Gerlafingen
Auch der Gemeinderat ist für Erdverlegung der Leitung

Gundi Klemm
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Die Starkstromleitung soll unter die Erde. (Themenbild)

Die Starkstromleitung soll unter die Erde. (Themenbild)

Archiv/Alex Spichale

Noch überspannt die SBB-Starkstromleitung Kerzers–Rupperswil das südliche Quartier in
Gerlafingen. Und natürlich ist die gesamte Bevölkerung froh, dass die 1927 gebaute Leitung aus dem Ortsgebiet herauskommt. Aber nicht wie geplant als neue Überlandleitung im Zielebacher Feld. Eine Interessengemeinschaft, der sich 75 Liegenschaftsbesitzerinnen und -besitzer angeschlossen haben, bittet die Gemeinde in einer Petition, sich für eine Erdverlegung einzusetzen.

Intensiv vorbesprochen wurde das Anliegen in der Strategiekommission, die dem Rat ein zweistufiges Vorgehen vorschlug. Gemeindevizepräsident Thomas Wenger, der anstelle des sich in Quarantäne befindlichen Gemeindepräsidenten Philipp Heri die Ratssitzung leitete, verwies auf den noch gültigen Ratsbeschluss mit dem Ziel Bodenverlegung aus dem Jahr 2017.

Er sah aber auch die Einflussmöglichkeiten beschränkt, weil die Leitung durch oder auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Zielebach und damit im Kanton Bern verläuft. Bei zwei Enthaltungen unterstützte der Rat den Vorschlag, gegen das Baugesuch Freileitung Einsprache zu erheben und danach weitere rechtliche Abklärungen durch Zuzug eines externen Beraters zu suchen. «Das sind wir unseren Bürgerinnen und Bürgern schuldig», so Wenger.

«Rochade» kostet 214'250 Franken weniger

Mit Dank an alle Beteiligten schloss Wenger die Erfolgsgeschichte «Rochade» als Schulhaustausch zwischen den Schulstufen und Aufstockung des Schulzentrums Kirchacker für die Kreisoberstufe ab. 2014 wurden Bruttogesamtinvestitionen in Höhe von 8,4 Mio. Franken bewilligt.

Unterstützt wurde das Bauvorhaben durch Beiträge aus verschiedenen Quellen im Umfang von rund 700'000 Franken. Die Nettoinvestitionssumme belief sich auf 7,7 Mio. und ergab jetzt in der Schlussabrechnung Minderkosten von 214'250 Franken, was drei Prozent der Bausumme entspricht. «Wir haben gut gespart», erinnerte Wenger.

Pandemie indirekt berücksichtigt

Nach der grossen Budgetdebatte in 1. Lesung vor drei Wochen, an der bei Gesamtausgaben der Erfolgsrechnung im Betrag von 31,4 Mio. der Aufwandüberschuss auf rund eine halbe Million Franken gesenkt werden konnte, erinnerte Ratsmitglied Roger Käsermann an die «wünschenswerte schwarze Null» und die Suche nach mehr Optimierungspotenzial im Voranschlag. Marlise Tüscher als neue Finanzverwalterin ging auf Fragen nach möglichen Coronafolgen im Gemeindehaushalt ein.

Sie habe beispielsweise bei den Steuereinnahmen die Pandemie indirekt mitberücksichtigt, betonte sie. Mit 9:1, bei einer Enthaltung verabschiedete der Rat das Budget zuhanden der Gemeindeversammlung
am 16. Dezember. Es wird kein Teuerungsausgleich gewährt, und der Steuerfuss verbleibt auf 125 für natürliche Personen und 105 für Unternehmungen. Weiter informierte Tüscher, dass der Finanzplan bis 2025 auf «Annahmen» beruhe, weil jetzt etliche Änderungen, wie etwa die Umgestaltung im Sozialen wirksam würden.

Sie warb dafür, den Finanzplan mit der dann vorliegenden Jahresrechnung 2020 als Basis im kommenden Frühsommer nochmals zu diskutieren. Denn erst in dieser jetzt laufenden Periode werden die Ergebnisse der neuen Steuersenkung sichtbar. Mit drei Enthaltungen und einer Ablehnung stimmte der Rat dem Vorschlag Tüschers zu. «Im Frühsommer wird der Finanzplan dann mehr Aussagekraft haben.»

Durch Vorgabe des Kantons passen sich alle Gemeinden dem Kantonalen Musterreglement für die schulärztliche medizinische Versorgung an. Die neuen Reglemente, in die auch die Kreisschulpartner Obergerlafingen und Recherswil ein gebunden sind, seien vom Gesundheitsamt als «in Ordnung» vorgeprüft. Ratsmitglied Thomas Stulz erinnerte daran, dass Vorsorgeuntersuchungen gemäss Gemeindegesetz freiwillig seien. Dies müsse in allen öffentlichen Verlautbarungen wie Elternbriefen betont werden. Für Behandlungen beim Schulzahnarzt müssen die Gemeinden je nach Einkommen der
Eltern Beiträge leisten. Der Gemeinderat entschied sich bezüglich Verrechnungsmodus auch für das Kantonale Musterreglement.