Derendingen
Anwohner des Emmenhof-Areals fürchten um Wohnqualität

Der Derendinger Gemeinderat diskutierte ohne Publikum über Einsprachen zur Überbauung Emmenhof-Areal.

Marlene Sedlacek
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Blick ins Emmenhof-Areal mit dem ehemaligen Spinnereigebäude in der Bildmitte. Visualisierung:

Blick ins Emmenhof-Areal mit dem ehemaligen Spinnereigebäude in der Bildmitte. Visualisierung:

© nightnurse images

Der Gemeinderat sah sich an seiner Sitzung rund einem Dutzend Bürgern und Bürgerinnen gegenüber. Sie waren zum Traktandum Einsprachenbehandlung betreffend Überbauung Emmenhof-Areal erschienen. Ein Traktandum, das unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt werden sollte. Stefan Baschung, der Wortführer der Gruppe, verlangte, dass sie bei der Behandlung ihrer Einsprachen dabei sein dürften. «Uns auszuschliessen, ist eine Verletzung des Öffentlichkeitsprinzips», warf er dem Gemeinderat vor.

Die Anwesenden hatten Einsprache gegen das Projekt erhoben, das dereinst Wohnraum für 800 bis 1000 Leute bieten soll. Die Anwohner empfanden sich als zweitrangige Bürger behandelt. Sie müssten ihre Wohnqualität aufgeben, nur damit andere Leute die schöne Aussicht auf die Alpen von ihrer Wohnung hoch oben im Hochhaus geniessen konnten. Baschung appellierte an den Gemeinderat, ihre Anliegen ernst zu nehmen, und sie in ihren Bedürfnissen zu unterstützen.

Gemeindepräsident Kuno Tschumi ist sich bewusst, dass ein solches Bauvorhaben eine Beeinträchtigung der Wohnsituation der Anwohner bedeutet. Er beschwichtigte jedoch, dass es sich beim Projekt vorerst nur um Baufelder handle und darum, was maximal ausführbar sei. Das heisse noch lange nicht, dass alle Möglichkeiten ausgenutzt würden. Er versprach, das Optimum für die Anwohner herauszuholen, hielt jedoch daran fest, das Geschäft ohne Beisein der Öffentlichkeit abzuhandeln. «Wir sind in einem Beschwerdeverfahren, und dies ist nicht öffentlich», stellte er klar. Die Anwesenden mussten dies akzeptierten und verliessen zähneknirschend den Saal.

Mehrzweckhalle nimmt Formen an

Ein weiteres Bauprojekt, das der Gemeinderat behandelte, war die Überbauung Derendingen-Mitte. Simeon Heinzl vom Generalplanerteam orientierte über das Vorprojekt. Anhand des Holzmodells im Massstab 1:100 konnten sich die Gemeinderäte ein Bild von der Mehrzweckhalle machen. Die Dreifachturnhalle mit Bühne bietet Platz für 1000 Personen. Sie wird flankiert von Schul- und Kindergartenräumen auf der einen Seite.

Auf der anderen Seite sind Büros vorgesehen, die durch die Kantonspolizei und die Elektrizitäts- und Wasserversorgung gemietet werden. In einem Foyer ist Platz für Ausstellungen. Das Projekt liegt im vorgesehenen Kostenrahmen von 36,5 Millionen Franken, wie Markus Zürcher, Präsident der Finanzkommission, zufrieden feststellte. Das Modell ist in den nächsten Tagen noch in der Gemeindeverwaltung zu besichtigen.

Die flächendeckende Einführung von Tempo 30 auf allen Gemeindestrassen wird voraussichtlich von 2017 bis 2018 ausgeführt. «Es ist ein Konzept ohne Verkehrsschikanen vorgesehen», erläuterte Gemeinderat Roger Spichiger. An den Eingangsportalen seien Verkehrstafeln auf Betonsockeln geplant, die die Fahrbahnen leicht einengen. Zusätzlich werden grüne Linien auf dem Boden den Beginn der Zonen anzeigen. Auf den Strassen werden blaue Parkfelder angebracht.

Das «Wir-Gefühl» stärken

«Derend!ngen aktuell» soll die neue Dorfzeitung heissen. Bernhard Harnickell vom Redaktionsteam stellte die Zeitung vor, die viermal im Jahr erscheinen wird. Sie soll als Informationsplattform für Einwohner, Verwaltung und Schule dienen. Auch für Gewerbe und Vereine steht Platz zur Verfügung, um sich zu präsentieren und auf ihre Aktivitäten aufmerksam zu machen. Die Arbeitsgruppe möchte mit diesem Heft das «Wir-Gefühl» in der Bevölkerung stärken, dadurch dass diese am öffentlichen Geschehen in der Gemeinde teilhaben kann.