Dreiländereck

Auch «Attisholz»-Chefkoch Jörg Slaschek verwöhnt die Gäste im Euro-Airport

Jörg Slaschek (Zweiter von rechts) bei der Arbeit in der Küche seines Sterne-Restaurants Attisholz bei Solothurn.

Jörg Slaschek (Zweiter von rechts) bei der Arbeit in der Küche seines Sterne-Restaurants Attisholz bei Solothurn.

Menüs aus dem «Attisholz» sind bald auch am Euro-Airport Basel erhältlich: «Attisholz»-Chef Jörg Slaschek spannt dort mit Spitzenköchen aus dem Elsass und Südbaden zusammen.

Das Konzept ist bestechend. Das «3Länder Restaurant», das Ende April oder Anfang Mai im fünften Stock des Euro-Airport (EAP) eröffnet wird, wird, wie sein Name schon sagt, von Spitzenköchen aus den drei Ländern kulinarisch betreut. Alle wurden von Michelin und auch von Gault Millau ausgezeichnet. Vier- bis fünfmal im Jahr schlägt jeder saisongerecht ein elsässisches, südbadisches oder schweizerisches drei- oder viergängiges Menü vor, das die Gäste kombinieren können.

«Sie können zum Beispiel eine elsässische Vorspeise, Schweizer Käse und ein Dessert aus Baden-Württemberg wählen», erklärt Jörg Slaschek, der in Riedholz sein Restaurant «Attisholz» (1 Michelin-Stern / 17 Gault-Millau-Punkte) betreibt. «Wir streben eine sehr gute, regionale Küche mit einem bewusst vernünftigen Preisniveau an» führt Slaschek weiter aus. Ziel sei nicht ein Stern für das Flughafenrestaurant, aber ein Niveau von 13 bis 15 Gault-Millau-Punkten.

Rezepte etwas vereinfachen

Aus Südbaden macht Otto Fehrenbacher vom Hotel Restaurant Adler bei Lahr (1 Michelin-Stern / 16 Gault-Millau-Punkte) mit. Lahr liegt 110 Kilometer nördlich von Basel. Wie man das Konzept umsetze, sei natürlich nicht unproblematisch, sagt er. «Aber wir sind auf gutem Weg. Wir müssen wirtschaftlich Kompromisse machen und die Rezepte ein bisschen vereinfachen. Die Produkte werden auf jeden Fall aus der Region bezogen», erzählt er.

«Wir werden die Welt nicht neu erfinden, aber das 3Länder-Projekt hat mich sehr gereizt», fährt er fort. Der dritte im Bunde der Sterneköche ist der Elsässer Hubert Maetz, der in Rosheim bei Strassburg, 120 Kilometer nördlich von Basel, seine «Hostellerie du Rosenmeer» betreibt (1 Michelin-Stern / 2 Kochmützen bei Gault Millau). Maetz ist im Elsass bekannt, weil er lange Jahre bei einer populären gastronomischen Fernsehsendung mitgemacht hat.

Zugang nur von Frankreich her

Im Gegensatz zu früher, als das EAP-Restaurant im fünften Stock zweigeteilt von der Schweizer wie der französischen Seite zugänglich war, liegt es diesmal ausschliesslich im französischen Flughafenteil. Für die Schweizer Kunden ist das kein Problem, weil sie im dritten Stock problemlos die Flughafenseite wechseln können. Von Vorteil wird sein, dass es im Gegensatz zu früher keine unterschiedlichen Franken- und Europreise für Speisen geben wird, die ja letztlich aus der gleichen Küche kamen. In Zukunft gelten im «3Länder Restaurant» Europreise.

Nun arbeiten natürlich alle drei Sterneköche weiter in ihren Restaurants und werden nicht auf den Flughafen wechseln. Dort wird eine Kochequipe um den Elsässer Pascal Brunstein für die Umsetzung ihrer Menüvorschläge zuständig sein. «Wir haben unsere ersten Menüs schon eingegeben und werden das erste Mal dabei sein, wenn es im Flughafenrestaurant gekocht wird», erklärt Otto Fehrenbacher. Über die Vorschläge der Sternköche hinaus wird Brunstein voraussichtlich zwei eigene Menüs anbieten. Jörg Slaschek sieht seine Rolle beim Projekt «3Länder Restaurant» bei der Begleitung und Beratung. «Wir können auch bei den Tellern und dem Besteck wie bei dem Konzept Ratschläge geben», sagt er.

Neues kulinarisches Konzept

Die Idee, die Sterneköche als Coach für das Flughafenrestaurant herbeizuziehen, stammt vom französischen Gastro-Konzern Elior, der für Flughäfen in Frankreich und Belgien zuständig ist. Ein ähnliches Konzept wie das «3Länder Restaurant» gibt es bereits in Salzburg. Dort kocht allerdings jeden Monat ein anderer Starkoch – ein noch anspruchsvolleres Konzept als beim EAP.

Jörg Slaschek hat auf jeden Fall einen guten Eindruck von seinem Elsässer Kollegen auf dem EAP und zeigt sich optimistisch: «Wir können da eine gute Sache machen. Das kann nicht schiefgehen.»

Meistgesehen

Artboard 1