Selzach
Auftritt auf der Passionsspielhaus-Bühne ist wieder sicher

Die Bühnenausstattung und andere Bereiche des 120-jährigen unter Denkmalschutz stehenden Passionsspielhauses wurden restauriert.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Hanspeter Baertschi

Bald ist es vollbracht: Die Renovierung des rund 120-jährigen Selzacher Passionsspielhauses ist in Kürze abgeschlossen. Derzeit sind Mitarbeiter einer Bühnenbaufirma aus Düsseldorf daran, die neuen schwarzen Vorhänge auf die dafür vorgesehenen Gestänge zu binden.

Das steht zwar unter Denkmalschutz, doch die Bühnentechnik, welche noch immer aus dem Jahre 1895 stammte, war total veraltet und entsprach heutigen Anforderungen, insbesondere bezüglich Arbeitssicherheit, in keiner Weise mehr.

So beschloss der Verein Passionsspiele Selzach, Eigentümer des Hauses, dass etwas gehen musste. Insbesondere in die Bühnentechnik und in die Sicherheit sollte investiert werden, erzählt der pensionierte Selzacher Ingenieur Hans Bösch. Er ist sozusagen der «Hauswart» des Hauses und kennt daher die Verhältnisse bestens.

Er ist auch die Selzacher Ansprechperson für Othmar Käslin, der die Bauleitung, die Planung und Durchführung der Renovationsarbeiten leitet. Seine Firma «Szeno» in Stans ist spezialisiert für Bühnenbau und -restaurationen. Er habe auch die Renovation des Solothurner Stadttheaters begleitet, erzählt Käslin.

Innenteil massiv verstärkt

Im Bühnenbereich des Holzbaues Passionsspielhaus seien massive Verstärkungen nötig geworden, beschreibt Käslin. «25 Tonnen Stahl, 2 Kilometer Stahldraht und 500 Meter neue Hanfseile wurden eingebaut. Dazu wurde der Raum mittels einer neuen Holzkonstruktion verstärkt, deren Ziel es war, die Statik zu verbessern. Die grösste Herausforderung bei dieser Renovation sei für ihn aber der hohe Absprachebedarf mit der Denkmalpflege und anderen Institutionen gewesen, so Käslin.

Die alten Seilzüge wurden durch neue ersetzt, die jedoch weiterhin von Hand betrieben werden, erklärt auch Bösch. «Da das Haus weiterhin über das Winterhalbjahr geschlossen bleibt, ist es besser, auf Motoren zu verzichten.» Des Weiteren seien alle elektrischen Anschlüsse neu verlegt und auf heutige Bedürfnisse ausgerichtet worden. Der Bühnenboden wurde erneuert, die Bühnentextilien wurden mit nicht-brennbarem Material ausgestattet, und die Garderoben wurden aufgefrischt. Einzig im geschützten hölzernen Zuschauerraum wurde nichts verändert.

Die Kosten für die Renovation belaufen sich auf rund 800 000 Franken, so Bösch. «Der Kantonale Lotteriefonds steuert 100 000 Franken bei, und wir haben vereinseigenes Bauland verkaufen können. So können wir die Kosten stemmen.»

Auch für andere Events

In Zukunft soll das Haus neben der Sommeroper auch für andere Anlässe genutzt werden, sagt Bösch. Mit dem Auftritt von Massimo Rocchi am 22. und 23. August ist ein erster Event geplant. Bereits am 28. und 29. Mai findet der «Tag der offenen Bühne» statt, bei dem sich die Bevölkerung von den neuen Möglichkeiten des Passionsspielhauses überzeugen lassen kann. Die erste Sommeroper-Produktion mit der neuen Bühnentechnik wird Gaetano Donizettis «L’elisir d’amore» sein. Die Premiere findet am 5. August statt. Für die Inszenierung ist – wie in den letzten Jahren – Thomas Dietrich verantwortlich.

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