Rüttenen
Auf Zwangsräumung wird verzichtet – Fahrende wollen freiwillig gehen

Die jenische Familie, die beim Steinbruch in Rüttenen wohnt, will das Areal bis am 29. Februar räumen. Die Bürgergemeinde verzichtet auf eine Zwangsräumung.

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Auf dem Areal beim ehemaligen Steinbruch Bargetzi in Rüttenen steht noch ein grösseres Wohnmobil. Der Planwagen im Hintergrund gehört Mitarbeitern der Bürgergemeinde.

Auf dem Areal beim ehemaligen Steinbruch Bargetzi in Rüttenen steht noch ein grösseres Wohnmobil. Der Planwagen im Hintergrund gehört Mitarbeitern der Bürgergemeinde.

Die Bürgergemeinde führt im Steinbruch Rüttenen keine Zwangsräumung durch. Das teilt sie in einer Medienmittelung mit. Der Entscheid wird mit Aussagen der Familie Huber begründet: «Gemäss Angaben der Familie Huber hat sie einen alternativen Standplatz in Aussicht.» Dieser sei noch nich definitiv abgesegnet. «Deshalb wurde mit dem Abtransport der noch verbleibenden mobilen Wohneinheiten abgewartet.»

In Rücksprache mt dem Oberamt Region Solothurn würde die jenische Familie den Steinbruch Rüttenen bis am 29. Februar räumen, teilt die Bürgergemeinde mit.

Falls die Familie am 29. Februar mit ihrer Wohneinheit noch im Steinbruch wohnen würde, dann müsse die «zwangsweise Räumung des Areals» angesetzt werden, heisst es bei der Bürgergemeinde weiter.

Die Familie Huber bestätigt, dass sie das Areal freiwillig verlassen wird. «Uns bleibt nichts anderes übrig», sagt Gabriela Huber. «Dass es zur Zwangsräumung kommt, so weit lassen wir es nicht kommen.» Auf den vom Kanton bereitgestellten Platz im Schachen in Flumenthal werde sie definitiv nicht zügeln. Mittlerweile, so Charles Huber Senior, würden Messungen des Vereins Gigaherz.ch aufzeigen, dass die Lebensbedingungen dort aufgrund des Autobahnlärms und der Hochspannungsleitung «unmenschlich» seien.

Als Notlösung können Hubers ihren Wohnwagen auf dem Attisholz-Gelände unterstellen und vorübergehend bei Gabriela Hubers Vater in Rüttenen unterkommen. Noch immer hofft die Familie Huber aber, bis Ende Februar etwas zu finden. «Ich hoffe und bete, dass wir fündig werden», sagt die Frau. «Man nimmt uns ansonsten unseren letzten jenischen Rest. Das tut weh.» (jos/cs)

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