ARA Unterleberberg
Kanalnetz zwischen Balm, Flumenthal, Günsberg, Hubersdorf und Niederwil: 2,85 Millionen Franken im Boden verbaut

Nur zehn statt geplante zwölf Jahre hat der Zweckverband ARA Unterleberberg gebraucht, um das Kanalnetz auf Vordermann zu bringen.

Max Flückiger
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Arbeiten am Regenauffangbecken zwischen Hubersdorf und Attiswil.

Arbeiten am Regenauffangbecken zwischen Hubersdorf und Attiswil.

Max Flückiger

In den 1960er-Jahren haben die Solothurner Gemeinden Balm, Flumenthal, Günsberg, Hubersdorf und Niederwil zusammen mit der Berner Gemeinde Attiswil den Zweckverband ARA Unterleberberg (ZAUL) gegründet. Seit 1972 werden die Abwässer dieser Gemeinden mit gegen 5000 Einwohnern in der ARA in Flumenthal geleitet, dort gereinigt und als sauberes Wasser in die Aare geleitet. Später dazugekommen ist Kammersrohr, und zuletzt angeschlossen wurde die Inertstoffdeponie Attisholz.

Die Anlagen des Zweckverbandes sind in die Jahre gekommen. Deshalb wurde bereits um die Jahrtausendwende im Betriebsgebäude der ARA Flumenthal totalsaniert. Das später erstellte Verbands-GEP zeigte auf, dass auch im ganzen Kanalnetz Sanierungsbedarf besteht und ursprünglich geplante, aber früher eingesparte Regenauffangbecken notwendig werden und ein längerer Kanalabschnitt vergrössert werden müsste.

Gesamtkredit wurde vor zehn Jahren beschlossen

Vermutlich erinnern sich Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinden Balm, Günsberg, Hubersdorf, Kammersrohr, Riedholz/Niederwil, Flumenthal und Attiswil nur noch verschwommen daran, dass sie in den Jahren 2010/11 an ihren Gemeindeversammlungen einen Kredit von 2,85 Millionen Franken für ein Zwölfjahresprogramm 2012 bis 2023 des Zweckverbandes ARA Unterleberberg genehmigt haben. Dieses Mehrjahresprogramm beinhaltete die Optimierung der Zulaufkanäle zur Abwasserreinigungsanlage Flumenthal aus dem ganzen Einzugsgebiet.

Viele Verbesserungen der Massnahmen

Der Vorstand übertrug die Planung dieser Arbeiten einem Ingenieurbüro. Vorgesehen war eine Arbeitsdauer von zwölf Jahren bei Kosten von 2,85 Millionen Franken. Dieser Betrag wurde von allen Verbandsgemeinden akzeptiert, und so wurden 2012 die ersten Arbeiten in Angriff genommen. Schon bei der Detailplanung zeigten sich Verbesserungsmöglichkeiten gegenüber den im Verbands-GEP vorgeschlagenen Massnahmen. Vor allem hydraulische Kennwerte spielten dabei eine Rolle. In den Hauptkanal sollte nicht mehr als geplant Abwasser eingeleitet werden. Diese Anpassungen wurden umgesetzt. So wurde 2013/14 als Erstes das Regenauffangbecken 174 unterhalb Günsberg gebaut. Von dort kommen maximal 100 Liter pro Sekunde in den ARA-Kanal. Gekostet hat dieses wirksame Bauwerk rund 830000 Franken.

Beim zuletzt ausgeführten Regenauffangbecken 1 in Niederwil (Kosten 202000 Franken) werden 110 Liter pro Sekunde eingeleitet. So kommen maximal 210 Liter pro Sekunde nach Hubersdorf, von dem weitere 110 Liter pro Sekunde einfliessen. In den ersten Arbeitsjahren wurden laufend örtliche Sanierungen durchgeführt, dabei natürlich die gemäss Videoaufnahmen schadhaften Kanalrohre mit Inlinern dicht gemacht.

Der Kredit musste nicht ausgeschöpft werden

Ganz wichtig für das ganze Kanalsystem war der Bau des Regenauffangbeckens 6 zwischen den Gemeinden Hubersdorf und Attiswil. Dieses Bauwerk war schon 1970 in der Planung vorgesehen, aus Kostengründen aber nicht gebaut worden. Der «damalige Fehler» ist inzwischen korrigiert. Das Regenauffangbecken 6 kostete gegen eine Million Franken, erfüllt seinen Auftrag aber hervorragend. Das bewies es, als im Schacht 69 ein Leck (Eindringen von Sauberwasser) behoben werden musste. Der Schacht 69 wurde abgedichtet.

Erfreulichster Punkt beim 12-Jahres-Programm ist aber zweifellos, dass der ursprünglich von den Gemeinden genehmigte Kredit nicht voll ausgeschöpft werden musste. Das ist sicher der Planungsarbeit der Ingenieure, der positiven Haltung der betroffenen Grundstückbesitzer und der aktiven Baubegleitung durch den ZAUL-Vorstand zu verdanken.

Ara Flumenthal mit der neuen Photovoltaikanlage.

Ara Flumenthal mit der neuen Photovoltaikanlage.

Max Flückiger

Photovoltaik auf dem ARA-Dach

Beim einem Tag der offenen Tür wollte der Vorstand der Bevölkerung der ZAUL-Gemeinden nicht nur die Neubauten im Boden präsentieren, sondern auch die neu gebaute Photovoltaikanlage. Diese liefert seit Juni 2021 rund zehn Prozent des in der Anlage benötigten Stroms. Doch der Tag der offenen Tür musste wegen Corona zuerst verschoben, dann abgesagt werden.

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