Schon unzählige Male flogen im «Sagmäuclub» die Späne. Nicht umsonst heisst er schliesslich so. Die Senioren sägen, fräsen, bohren, malen, schleifen, hobeln, installieren – sie packen einfach überall mit an, wo es ihnen möglich ist. Ausschlag für die Gründung im Jahr 1993 war eine Anfrage des damaligen Leiters des Sozialamtes, Kuno Schär. Er erkundigte sich bei Pfarrer Christian Bürki, ob die Kirchgemeinde Arbeitseinsätze in Bergregionen anbieten könnte. Handwerklich begabte Senioren versprachen in der Folge ihre Hilfe, nicht ohne zu bekunden, dass sie am Abend gerne im eigenen Bett schlafen möchten.

Als vorteilhaft erwiesen sich schliesslich die tageweisen Einsätze der Männer, denn sie erlaubten den Bergbauern, die Arbeiten gezielt zu planen und das Material vorzubereiten. Als geeigneter Projektvermittler erwies sich die «Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete SAB» in Brugg, die Einsätze für Freiwillige im Alpengebiet vermittelt. Seit rund 15 Jahren helfen bei den Arbeiten auch katholische Senioren mit.

Wärmender Entlebucher-Kaffee

An ihrer Generalversammlung blickten die 35 fleissigen Männer zurück. Von vielen lustigen Begebenheiten, aber auch von harter Arbeit zeugten die Fotos auf der Leinwand. «Das erste Projekt war 1994 im Bramboden», erinnert sich Pfarrer Bürki. An eisig kalten Wintertagen hätten die Männer beim Innenausbau des neu erstellten Bauernhauses geholfen und Böden auf die Balkenlagen genagelt. «Der Bauer versorgte uns fleissig mit Entlebucher Kaffee, der gut wärmte, aber die Treffsicherheit der Hammerschläge verringerte», erzählt Christian Bürki. Es folgten etliche Einsätze im Entlebuch, Emmental, Schwarzenburgerland und im Jura. Die Einsätze beschränkten sich nicht nur auf Bergbauernbetriebe, sondern erfolgten auch im Wallis für die Innenrenovation eines historischen Gebäudes, bei einer christlichen Gemeinschaft am Neuenburgersee und beim Erstellen eines Heim-Kinderspielplatzes in Niederbipp. Erledigt werden auch Arbeiten rund um die Kirchen.

Eine Unmenge von Arbeitsstunden häufte sich in all den Jahren an. Die Zusammenstellung von Robert Mathys zeigt, dass ab dem Jahr 2001 bis 2017 für 29 Projekte 14'710 kostenlose Einsatzstunden geleistet wurden. Bei angenommenem Stundensatz von 25 Franken ergäbe dies die stolze Summe von 367'750 Franken. Peter Stuber koordiniert die ehrenamtlichen Einsätze. Meistens ist für ein Projekt wöchentlich ein Auto mit Freiwilligen unterwegs, manchmal auch zwei. Die Fahrkosten übernimmt die Kirchgemeinde. «Als Lohn winken der abendliche Blick auf die vollbrachte Arbeit und die Freude, jemandem helfen zu können», sagt Christian Bürki. Anderntags würden nicht selten die muskulären Verspannungen an die Arbeit erinnern.

Lohn bedeutet für die Männer aber auch ein herzliches Dankeschön, verbunden mit viel Lob von den Bauernfamilien und Institutionen. «Die Hilfe des ‹Sagmäuclubs› war wie ein Sechser im Lotto. Ohne diese Unterstützung wäre es uns finanziell nicht möglich gewesen, die dringend notwendige Sanierung zu realisieren», lobte etwa ein Bauernehepaar in der Schwand in Rüschegg-Heubach.

Die Männer werden bei ihren Einsätzen mit Znüni, Mittagessen und Zvieri verwöhnt. So beginnt die Arbeit morgens für die Ankömmlinge meistens erst nach Kaffee und Kuchen. Nicht selten sind herzliche Beziehungen zu den Bauersleuten entstanden. Ein Biberister Senior feierte gar sein Ehejubiläum auf einem fertiggestellten Bauernhof.