Bei einem Gesamtaufwand von rund 27 Millionen Franken zeigt die Laufende Rechnung ein sehr positives Resultat. Es resultiert ein Ertragsüberschuss von rund 218'000 Franken, und zwar nachdem bereits fünf Millionen Franken als zusätzliche Abschreibungen auf dem Verwaltungsvermögen getätigt worden sind. Dies diene dazu, die Zeit, in der man finanzausgleichstechnisch in Bedrängnis geraten könnte, möglichst gut zu überstehen.

In zahlreichen Bereichen schliesst die Rechnung besser ab als budgetiert. Bei der Bildung seien die Besoldungskosten im Schulkreis Bellach-Lommiswil-Selzach zwar höher ausgefallen als geplant, aber die Beiträge an den gymnasialen Unterricht waren aufgrund kleinerer Schülerzahlen wesentlich tiefer. Auch die Kosten der Sozialen Wohlfahrt seien lange nicht mehr so erfreulich gewesen, so Finanzverwalter Mario Caspar.

Der Beitrag an die Ergänzungsleistungen AHV/IV sei zwar höher, der Beitrag an die Sozialhilfeleistungen aber tiefer. Ein deutlicher Minderaufwand ist auch bei der Kindertagesstätte festzustellen, diese hat sehr gut abgeschlossen und war optimal ausgelastet.

Die Steuereinnahmen profitieren von einem Sondereffekt bei den juristischen Personen. Es handle sich dabei um zusätzliche sechs Millionen Franken einer juristischen Person, welche aber nicht direkt mit dem operativen Gewinn zusammenhängen, sondern mit Patentverkäufen dieser Firma. Diese Einnahmen werden sich deshalb sicher nicht wiederholen.

Das Nettovermögen pro Einwohner beträgt nun rund 3'500 Franken und auch das Steuereinkommen pro Kopf sei mit 4'900 Franken sehr positiv, so Mario Caspar. Die Nettoinvestitionen betragen rund sechs Millionen Franken. Enthalten sind etwa die Sanierung des Schulhauses und der Turnhallenneubau sowie die Erweiterung Clubhaus und Spielfeld beim Fussballclub.

Lösung auf dem Silbertablett

Der Stützpunkt der Spitex Aare-Nord-So soll demnächst nach Selzach verlegt werden. Ruth Bur, Vertreterin der Spitex Aare-Nord-So, informierte darüber, dass die Räumlichkeiten des jetzigen Stützpunktes in Rüttenen gekündigt worden seien, weil sie von der Gemeinde Rüttenen selbst als Schulraum gebraucht werden würden.

Mit dem Bau des Ärztezentrums in Selzach eröffnen sich nun aber neue Türen. Im ersten Stock dieses Gebäudes, das 2017 fertig sein soll, könnte sich die Spitex niederlassen. «Schon jetzt findet die Hälfte unserer Spitex-Einsätze in Selzach statt», erklärte Ruth Bur. Es sei deshalb sehr sinnvoll, den Stützpunkt nach Selzach zu verlagern. Zudem wünscht sich der Spitex-Verein, dass die Gemeinde Vereinsmitglied werde – bis anhin wurde nämlich nur der Leistungsauftrag an Aare-Nord-So erteilt und ein offizielles Bekenntnis habe gefehlt. «Auf dem Silbertablett wird uns nun ein Stützpunkt zum Nulltarif serviert, da müssen wir zugreifen», betonte Vizegemeindepräsident Christoph Scholl.

Mit dem endgültigen Überlassen des Kapitalanteils von 47'000 Franken, welchen die Gemeinde dem Verein bei der Auflösung des Spitex-Vereins Selzach-Lommiswil quasi als zinsfreies Darlehen zur Verfügung gestellt hatte, könne auf die Verpflichtung zur Aufstockung des Vereinskapitals verzichtet werden.

Auch Gemeindepräsidentin Silvia Spycher hielt fest, dass man mit dieser einmaligen Chance sehr zufrieden sei, man habe damit einen optimalen Standort zwischen Solothurn, Grenchen und dem Bucheggberg und könne allenfalls immer noch andere Spitexbetriebe ins Boot holen. Einstimmig hat sich der Gemeinderat dafür ausgesprochen, Mitglied im Verein zu werden und somit den Spitex-Stützpunkt nach Selzach zu holen.