Messen
Auch einmal ganz weit zurückgeblättert

Die Musikgesellschaft Messen bot an ihrem Konzert Musik von d’Attaignant bis Walter Krebs.

Hans Blaser
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Adventskonzert der Musikgesellschaft Messen.

Adventskonzert der Musikgesellschaft Messen.

Hans Blaser

Mit dem Ensemble der Musikschule Bucheggberg, das unter seiner Leitung steht, eröffnete Bernhard Wüthrich das Adventskonzert. Nicht stolz, aber doch sichtlich erfreut durfte er dabei zwei neue Blechbläser in seiner jungen Gruppe vorstellen. Bei ihrem Weihnachtslieder-Medley konnten alle ihre bläserischen Fortschritte aufzeigen. Mit konzentriertem Gesichtsausdruck liessen sie danach noch «Smoke on the Water» und eine Zugabe folgen.

Ganz weit zurück blätterte die Musikgesellschaft in der Musikgeschichte bei der Wahl ihres Eröffnungsstückes. Aber eigentlich war es der Belgier Manu Mellaerts, der zurückgriff. Er arrangierte nämlich die «Gaillarde» des Franzosen Pierre d’Attaignant, einem weniger bekannten Wegbereiter der europäischen Musikkultur. Erfrischend klang sie und festlich zugleich.

Von Staub und Spinnweben hatte der Belgier sie sorgsam befreit. Für den Glimmer und die Brillanz waren die Messener schliesslich noch selber besorgt. War dabei eher das Blech gefragt, rutschte das Gleichgewicht beim nachfolgenden Hauptwerk eher in Richtung Holz. Angesagt war Jan van der Roosts «Rikudim» – ein spannendes Musikwerk. Ohne auf authentisches Material zurückzugreifen, versuchte der Belgier in vier Sätzen den Klang jüdischer Tänze und Volksmusik zu imitieren. Dabei sorgen überraschende Wendungen und abrupte Wechsel für dauernde Wachsamkeit.

«Stille Nacht» zum Abschluss

Einen interessanten Vergleich regte die Gesellschaft mit zwei direkt nach einander gespielten Werken von Percy Aldridge Grainger an. Nach «Mock Morris» wirkte das geschmeidig gespielte «Australian Up – Country Tune» wirklich fein und elegant. Mit dem nicht einfachen aber witzigen «Toboggan Ride» von Stan Applebaum ritten die Messener sicher und beherrscht dem Abschluss entgegen.

Für die Zugabe legten alle Musikantinnen und Musikantinnen Noten auf ihre Pulte. Auf allen stand «Frosty the Snowman». Das ist ein Lied aus dem Jahr 1950 von Walter Rollins und Steve Nelson, aber doch kein Blasmusikwerk – bisher jedenfalls. Für den Dirigent Walter Krebs aber schon. Er arrangierte es extra für seine Messener. Das war natürlich für das abschliessende «Stille Nacht» nicht notwendig.