Biberist
Asylsuchender rettete sich vor Feuer mit Sprung aus dem Fenster

Am frühen Mittwochmorgen brannte die Asylunterkunft in Biberist vollständig nieder. Die 10 Bewohner blieben unverletzt und wurden in einer Militärunterkunft im Dorf untergebracht. Das Feuer wurde durch einen technischen Defekt ausgelöst.

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Mamadou Oury war in der Asylunterkunft, als es anfing zu brennen.

Mamadou Oury war in der Asylunterkunft, als es anfing zu brennen.

TeleM1

Die Meldung zum Feuer in der Holzbaracke, in der die Asylbewerber untergebracht sind, ging kurz nach 3 Uhr bei der Alarmzentrale ein. Die komplette Feuerwehr Biberist rückte zum Löschen aus. Die Feuerwehrleute konnten das Feuer rasch unter Kontrolle bringen und löschen. Die Polizei war mit mehreren Patrouillen vor Ort.

Behinderungen im Verkehr

Bis 6 Uhr mussten beide Fahrstreifen auf der Solothurnstrasse für Lösch- und Aufräumarbeiten gesperrt werden. Um 8 Uhr war der Fahrstreifen von Solothurn in Fahrtrichtung Biberist immer noch gesperrt.

Zeitweise wurde auch die Bahnlinie gesperrt. Der Personenverkehr wurde aber nicht beeinträchtigt. (ldu)

Die zehn Bewohner der Asylunterkunft hatten zu diesem Zeitpunkt das Gebäude bereits selbstständig verlassen. Niemand wurde verletzt.

Einer der Asylbewerber berichtet Tele M1: «Ich hörte etwas, dachte aber es sei Regen. Innerhalb von 30 Sekunden bis eine Minute knallte es laut. Ich stand auf und lief zu meiner Türe, die ging aber nicht mehr auf. Sie war schon richtig festgeklebt.»

Knapp konnten sich er und seine Mitbewohner aus dem Haus retten. «Der Rauch verteilte sich im ganzen Haus, ich sprang dann schnell aus dem Fenster. Ein paar andere waren schon draussen, ein paar andere sprangen ebenfalls aus dem Fenster.»

Wie Abklärungen zur Brandursache ergaben, ist das Feuer auf einen technischen Defekt in der Deckeninstallation zurück zu führen. Der entstandene Sachschaden beträgt mehrere 10‘000 Franken. Weil sich die Asylbewerber schnell retten mussten, haben sie jetzt nichts mehr ausser den Kleidern, die sie tragen.

19 Jahre in Betrieb

Die Asylunterkunft wurde während 19 Jahren betrieben. Das Gebäude im Eigentum der Gemeinde Biberist eignete sich vor allem für die Unterbringung von alleinstehenden Männern.

Zuletzt wohnten laut dem Leiter der Gemeindeverwaltung Biberist, Stefan Hug, rund zehn Personen dort. «Es war keine Luxusunterkunft, aber der Bau war zweckdienlich und mit allem ausgestattet, was es für die Bewohnung braucht», sagt Hug.

Flammen schlagen aus der Asylunterkunft in Biberist
13 Bilder
Das Feuer brach um 3 Uhr in der Früh aus
Die Holzbaracke steht direkt an der Solothurnerstrasse
Die Strasse musste für den Verkehr bis 6 Uhr komplett gesperrt werden
Die Asylunterkunft am Morgen nach dem Brand
Nach dem Brand ist das Haus unbewohnbar geworden.
In der Fassade klaffen Löcher, die Holzbretter sind versengt oder verrusst.
Die Feuerwehr Biberist war mit einem kompletten Aufgebot vor Ort
Die Unterkunft wurde seit 19 Jahren betrieben.
In der Unterkunft waren alleinreisende männliche Asylbewerber untergebracht
Die Feuerwehrleute nach dem Einsatz
Eine Fahrspur ist am Morgen noch gesperrt
Der Brand führt zu Verkehrsbehinderungen

Flammen schlagen aus der Asylunterkunft in Biberist

Kapo SO

Nach dem Brand ist das Haus unbewohnbar geworden. In der Fassade klaffen Löcher, die Holzbretter sind versengt oder verrusst. An mehreren Stellen sind die Ziegel vom Dach abgedeckt.

Vorübergehend werden die Asylsuchenden in der Militärunterkunft beim Feuerwehrmagazin in Biberist untergebracht. «Sie können vorderhand dort bleiben, aber jetzt geht es darum, Unterkünfte zu suchen.» Hug ist überzeugt, dass sich eine Lösung für die langfristige Unterbringung finden wird. (crs/ldu)

So sah die Asylunterkunft vor dem Brand aus.

So sah die Asylunterkunft vor dem Brand aus.

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