Biberist
Asylheim war nicht mangelhaft versichert

Im Dorf kursieren Gerüchte, dass die Asylsuchenden der niedergebrannten Unterkunft kaum entschädigt werden. Die Gemeinde dementiert.

Hans Peter Schläfli
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Im August brannte die Asylunterkunft in Biberist damit auch das gesamte Hab und Gut der 16 Asylbewerber, die dort wohnten.

Im August brannte die Asylunterkunft in Biberist damit auch das gesamte Hab und Gut der 16 Asylbewerber, die dort wohnten.

Handout Kantonspolizei Solothurn

Das Gerücht, das in Biberist zirkuliert, ist happig: Die Asylunterkunft, die Ende August einem Brand zum Opfer gefallen war, sei ungenügend versichert gewesen. Auch unter den 16 Asylsuchenden, die dort lebten, gibt es unzufriedene: «Ich habe alles verloren, aber nur 200 Franken bekommen», sagt ein Mann aus Westafrika, der nicht genannt werden möchte. «Das reicht nicht einmal, um die verbrannten Kleider zu ersetzen und ein Handy zu kaufen.»

Zur Soforthilfe kamen allerdings noch gespendete Kleider und Lebensmittel für die ersten Tage nach dem Unglück. Weitere 300 bis 400 Franken Entschädigung habe die Gemeinde in Aussicht gestellt.

«Das ist ein Missverständnis», sagt der Biberister Verwaltungsleiter Stefan Hug-Portmann. «Die Gemeinde hat jeder betroffenen Person unbürokratisch eine Soforthilfe ausbezahlt.

Das ist ein nur Vorschuss. Die Asylsuchenden werden noch individuell für die persönlichen Gegenstände entschädigt, die beim Brand zerstört wurden.»

Fälle individuell betrachten

Das Problem der Gemeinde ist, dass sie nur eine allgemeine Hausratversicherung abgeschlossen hat. Für jeden Asylsuchenden eine persönliche Hausratversicherung abzuschliessen wäre zu teuer.

Somit müssen die individuellen Verluste der 16 Asylsuchenden aus der Pauschalsumme ausgeglichen werden, die die Hausratsversicherung an die Gemeinde auszahlt.

Und das Problem der mit der Entschädigung unzufriedenen Asylsuchenden: Sie dürften laut Gesetz maximal Gegenstände im Gesamtwert von 1000 Franken besitzen. Wenn Quittungen überhaupt vorhanden waren, so sind diese im Feuer ebenfalls verbrannt.

Es werde trotzdem niemand einen finanziellen Schaden erleiden, weder die Gemeinde noch die durch den Brand direkt betroffenen 16 Bewohner, verspricht Stefan Hug-Portmann. Man werde jeden Fall individuell betrachten.

Auch die Schäden, die bei den Nachbarn durch das Feuer verursacht wurden, seien gedeckt. «Die Gebäudeversicherung hat 90 Prozent zugesagt und bereits 80 Prozent der Schadensumme ausbezahlt», sagt Hug-Portmann.

Es gebe einen vernünftigen Grund, warum die Versicherung nicht den ganzen Gebäudewert zahlen muss. «Das Fundament wurde nicht beschädigt und kann wieder verwendet werden.» Allerdings sei derzeit kein Neubau geplant.