Oberdorf
Attraktive Wohnlage am Weissenstein soll gefördert werden

Der Gemeinderat von Oberdorf verabschiedete das räumliche Leitbild und diskutierte das Thema Littering auf dem Weissenstein.

Nadine Schmid
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Im Zentrum von Oberdorf soll sich etwas verändern.

Im Zentrum von Oberdorf soll sich etwas verändern.

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Der Gemeinderat hat das räumliche Leitbild verabschiedet und wird es zur Stellungnahme dem Kanton zukommen lassen. Das Leitbild ist als Grundlage zu sehen, auf der die Ortsplanungsrevision aufbauen kann. Das Planungs- und Baugesetz verpflichtet jede Gemeinde alle zehn Jahre die Ortsplanung zu überprüfen, in Oberdorf wurde dies zuletzt 2001 und 2002 gemacht.

Susanne Asperger von Asperger Raumplanung und Städtebau stellte das Leitbild vor, das zusammen mit der Bevölkerung und einem Grossteil des Gemeinderats erarbeitet wurde. Am Workshop zum Leitbild haben 45 Interessierte teilgenommen, dazu wurden 43 davon unabhängige Fragebogen aus der Bevölkerung ausgefüllt.

Umgestaltung Ortskern

Aus der Mitwirkung ergab sich, dass Oberdorf über eine attraktive Wohnlage und einen einzigartigen Kirchenbezirk mit nationaler Bedeutung verfüge. Diesen möchte man wie auch den Dorfkern erhalten und stärken. Betont wurde auch, dass die Gemeinde das Tor zum Weissenstein sei und man hinter dem Weissenstein stehe. Jedoch würde die Weissensteinstrasse durch starken Freizeitverkehr, der vermutlich in Zukunft noch zunehmen wird, eine Trennwirkung des Ortskerns bewirken.

Diese möchte man mit einer Umgestaltung des Ortskerns aufheben. Dazu sollen der Öffentliche Verkehr, Fussgänger und Radfahrer im Ortskern bevorzugt werden, auch eine Temporeduktion ist denkbar. Das bestehende Parkplatzkonzept soll konsequent durchgesetzt und der Öv wenn möglich ausgebaut werden. Bezüglich der stark ausgelasteten Gemeindestrassen wurde festgestellt, dass vor allem Anwohnerinnen und Anwohner sie befahren, als Massnahme sei eine Tempo-30 Zone vorstellbar.

Dorf soll nur geringfügig wachsen

Das Dorf soll eine eigenständige Gemeinde bleiben. Es habe eine gute Grösse und solle nur geringfügig weiterwachsen. Asperger: «Das neue Raumplanungsgesetz lässt ohnehin kaum Spielraum für eine Siedlungserweiterung.» Potential habe aber die Innenentwicklung der Gemeinde: Mehrere Gebäude stünden leer und gewisse Areale seien untergenutzt. «Die Bevölkerung hat deutlich gemacht, dass das Angebot an Restaurants und Läden wichtig ist», erklärte Asperger. Dies könne man in der Innenentwicklung realisieren, auch Wohnraum könne damit geschaffen werden. Heute leben 71 mehr Menschen in Oberdorf als noch vor 15 Jahren. Für die nächsten 15 Jahre wird mit einem neuen Zuwachs gerechnet. Momentan bestehe Oberdorf fast ausschliesslich aus Einfamilienhäusern, neu könne man sich auch Wohnungen vorstellen, um die Gemeinde für junge und ältere Leute und Familien attraktiver zu machen und damit für eine ausgewogene Altersstruktur im Dorf zu sorgen.

Die Entwicklung der Gemeinde solle dazu so wenig Auswirkungen als möglich auf Natur und Umwelt haben. Bestehende Grünräume sollen aufgewertet werden, sie fördern die Wohnqualität. Auf die Landwirtschaftsbetriebe möchte man Rücksicht nehmen. «Ein Anliegen war auch ein moderater Ausbau von landschaftlichen und naturverträglichen Freizeitaktivitäten.» Dabei wies Asperger jedoch auf die Grenze in diesem Bereich hin: «Mit der Ortsplanung kann man Freizeitaktivitäten eigentlich kaum steuern.»

Gegen Littering auf dem Weissenstein

Der Rat diskutierte auch das zunehmende Littering auf dem Weissenstein. Seit der Inbetriebnahme der Bergbahn hat das Besucheraufkommen stark zugenommen und damit auch der achtlos liegengelassene Abfall. Deshalb werden die drei bestehenden Abfallkübel ersetzt, da diese in schlechtem Zustand sind. Dazu wird das bestehende Angebot mit drei weiteren Kübeln erweitert. Jeder Eimer wird mit Robidog-Säcken ausgerüstet.

Von Besuchern und Landwirtschaftsbetrieben wurde der Wunsch geäussert, etwas zu unternehmen, wie die Umweltschutzkommission beschreibt. Es könne sein, dass an Spitzentagen die sechs Eimer nicht ausreichen und es auch sonst noch zu Littering kommen kann. Die Kommission möchte abwarten, wie sich die Situation durch die erste Massnahme entwickelt, um dann wenn nötig weitere Schritte zu ergreifen.