Zukunft

Anteners wollen auf dem Aareinseli ausbauen – Gemeinde Selzach versenkt Pläne

Familie Antener-Laubscher will den Gastrobetrieb auf dem Aareinseli ausbauen. Die Gemeinde ist dagegen.

Familie Antener-Laubscher will den Gastrobetrieb auf dem Aareinseli ausbauen. Die Gemeinde ist dagegen.

Familie Antener will sich neu orientieren und auf dem Aareinseli einen Gastrobetrieb sowie Mutterkuhstall einrichten. Die Gemeinde Selzach ist da aber nicht einverstanden.

Familie Antener plant einen Ausbau der betrieblichen und der nebenbetrieblichen Aktivitäten auf dem Aareinseli bei Nennigkofen. Konkret soll die Scheune für die Gästebewirtung und die dafür nötigen Betriebseinrichtungen umgenutzt werden. Gleichzeitig soll ein Mutterkuhstall erstellt werden. Zudem wurde eine Obstplantage bereits erstellt.

Die Gemeinde Selzach ist mit dem Ausbau aber nicht einverstanden. Die Diskussion eines Entwurfs der Stellungnahme an den Kanton wurde im Gemeinderat hinter verschlossenen Türen geführt, dies auf kurzfristigen Antrag der Gemeindepräsidentin Silvia Spycher (FDP). «Inseli»-Landwirtin Vreni Antener-Laubscher und ihre Tochter Kathrin kamen vergebens. Die Gemeinde informierte nach der Gemeinderatssitzung, dass es beim ablehnenden Entscheid bleibt.

Zukunft der Kinder sichern

Die Familie Antener will die Zukunft der beiden Kinder Kathrin und Adrian sichern. Die gelernte Köchin wolle ihr Wissen nutzen und der Sohn, gelernter Baumschulist, ebenfalls, berichtet Mutter Vreni Antener. Deshalb sollen der bisherige Stall und die Futtertenne als Gastrobetrieb eingerichtet werden, ein Teil der Tenne wird zur Gastroküche mit Kühlraum. Keinen Platz mehr haben die Kühe. 

Deshalb entsteht draussen, wo bisher die Kälberiglus standen, ein Mutterkuhstall – «ein Kuhunterstand» – mit Laufstall, Liegebox und Platz für die Kälberiglus. Als Ersatz für die wegfallende Milchwirtschaft wurde bereits auf einer Hektare Land eine Obstplantage eingerichtet. Damit erreiche der Betrieb weiterhin die geforderte eine Standardarbeitskraft, um weiterhin als Landwirtschaftsbetrieb gelten zu können, wie Vreni Antener weiter erläutert.

Die Gemeinde zeigt im Brief wohl Verständnis für die Umstrukturierung. Doch die vorgesehenen («und mehrheitlich bereits ausgeführten») Bauten und Anlagen sowie die geplante Nutzung des Gastronomiebereiches würden den gesetzlichen Vorgaben widersprechen.

Der Gemeinderat weist auf den Schutzcharakter des «Inseli» hin. Dieses ist ein Naturreservat und liegt in der kantonalen Landwirtschafts- und Schutzzone Witi. Hier sind zonenkonforme Bauten zulässig. Nichtlandwirtschaftliche Nebenbetriebe wie die vorgesehene Gästebewirtung aber nicht, so der Gemeinderat. Dies bedürfe einer Ausnahmebewilligung, was aber in den Schutzvorschriften der Schutzzone Witi nicht enthalten ist.

Einzigartig: Die von Familie Antener bewohnte Aareinsel in Selzach, rund 5 km aareaufwärts von Solothurn.

Einzigartig: Die von Familie Antener bewohnte Aareinsel in Selzach, rund 5 km aareaufwärts von Solothurn.

Wirten lukrativer als bauern

Weiter wendet die Gemeinde ein, dass das eingereichte Betriebskonzept nicht belege, dass der überwiegende Teil des Einkommens auch künftig aus dem Landwirtschaftsbetrieb erzielt wird. Einerseits würden Erträge aus dem Erwerbszweig Obstplantage angegeben, welche noch gar nicht bewilligt ist. Andererseits überwiege der geplante Ertrag aus der Gästebewirtung den Ertrag aus der Landwirtschaft erheblich, würde nicht eine jährlich hohe («nicht näher belegte») Amortisationszahlung in Abzug gebracht.

Auch ein nur geringfügiges Wachstum in der Gastronomie führe mit den jetzigen Zahlen dazu, dass der Hauptbetrieb dem Nebenbetrieb untergeordnet sei. Eine entsprechende Auflage durch die Baukommission bringe nicht das gewünschte Resultat, weil eine Einhaltung kontrolliert werden müsse. «Abgesehen davon, dass nicht klar ist, wie eine solche Auflage in der Praxis umgesetzt werden soll, kann es nicht Aufgabe der Gemeinde sein, die dafür nötigen Ressourcen bereitzustellen», so der Gemeinderat in der Stellungnahme.

Generationengemeinschaft

Der Gemeinderat kritisiert in der Stellungnahme zudem die «eigenmächtige Vorgehensweise» der Familie Antener, weil diese die Obstanlage ohne entsprechende Bewilligung bereits erstellte. Die Gemeinde werde über die Obstanlage in einem ordentlichen (nachträglichen) Baugesuchsverfahren befinden. Solange über die Bewilligung der Obstanlage, welche Bestandteil des neuen Betriebskonzeptes ist, nicht entschieden ist, könne auch nicht über die übrigen Bereiche des Baugesuches befunden werden.

In der Zwischenzeit hat die Familie Antener bereits auf eine Auflage des Kantons reagiert und juristisch eine Generationengemeinschaft zwischen Vater, Tochter und Sohn eingerichtet. Diese gilt seit Anfang Jahr.

Volksfest für die neue Inseli-Fähre im letzten Sommer:

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