nur ein Thema unter vielen die dieses Jahr bewegten

Südlich und nördlich der Aare bei Luterbach und Riedholz entsteht ein neues wirtschaftliches und kulturelles Zentrum des Kantons, mehrere Poststellen mussten 2016 schliessen, es gab Freude und Ärger über verschiedene Strassensituationen – kurz es liegt ein turbulentes Jahr hinter uns.

Eine der grössten Baustellen im Kanton ist das Attisholzareal zwischen Riedholz und Luterbach. Die Entwicklungen auf dieser riesigen Fläche, unterteilt durch die Aare, waren im vergangenen Jahr gross. Hier pulsiert aktuell die Bauwirtschaft und bald Industrie und Wirtschaft.

Und in ihrem Gefolge boomen Immobilienmarkt, Kunst und Freizeitindustrie. Es ist, als hätten just zum gleichen Zeitpunkt alle möglichen Player diesen Flecken Erde entdeckt, denn das zu betrachtende Gebiet lässt sich locker erweitern bis zur Kantonsgrenze im Osten.

Das vormals mächtige kahle Gebäudegerüst der Biotechnologiefirma Biogen hat mit der Fassade ein gefälliges Kleid erhalten. Hier entstehen Hunderte hochwertiger Arbeitsplätze. Menschen kommen, die hier nicht nur arbeiten werden, sondern auch wohnen und leben wollen. Täuscht es?

Der Markt für Kaufimmobilien ist in der Region schon jetzt wie ausgetrocknet. Mit Sicherheit hat die Präsenz des amerikanischen Biotechnologieriesen dazu beigetragen und auch die Entwicklung auf der anderen Seite der Aare beflügelt. Am 8. Oktober vermeldete diese Zeitung, dass Attisholz Nord, das Areal der ehemaligen Zellstofffabrik Attisholz, diese einzigartige Ansammlung von Industriegebäuden mit Turm und Kamin einen Käufer gefunden hat.

Die Zürcher Immobiliengesellschaft Halter AG hat das 16 Hektaren grosse Gebiet von der Attisholz Infra AG gekauft. Dazu gehört auch das umgebende Landwirtschaftsland mit den stattlichen Höfen und Fabrikantenvillen. In diesen Tagen wurde der Kauf im Amtsblatt offiziell. Das Areal wird nicht im nächsten Sommer zum neuen Riedholzer Quartier mit Wohnen und Gewerbe. Das dauert Jahrzehnte.

«Zwischennutzung» lautet das geflügelte Wort. Eine Zwischennutzung, beinahe unbemerkt von der Öffentlichkeit, was von den Organisatoren bewusst angestrebt worden sei, fand mit dem Kunstanlass «Kettenreaktion» statt. Während dreier Monate haben Kunstschaffende mit dem Vorhandenen Neues geschaffen. Zur Eröffnung des abschliessenden Anlasses kamen gar drei Regierungsräte des Kanton Solothurns.

Weiter östlich plant der gleiche Kanton die Erweiterung der bestehenden Inertstoffdeponie. Sie soll nicht wieder verwendbare Altbaustoffe aufnehmen. Eine Bürgerbewegung stellt sich
dagegen.

Auf der Südseite der Aare schritt der Biogen-Bau munter voran. Daneben wurden weitere Weichen gestellt, wortwörtlich. Am 8. Dezember erfolgte der Spatenstich für eine riesige Halle des CT-X Rail Services mit diversen Gleisanschlüssen. Die Firma ist eine Unterhaltswerkstätte für Bahn-Güterwagen.

Nördlich davon plant die Firma Vigier ein sogenanntes Cleantechcenter, einen Betrieb für Recycling-Dienste, Rohstoffbewirtschaftung, Produktion von Sekundärbrennstoffen und Betonherstellung. Hier hat der Kanton die Nutzungsplanung genehmigt. Auch westlich des Areals läufts rund. Elektronikkomponenten-Herstellerin Schaffner AG hat gerade ein Baugesuch für einen Neubau Hauptsitzgebäude publiziert.

Zum Spielball der Interessen ist der geplante Park am Südufer der Aare geworden. Dort sollen künftig die Freizeitinteressen der Bevölkerung zum Tragen kommen. Aktuell aber balgen sich Kanton, Umweltverbände und Gemeinde darüber, wie natürlich Natur zu sein hat.

Einen Golfschlag davon entfernt, Richtung Osten über die Jurastrasse, ist ein anderes Konzept von Natur zu begutachten. Dort feierte der Golfplatz Wylihof am 29. August die Erweiterung auf 27 Loch. Der Platz ist eine der grössten Anlagen der Schweiz.

Das geschah sonst noch 2016:

Im Sommer feierte das Blumenhaus in Buchegg die Eröffnung des neuen Wohnheims. Der Neubau für Menschen mit Behinderungen schlug mit 10,2 Millionen Franken zu Buche. Dank einer Solidaritätswelle wurden über 6 Millionen gespendet. Die Institution ist mit 200 Mitarbeitenden die grösste Arbeitgeberin im Bucheggberg. Dutzende Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer geistigen und mehrfachen Behinderung finden in der Sonderschule, in der geschützten Werkstatt und den neu zwei Wohnheimen ein Zuhause. (crs)

Eröffnungsfest Blumenhaus

Im Sommer feierte das Blumenhaus in Buchegg die Eröffnung des neuen Wohnheims. Der Neubau für Menschen mit Behinderungen schlug mit 10,2 Millionen Franken zu Buche. Dank einer Solidaritätswelle wurden über 6 Millionen gespendet. Die Institution ist mit 200 Mitarbeitenden die grösste Arbeitgeberin im Bucheggberg. Dutzende Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer geistigen und mehrfachen Behinderung finden in der Sonderschule, in der geschützten Werkstatt und den neu zwei Wohnheimen ein Zuhause. (crs)

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