Biberist

Asylregion gemeinsam mit dem Bucheggberg

Marlies Jeker erläutert die neue Struktur der Asylregion.

Marlies Jeker erläutert die neue Struktur der Asylregion.

Per Mitte 2016 wird die Sozialregion Bucheggberg, Biberist, Lohn-Ammannsegg (BBL) auch zur Asylregion. Marlies Jeker, Leiterin des Sozialdienstes, erklärt die neue Praxis und sucht Kräfte für das Asylwesen.

Die Asylregion Biberist-Bucheggberg-Lohn/Ammannsegg ist aufgegleist, auch wenn sie erst Ende Juni operativ wird. Der Druck vom Kanton, eine Asylregion zu bilden, wie vom Gesetz verlangt wird, zeitigte Erfolg. Immerhin drohte der Verlust von 1500 Franken Kantonsentschädigung pro Dossier aus dem Lastenausgleich Administration.

Bis anhin wirkten sechs Asylkreise. Jeder funktionierte für sich mit Ausnahme der anerkannten Flüchtlinge, die bereits in der Gesamtregion betreut wurden. «Hier haben wir eine Leistungsvereinbarung mit der Zürcher Firma ORS, einem professionellen Betreuer von Asylsuchenden und Flüchtlingen», berichtet Marlies Jeker, Leiterin des regionalen Sozialdienstes.

Die anerkannten Flüchtlinge haben freie Wohnsitzwahl innerhalb des Kantons und sind in der ganzen Region verteilt. «Natürlich leben die meisten in Biberist», so Jeker. «Sie bekommen rasch den entsprechenden Status. Ihr Ziel ist es dann, möglichst schnell eine Wohnung zu bekommen, andererseits sind sie vom Budget her stark eingeschränkt. Das bereitet uns grosse Probleme bei der Wohnungssuche.»

Die Zahl der anerkannten Flüchtlinge stieg im letzten beiden Jahren rasant von 14 auf über 70 an. Die Folge ist, dass die anerkannten Flüchtlinge oft zu lange in den Strukturen für Asylsuchende verbleiben. «Das sind grosse Herausforderungen, die wir bewältigen müssen.»

Selber managen ist günstiger

Biberist hat zudem eine Vereinbarung mit der ORS für die Asylsuchenden in der Gemeinde. Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus den sechs Asylkreisen hat die Möglichkeiten geklärt und sich geeinigt, im Asylwesen Stellen zu schaffen, die von der Leitgemeinde Biberist bereits genehmigt wurden. Die Gemeindeversammlung beschloss 200 Stellenprozente für die Koordination und Betreuung der Asylsuchenden und der Flüchtlinge. 

«Gleichzeitig haben wir die teure Leistungsvereinbarung mit der Firma ORS aufgekündigt. Künftig werden wir das Asylwesen mit den neu geschaffenen Stellen selber bewältigen.» Man habe zwar kaum Erfahrung und die Anzahl zu Betreuender steige stetig. «Aber wir starten nun mal mit 180 Stellenprozenten.»

Eine Stelle werde die Asylkoordination ganze Region (zirka 20 Prozente) und Betreuung der anerkannten Flüchtlinge in der gesamten Region (80 Prozente) übernehmen. Und eine 80-Prozent-Stelle sei für die Administration (Abrechnungswesen, Meldewesen) zuständig. Die entsprechenden Stellen wurden bereits ausgeschrieben.

Arbeitsort soll nach Möglichkeit der Sozialdienst in Biberist sein. «Es macht wenig Sinn, wenn die Asylkoordination nicht am gleichen Ort wie der Sozialdienst ist.» Die Betreuung der Asylsuchenden in den Gemeinden erfolgt weiterhin von Personal, das auch von den Gemeinden entschädigt wird. Diese Lösung ist günstiger, als wenn die Asylregion Betreuungsleute anstellen müsste. «Ob die geschaffenen Stellenprozente genügen, werden wir im Verlaufe der nächsten Monate sehen.»

Die neue Regelung tritt Mitte 2016 in Kraft. Mit ORS wurde um ein halbes Jahr verlängert. Jeker kann noch nicht abschätzen, was auf den Sozialdienst zukommt. Die kantonale Asylunterkunft im Bleichenberg für Schutzbedürftige entlastet das Aufnahmesoll von Biberist. «Aktuell erfüllen wir das Soll. Dieses könnte aber infolge der Zunahme der Asylsuchenden laut Kanton verdoppelt werden.» Im Oktober 2015 lebten 129 Asylsuchende und 71 anerkannte Flüchtlinge in der Region.

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