Rüttenen
Auf inoffiziellen Wanderwegen ist besondere Vorsicht geboten

Ein Insiderweg oberhalb von Rüttenen wird rege genutzt. «Wer sich auf dem Clubweg bewegt, tut dies in absoluter Eigenverantwortung», betont Hansruedi Huser. Er trägt aus Eigeninitiative für den Unterhalt und der Instandhaltung bei.

Christian Sutter
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Eine übermalte Markierung ist nicht ungefährlich, wenn jemand den Weg nicht gut kennt.

Eine übermalte Markierung ist nicht ungefährlich, wenn jemand den Weg nicht gut kennt.

Christian Sutter

Der Einstieg in den sogenannten Clubweg oberhalb des Forsthauses in Rüttenen ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Die offiziellen Wanderwegweiser führen an ihm vorbei. Denn dieser Weg ist kein offiziell verzeichneter Wanderweg und gilt als Insiderweg. Trotzdem ist er relativ bekannt und wird von vielen regelmässig genutzt. Hansruedi Huser aus Rüttenen ist einer von ihnen und kennt ihn so gut wie seine Hosentasche. Seit 55 Jahren gehört er zu den Berggängern, die den Weg regelmässig begehen.

Hansruedi Huser ist guter Kenner des Clubweges

Hansruedi Huser ist guter Kenner des Clubweges

Christian Sutter

Entlang auf der Ostseite des Chesselbachs führt der Weg durch die Felsen des Jurasüdfusses steil ansteigend nach oben. Er windet sich oberhalb der glatten Wand der Pechflue durch und führt über rund 400 Höhenmeter weiter, bis er wieder in einen offiziellen Wanderweg einmündet mit Abzweigungsmöglichkeit Richtung Balmfluhköpfli oder Nesselboden.

In Eigenverantwortung

Huser begeht den Clubweg nicht nur, sondern legt mit weiteren Bergkameraden vom SAC Weissenstein auch Hand an, wenn mal ein Baumstamm oder Äste den Weg versperren. Grundsätzlich weist er aber auf die Eigenverantwortung hin: «Wer sich auf dem Clubweg bewegt, tut dies in absoluter Eigenverantwortung», hält er fest. Dies gelte grundsätzlich für Bergwanderungen, auch auf offiziellen Wanderwegen. Und umso mehr auf Wegen, die nicht offiziell gewartet und markiert werden wie der Clubweg.

Für seinen Unterhalt hat folglich auch niemand eine Verantwortung, auch nicht der SAC. Wer etwas zu seinem Unterhalt und der Instandhaltung beiträgt, tut dies wie Huser aus Eigeninitiative und letztlich aus Liebe zum Berg und zu diesem Weg.

Verwirrende Markierungen

Weil sich verschiedene um den Weg kümmern, führt dies etwa zu kleineren Abweichungen der Route, auch bei den Markierungen. Verwirrend wird es spätestens dann, wenn bestehende Markierungen übermalt werden und Wanderer jedoch auf den einen oder andern Orientierungspunkt angewiesen wären. Wohl oder hoffentlich in guter Absicht wird da und dort nachmarkiert oder eben auch übermalt, was im felsigen Gelände auch gefährlich werden kann.

Denn so kann die Orientierung verloren gehen. Es kam immer wieder vor, dass Leute den Weg nicht mehr sahen und die Orientierung verloren haben. So gesehen würden die verschiedenen Markierungen den Wanderern einen Bärendienst erweisen. Wildspuren vor allem im herbstlichen Laub legen dann noch zusätzlich eine falsche Fährte.

Huser betont, dass der Weg nicht zu den einfachsten gehöre. Er nehme manchmal auch Personen mit, die sich für eine alpine Tour anmelden und prüfe auf dem Clubweg zuerst ihre Bewegungssicherheit in schwierigerem Gelände. Denn wäre der Clubweg ein offizieller Wanderweg, würde sein Schwierigkeitsgrad sicher einer rot-weissen Markierung entsprechen.

Mit Blick voraus

Wichtig ist laut Huser immer, mit Blick voraus unterwegs zu sein. Wer nur auf den Boden sehe, bekomme nicht viel von der Landschaft mit und sehe vor allem nicht, was komme. Hansruedi Huser hat deshalb für seine Begleitungen im Berg immer einen Leitspruch dabei: «Im Clubwägli befindet me sich nid i der Fuessgängerzone, do chame nid nach der Weiermannsmethode go. Nei, do heisst’s Gring ufe und luege.»

Huser gibt den Zettel mit einem etwas schalkhaften Blick ab und wer mit ihm oder andern Berggängern, die den Weg gut kennen, unterwegs ist, weiss, dass sie oder er gut begleitet ist. Von Alleingängen mit geringen oder gar keinen Kenntnissen des Clubweges oder auch anderen inoffiziellen Wegen – der Clubweg ist nicht der Einzige – im Jura rate er dringend ab.