«Es ist selbstverständlich, dass niemand, weder Kanton noch Bund erwartete, wir würden in Jubel ausbrechen», kommentiert Christoph Heiniger Gemeindepräsident von Flumenthal die Gespräche zur Asylunterkunft. Diese wurden in Beisein der Gemeinderäte beider Gemeinden, von Regierungsrat Peter Gomm sowie Kantons- und Bundesvertreter vor Auffahrt geführt. «Aber natürlich zeigen wir uns offen für die Problematik, zumal der Schachen eine mögliche Lösung sei, wie uns Kantonsvertreter erklärten», so Heiniger weiter.

Eine Asylunterkunft sei für die beteiligten Gemeinden eine grosse Herausforderung. Insbesondere Deitingen werde durch die Nähe der möglichen Unterkunft diverse Probleme lösen müssen. «Deshalb ist es uns auch ein Anliegen, die Bevölkerung so frühzeitig wie möglich zu informieren.» Man wolle in Sachen Information nun aber nicht einen Schnellschuss machen.

Die Informationsveranstaltung ist auf Montag den 29. Juni terminiert und wird von Bund, Kanton und den beiden Gemeinden gemeinsam in der Zweienhalle Deitingen organisiert. Geplant sei die Baute nördlich der Justizvollzugsanstalt, auf Flumenthaler Gemeindegebiet und in einer Zone für öffentliche Bauten. Zum geplanten Bau konnte Heiniger keine Angaben machen.

Ängste werden ausgelöst

Weniger erfreut als sein Amtskollege reagiert Bruno Eberhard, Gemeindepräsident von Deitingen. «Eine Asylunterkunft löst natürlich Ängste in der Bevölkerung aus. Man hat das in Amden gesehen.» Es sei aber noch nichts entschieden. «Wir haben eine Erstinformation zum Vorhaben erhalten, das zum jetzigen Zeitpunkt alles andere als realisiert ist.» Er habe aber nicht das Gefühl, dass der Kanton wirklich noch andere Standorte in Abklärung habe. «Ein Ersatz für Fridau muss her.»

Er glaube, dass eine Asylunterkunft wirklich Ängste auslösen werde. «Man weiss nicht, welche Leute kommen, wo gerade wieder ein Krisenherd auf dieser Erde ist.» Eine Asylunterkunft sei nicht vergleichbar mit einem Gefängnis. «Die Menschen können sich frei bewegen. Es ist wahrscheinlich, dass sie sich in unsere Richtung bewegen oder Richtung Golfplatz.» Er befürchtet zudem einen Attraktivitätsverlust für das Naherholungsgebiet der Deitinger.

Dort würden gehen viele Deitinger joggen gehen, seien mit dem Velo unterwegs oder würden an einem Plätzchen an der Aare grillieren. Wenn dann die geplante Asylunterkunft mit bis zu 80 Personen voll besetzt ist, dann wisse er nicht, «ob dies im gleichen Stil im Naherholungsgebiet weiterhin möglich sein wird». Man sei nun informiert worden, ohne Details erfahren zu haben.

Eine Meinung habe sich der Gemeinderat noch nicht bilden können. «Wir warten nun mal die Informationsveranstaltung ab. Spätestens zu diesem Zeitpunkt werden wir Reaktionen sehr ernst nehmen und schauen, was man gegen den geplanten Bau machen will und machen kann». (uby)