Serie zum Gartenjahr
Auf dem Bleichenberg gibt es seit 1870 einen Garten wie ein Gemälde

Teil 2 der Serie zum Gartenjahr: Der Park des Elisabethenheimes auf dem Bleichenberg. 7500 Quadratmeter gross ist die barocke Gartenanlage, die eine lange Geschichte hat.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Der Park des Elisabethenheimes auf dem Bleichenberg.
17 Bilder
Erhalten ist auch dieser alte Pavillon.
Ein Dachsbau im Innern der alten Linde.
Der Park des Elisabethenheimes auf dem Bleichenberg.
Der Park des Elisabethenheimes auf dem Bleichenberg.
Der Park des Elisabethenheimes auf dem Bleichenberg.
Der Park des Elisabethenheimes auf dem Bleichenberg.
Der Park des Elisabethenheimes auf dem Bleichenberg (16)
Der Park des Elisabethenheimes auf dem Bleichenberg.
Der Park des Elisabethenheimes auf dem Bleichenberg.
Der Park des Elisabethenheimes auf dem Bleichenberg.
Der Park des Elisabethenheimes auf dem Bleichenberg.
Der Park des Elisabethenheimes auf dem Bleichenberg.
Der Park des Elisabethenheimes auf dem Bleichenberg.
Der Park des Elisabethenheimes auf dem Bleichenberg.
Der Park des Elisabethenheimes auf dem Bleichenberg.
Der Park des Elisabethenheimes auf dem Bleichenberg.

Der Park des Elisabethenheimes auf dem Bleichenberg.

Tina Dauwalder und Thomas Ulrich

«Wir haben hier einen französischen Garten, auch Barockgarten genannt», erklären Schwester Edelina, Oberin, und Käthi Melega, Leiterin des Elisabethenheimes auf dem Bleichenberg. Sie berichten, dass der Garten um 1880 angelegt wurde, und zwar von der damaligen Besitzerin der Villa Bleichenberg, der Witwe Elisabeth Hänggi (s. auch Chronologie).

Chronologie des Bleichenbergs

Ab 1004 waren Edelknechte aus Bibersch erste Besitzer.

1464 erbte Junker Rainhard von Malrain den Hof durch Heirat mit Kunigunde, Tochter des Hermann von Spiegelberg.

1530 vermachte Kunigunde den Besitz Junker Johann dem I. von Roll.

1730 wurde das Gut unter zwei von-Roll-Brüdern aufgeteilt.

1738 erbaute Franz Viktor von Roll auf dem östlichen Teil, dem Hinter-Bleichenberg, ein Sommerhaus.

1870 kam das Haus in den Besitz von Joseph Hänggi. Nach seinem Tod erweiterte seine Witwe Elisabeth das Sommerhaus mit einer Terrasse und legte vor dem Gebäude den prachtvollen Blumengarten im Stil Louis XV. an.

1894 erkrankte die Witwe und wurde von einer Schwester aus dem Kloster Ingenbohl betreut. Sie beschloss, ihren Besitz, dem Kloster zu übergeben mit der Auflage, dass auf dem Bleichenberg ein Altersasyl entstünde. 1895 verstarb sie.

1897 wurde ein Asyl für Zuchwiler und Biberister eingerichtet.

1991 wurde ein Neubau realisiert. Heute leben hier 21 weltliche Bewohner und 19 Ordensleute. (mgt/frb)

Es ist also kein wirklich alter Barockgarten, doch steht die Anlage mit sämtlichen Pflanzen und Gebäuden unter Denkmalschutz. «Das sind die einzigen Vorgaben, die ich bei der Bewirtschaftung des Gartens und des Parks beachten muss: die Vorschriften der Denkmalpflege.» Das sagt Gärtner Stefan Strähl, der seit gut drei Jahren nun die rund 7500 m2 grosse Parkanlage betreut. Es sei ein Traumjob, betont der Recherswiler noch.

Bunt und in allen Formen

Die meiste Arbeit habe er mit dem Barockgarten im Frühsommer, wenn der Sommerflor gepflanzt werden muss. Viele Blumensorten lässt er anliefern. Einige, wie beispielsweise die Zinnien, zieht er selbst heran. «Wir mögen es gerne in allen Farben und Formen», so Strähl, «aber keine hochwachsenden Blumen in den Rabatten, ausser einigen Eckpunkten.» Bis Ende Oktober blüht der Sommerflor. Das sind rund 4000 Pflanzen. Danach wird die Herbst-Winter-Bepflanzung mit Stiefmütterchen gesetzt. Und natürlich müssen dann auch die Tulpenzwiebeln in den Boden. «Im Sommer heisst es jäten, giessen, mähen», sagt Strähl verkürzt.

Der Barockgarten

Der Barockgarten ist eine formal strenge Gartenanlage, die meist eine zentrale Sichtachse aufweist, welche von einem System paralleler und sich in regelmässigen Abständen durch rechtwinklig oder sternförmig schneidende Wege teilt. Die so abgetrennten Bereiche werden durch geometrisch beschnittene Bäume und Sträucher, Hecken und Blumenbeete in ornamentalen Formen und Rasenflächen gestaltet. Ergänzend gibt es oft Treppenanlagen, Kanäle, Grotten, Brunnen oder Wasserspiele. Der Barockgarten ist ein ganz und gar künstliches, durch einen rational denkenden Menschen geschaffenes Gebilde. Bei der Planung wird höchster Wert auf Regelmässigkeit und Symmetrie gelegt.
Quelle: garten-europa.com

Und was tut man hier oben gegen die Schnecken? «Beten», sagen der Gärtner und die Oberin und lachen. «Dort wo es wirklich nicht anders geht, setze ich schon etwas Gift ein», bekennt Strähl. Mehr Sorgen als die Kriechtiere macht ihm aber der Buchsbaumzünsler. «Den werden wir wohl nicht so schnell wieder los», sagt er und glaubt, dass in naher Zukunft eine Ersatzpflanze für den Buchs, der «Ilex crenata», angeschafft werden muss. Diese wird vom Buchsbaumzünsler nicht vertilgt. Doch «Schädlinge» anderer Art halten sich gerne im Parkgelände auf. «Fast jeden Tag muss ich Dachsspuren ausbessern. Und im Frühsommer fressen uns die Rehe die Tulpenknospen weg.» Deshalb hat man in den Rasenflächen nun Licht-Bewegungsmelder installiert, um die Tiere zu verscheuchen.

Sorgen mit der Dachsfamilie

Neben den wunderschönen, geschwungenen Rabatten sind im Barockgarten auch zwei mächtige Thujabäume in Kegelform zu sehen. «Diese schneide ich selbst. Die Lindenbäume, die entlang dem Garten eine Allee bilden, werden aber von einem Unternehmen in die richtige Kastenform gebracht. Es sind rund 200-jährige Bäume, ebenfalls unter Denkmalschutz, die aber teilweise von den Dachsen ziemlich unterhöhlt wurden. «Da müssen wir schon aufpassen, dass nichts passiert», sagt Strähl. «Vielleicht muss der eine oder andere Baum dann doch mal ersetzt werden.» Auf der gegenüber liegenden Seite der Lindenallee befindet sich ein Birnenspaliergang. Rund acht verschiedene, teilweise sehr alte Sorten sind hier zu finden – auch das typisch für den Barockgarten.

Serie zum Gartenjahr

Wir besuchen in einer losen Serie verschiedene Typen von Gärten, die uns begeistern. Bisher erschienen: der Rosengarten von Ruth Galli in Deitingen (1. Mai).