Weissenstein

Aufwendige Restaurierung des Planetenwegs: «Wir wollen den Leuten etwas bieten»

Pro Weissenstein hat einen Teil des Planetenweges restaurieren lassen, der zweite Teil folgt 2018.

Nachdem Werner Baumgartner am 6. Dezember die Planeten weggeräumt hatte, kam er auf die Welt. «Ich erhielt Telefonate und Mails. Ob ich wisse, dass die Planeten auf dem Planetenweg gestohlen worden sind?» Der Präsident des Vereins Pro Weissenstein konnte die Leute beruhigen. Alles habe seine Ordnung, der Planetenweg wird restauriert. Diese Reaktionen hätten ihm wieder einmal vor Augen geführt, wie bekannt und beliebt der Planetenweg ist.

In einer kleinen Feier wurde nun die erste Etappe des restaurierten Planetenweges eingeweiht. Erneuert wurden die Planeten Merkur bis Uranus. Die zweite Etappe folgt im Jubiläumsjahr 2018, wenn der Planetenweg 40 Jahre alt ist. Dann werden auch die Planeten Neptun und Pluto aufgefrischt, von denen je zwei Exemplare installiert sind, weil mit deren Umlaufbahnen die Sonnenabstände stark differieren.

Restauriert wird 2018 auch die Sonnenkugel neben dem Kurhaus. «Wir warten das Ende der Erdarbeiten beim Kurhaus ab, sonst wird die Sonnenkugel gleich wieder mit Staub verdreckt.» Die Restaurierung der Sonne ist zudem speziell. Die fast 2 Tonnen schwere Betonhohlkugel entstand im Betonwerk Lüsslingen. «Wir werden die Kugel nicht herunternehmen, sondern ein Gerüst darum herum bauen.»

«Vieles wurde mutwillig zerstört»

Beim Planeten Mars erklärt Baumgartner den Gästen, Vertretern der Sponsoren, von Pro Weissenstein und den Bausausführenden sowie Jürgen Hofer, Direktor Region Solothurn Tourismus, welche Arbeiten gemacht werden mussten. «Wir wollen den Planetenweg reaktivieren. Wenn so viele Leute auf den Berg kommen, müssen wir ihnen etwas bieten», begründet er die Bemühungen von Pro Weissenstein. Vieles sei durch das Wetter nicht mehr lesbar geworden. «Vieles wurde mutwillig zerstört.» Als Beispiel nennt er
1.-August-Feuerwerkler, die auf dem Steinsockel neben einem Planeten-Alugussteil einen Zuckerstock zündeten.

Werner Baumgartner hat mit seinen Helfern die Aluteile, die seinerzeit von der Metallgiesserei Bega AG in Bettlach gegossen wurden, abgeschraubt und beim Malergeschäft Mombelli, Spezialist für Oberflächen, bürsten und behandeln lassen. Bei jeder, mit Ausnahme einer Planetenstation steht zusätzlich eine Bank, in deren Sockeln, hergestellt im Betonwerk Lüsslingen, das Planetenzeichen eingeprägt ist.

Ziel der feierlichen Einweihung ist die Planetenstation Jupiter. Dort erklärt Jürgen Hofer, dass der Weissenstein keineswegs zu einem Disneyland verkommen soll. «Wir werden keine Beschneiungsanlage installieren und auch keine weiteren Anlagen errichten.» Solche Gerüchte seien Blödsinn. Der Planetenweg sei ein Paradebeispiel für die Art und Weise von Attraktionen, die es auf dem Berg gibt. «Wir haben uns immer Mühe gegeben, auf dem Berg möglichst wenig hinzustellen. Daran werden wir festhalten.» Er erwähnt auch die Langlaufloipe, von der im Sommer nichts zu sehen ist. Nicht zuletzt ist die Landschaft seit Jahrzehnten geschützt.

Prospekt, App und Führungen

Begleitet wird das Vorhaben vom Astrobiologen Hansjürg Geiger aus Feldbrunnen. Eine Anfrage an die astronomische Gesellschaft Solothurn scheiterte an deren Forderungen, so Baumgartner. Hansjürg Geiger hat sich schon als junger Mensch für die Astronomie begeistert. «Der wichtigste Sinn des Planetenweges ist, dass man erleben kann, wie gross die Abstände im Sonnensystem sind», erklärt Geiger. Er wird helfen beim Entwickeln der geplanten App zum Planetenweg, welche zusätzliche Informationen liefern soll.

Die Gesamtinvestitionen für die Sanierung werden sich im Bereich von 30'000 Franken bewegen. Als Sponsoren fungieren die Regio Energie Solothurn und die Robert und Marcelle Strüby-Stiftung Solothurn. Robert Strüby war Kantonsbaumeister und Erfinder, Promoter und Erbauer der alten Bergbahn Oberdorf-Weissenstein. Er gründete mit seiner Frau die Stiftung, die die Förderung eines naturnahen, jugendgerechten Tourismus auf den ersten beiden Juraketten sowie die Unterstützung der Mutthornhütte bezweckt. «Das ist neu für Pro Weissenstein, dass wir Sponsoren gewinnen konnten. Normalerweise trägt der Verein mit seinen 600 Mitgliedern die Kosten», erklärt Werner Baumgartner.

Am Ende überreichte Baumgartner den ersten Prospekt zum Planetenweg. Der Entwurf wird verbessert und soll bald Interessierten beim Erkunden des Planetenwegs helfen, ebenso die App, die in Planung ist, sowie Führungen.

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