Nach Gerichtsurteil

Anteners sind verzweifelt: «Wir verlieren das Inseli»

Sohn Adrian mit Vreni und Simon Antener fürchten, das Inseli zu verlieren. (Archiv)

Sohn Adrian mit Vreni und Simon Antener fürchten, das Inseli zu verlieren. (Archiv)

Das Verwaltungsgerichtsurteil, das alle landwirtschaftlichen Umbaupläne für das Aare-Inseli verbietet, macht die Bauernfamilie Antener hoffnungslos. Ob sie vor Bundesgericht ziehen, ist noch ungewiss. Die Familie malt sich keine grosse Chance aus.

Das Verwaltungsgerichtsurteil verbietet alle landwirtschaftlichen Umbaupläne auf dem Aare-Inseli der Familie Antener. Das Urteil macht die Bauernfamilie hoffnungslos. «Wir verlieren das Inseli», sagt Verena Antener. Sie sei 60 Jahre alt und ihr Mann 62. Ihre Pläne, mit einer Mutterkuhhaltung, einer Obstbaumplantage und einem modernisierten Gastro-Angebot den Landwirtschaftsbetrieb auch in den kommenden Jahren für ihre Kinder am Leben zu erhalten sei nun verunmöglicht.

«So haben wir und vor allem unsere Jungen keine Überlebenschancen hier. Wir müssen eine Standardarbeitskraft auf dem Hof beschäftigen, um Direktzahlungen zu bekommen. Mit diesem Entscheid ist auch dies nicht mehr möglich. Wovon sollen wir dann leben hier?», fragt die hörbar verzweifelte Frau am Telefon.

Im Urteil wird erklärt, der Betrieb könne so wie bisher weiter geführt werden. Doch das ist für die Familie nicht möglich. «Wir müssen Umstrukturierungen vornehmen. Und im Amt für Landwirtschaft hat man uns gesagt, dass unser Konzept sehr gut wäre.» Doch jetzt sei ihre Existenz infrage gestellt, es gebe keine Alternativen mehr.

Kaum Hoffnung auf Bundesgericht

Seit 110 Jahren lebe die Familie auf dem Aare-Inseli und obwohl früher schon intensiv Landwirtschaft hier betrieben worden sei, blieben drei Viertel des Inseli unangetastet, sagt Verena Antener. «Wir haben Pirol, Eisvogel, Dachs und auch Schlangen hier und leben gemeinsam ohne Probleme. Nun scheint es, dass für uns kein Platz mehr ist.» Man habe jetzt zwar eine schöne neue Aare-Fähre, doch: «Da hat es auch einiges gebraucht, bis wir dieses Problem haben lösen können. Wir haben da auch Geld reingesteckt. Das hätten wir uns jetzt sparen können und das Geld für unsere Altersvorsorge verwenden können», sagt die Frau verbittert.

Und noch etwas will sie sagen: Dass die Obstbaumplantage ohne Baubewilligung erstellt worden sein soll, dagegen verwahrt sie sich. «Wir haben nachgefragt, ob ein Baugesuch nötig sei. Da hat man uns in der Gemeinde Selzach gesagt, wenn keine Einfriedung gebaut werde, sei dies nicht nötig. Doch später hiess es plötzlich, es sei Ermessenssache und die Baubewilligung sei nötig.»

Ob die Familie gegen das Urteil Beschwerde beim Bundesgericht einreichen wird, sei noch ungewiss. Die Bäuerin dazu: «Wir haben keine grosse Hoffnung, dass dieses Gericht anders entscheiden würde. Die stellen sich doch bestimmt auf die gleichen Standpunkte wie das Verwaltungsgericht. Dann wären wir wieder gleich weit und hätten nur noch grössere Gerichtskosten zu tragen.» Wie es nun mit dem Landwirtschaftsbetrieb auf dem Inseli in der Witi-Schutzzone weitergehen soll, weiss momentan niemand.

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