Deitingen
Asylzentrum Nein, Post Ja: Was die Gemeinde beschäftigt

Der Deitinger Souverän wehrt sich gegen das Bundesasylzentrum und die Schliessung der Poststelle.

Marlene Sedlacek
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Die Gemeindeversammlung Deitingen wehrt sich gegen den Poststellenabbau und das geplante Asylzentrum.

Die Gemeindeversammlung Deitingen wehrt sich gegen den Poststellenabbau und das geplante Asylzentrum.

Hansjörg Sahli

Gemeindepräsident Bruno Eberhard informierte an der Gemeindeversammlung über die verschiedenen Verfahren zum Bundesasylzentrum im Schachen. Gegen die Unterkunft hat die Einwohnergemeinde Beschwerde eingereicht (wir berichteten). «Gemäss fundierten juristischen Abklärungen ist das Zentrum nicht bewilligungsfähig», sagte Eberhard. Er ist zuversichtlich, dass die Gemeinde bei den Obrigkeiten etwas erreichen kann, betonte jedoch, dass er nicht den Konflikt mit Bund und Kanton suche, sondern nur das Recht.

Mitgeteilt wurde weiter, dass die Liegenschaften der Dorfzentrum Deitingen AG bis auf eine Wohnung vermietet sind. Auch die Gewerberäume sind belegt. Die Raiffeisenbank habe zugesichert, zu bleiben. Mehr Fragezeichen gebe es bei der Poststelle. «Sie ist vom radikalen Abbau des Poststellennetzes bis 2020 betroffen», bedauerte Eberhard. Dabei seien die Umsatzzahlen gut, kämen doch immer mehr Kunden von den umliegenden Dörfern in die Deitinger Post. Die sogenannten «Postagenturen» seien wohl doch nicht das Wahre, vermutete der Gemeindepräsident. «Wir werden auf jeden Fall für unsere Poststelle kämpfen», versicherte er.

Ausgabenpolitik trägt Früchte

Diskussionslos genehmigten die 34 Anwesenden die Rechnung. Mit einem Aufwandüberschuss von 95'179 Franken gegenüber den budgetierten 612'000 Franken fiel das Ergebnis akzeptabel aus. Der finanzverantwortliche Michael Tüfer lobte die konsequente Ausgabenpolitik. Fast über sämtliche Abteilungen sei der Nettoaufwand geringer ausgefallen als vorgesehen. Auf der Einnahmenseite seien 15 Prozent höhere Steuererträge natürlicher Personen eingegangen. Dies aufgrund der Erhöhung des Steuerfusses und durch ein sehr ertragreiches Inkasso. Weniger erfreulich sehe die Situation bei den juristischen Personen aus. «Hier nehmen die Erträge ständig ab», beklagte Tüfer. Er hofft auf den Zuzug neuer Firmen.

Der Aufwandüberschuss wird dem Eigenkapital angerechnet, das neu rund 224'000 Franken beträgt. Investitionen wurden für 791'168 Franken getätigt, rund 230'000 Franken mehr als budgetiert. Dies weil einerseits 118'000 Franken als Einnahmenüberschuss in die Wasserrechnung geflossen seien und andererseits Perimeterbeiträge an Schulhaus- und Schachenstrasse noch nicht eingefordert wurden, erklärte Tüfer.

Bessere Verteilung der Belastung

Durch die Neuordnung der Ressortstruktur musste die Gemeindeordnung angepasst werden. Die Umstrukturierung bezweckte, den Aufwand für die einzelnen Ressortmitarbeiter besser zu verteilen. Gemeindepräsident Eberhard ist sich bewusst, dass das Ressort Bau, Umwelt und Raumplanung und ebenso das Ressort Bildung sehr arbeitsintensiv bleiben. «Sie lassen sich jedoch nicht sinnvoll auseinandernehmen», meinte er. Der Souverän genehmigte auch die Gemeindeordnung ohne Gegenstimme.

Der Gemeinderat ehrte Hugo Galli für 25 Jahre engagierte Tätigkeit im Dienst der Gemeinde. Der bildungsverantwortliche Toni Ziegler hatte Galli als Verbandsrat der Oberstufe Wasseramt Ost (OWO) schätzen gelernt. «Er war massgeblich am Entstehen der OWO beteiligt».» Ziegler lobte das Fachwissen Gallis und seine Erfahrung im Bildungswesen. Die Verbindung von Gemeinderat zum Schulverband sei dadurch stets ausgezeichnet gewesen.