«Wir haben hier einen französischen Garten, auch Barockgarten genannt», erklären Schwester Edelina, Oberin, und Käthi Melega, Leiterin des Elisabethenheimes auf dem Bleichenberg. Sie berichten, dass der Garten um 1880 angelegt wurde, und zwar von der damaligen Besitzerin der Villa Bleichenberg, der Witwe Elisabeth Hänggi (s. auch Chronologie).

Es ist also kein wirklich alter Barockgarten, doch steht die Anlage mit sämtlichen Pflanzen und Gebäuden unter Denkmalschutz. «Das sind die einzigen Vorgaben, die ich bei der Bewirtschaftung des Gartens und des Parks beachten muss: die Vorschriften der Denkmalpflege.» Das sagt Gärtner Stefan Strähl, der seit gut drei Jahren nun die rund 7500 m2 grosse Parkanlage betreut. Es sei ein Traumjob, betont der Recherswiler noch.

Bunt und in allen Formen

Die meiste Arbeit habe er mit dem Barockgarten im Frühsommer, wenn der Sommerflor gepflanzt werden muss. Viele Blumensorten lässt er anliefern. Einige, wie beispielsweise die Zinnien, zieht er selbst heran. «Wir mögen es gerne in allen Farben und Formen», so Strähl, «aber keine hochwachsenden Blumen in den Rabatten, ausser einigen Eckpunkten.» Bis Ende Oktober blüht der Sommerflor. Das sind rund 4000 Pflanzen. Danach wird die Herbst-Winter-Bepflanzung mit Stiefmütterchen gesetzt. Und natürlich müssen dann auch die Tulpenzwiebeln in den Boden. «Im Sommer heisst es jäten, giessen, mähen», sagt Strähl verkürzt.

Und was tut man hier oben gegen die Schnecken? «Beten», sagen der Gärtner und die Oberin und lachen. «Dort wo es wirklich nicht anders geht, setze ich schon etwas Gift ein», bekennt Strähl. Mehr Sorgen als die Kriechtiere macht ihm aber der Buchsbaumzünsler. «Den werden wir wohl nicht so schnell wieder los», sagt er und glaubt, dass in naher Zukunft eine Ersatzpflanze für den Buchs, der «Ilex crenata», angeschafft werden muss. Diese wird vom Buchsbaumzünsler nicht vertilgt. Doch «Schädlinge» anderer Art halten sich gerne im Parkgelände auf. «Fast jeden Tag muss ich Dachsspuren ausbessern. Und im Frühsommer fressen uns die Rehe die Tulpenknospen weg.» Deshalb hat man in den Rasenflächen nun Licht-Bewegungsmelder installiert, um die Tiere zu verscheuchen.

Sorgen mit der Dachsfamilie

Neben den wunderschönen, geschwungenen Rabatten sind im Barockgarten auch zwei mächtige Thujabäume in Kegelform zu sehen. «Diese schneide ich selbst. Die Lindenbäume, die entlang dem Garten eine Allee bilden, werden aber von einem Unternehmen in die richtige Kastenform gebracht. Es sind rund 200-jährige Bäume, ebenfalls unter Denkmalschutz, die aber teilweise von den Dachsen ziemlich unterhöhlt wurden. «Da müssen wir schon aufpassen, dass nichts passiert», sagt Strähl. «Vielleicht muss der eine oder andere Baum dann doch mal ersetzt werden.» Auf der gegenüber liegenden Seite der Lindenallee befindet sich ein Birnenspaliergang. Rund acht verschiedene, teilweise sehr alte Sorten sind hier zu finden – auch das typisch für den Barockgarten.