Derendingen
Anstieg der Einwohnerzahl fordert die Verwaltung

Derendingen wächst stetig – grundsätzlich ein Anlass zur Freude für den Gemeinderat. Wachstum bringt aber auch Herausforderungen mit sich und erhöht in manchen Bereichen den Druck massiv. Weil Ressourcen fehlen, wird die Personalplanung überarbeitet.

Beatrice Kaufmann
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Der Gemeinderat Derendingen muss sich aufgrund der steigenden Einwohnerzahl intensiv mit den Ressourcen beschäftigen. (Symbolbild)

Der Gemeinderat Derendingen muss sich aufgrund der steigenden Einwohnerzahl intensiv mit den Ressourcen beschäftigen. (Symbolbild)

Felix Gerber

Der Gemeinderat hat...

... die Demission von Franziska Fonseca-Steinhauser aus dem Gemeinderat und sämtlichen Kommissionen mit Bedauern zur Kenntnis genommen;

... Das Aufstellen von Fahrverboten für Motorfahrzeuge und Motorräder auf diversen Flurwegen genehmigt;

... Einsprachen von zwei Grundeigentümern abgelehnt, welche sich gegen die Kostenbeteiligung am Ausbau des Trottoirs an der Fabrikstrasse gewehrt hatten. (bk)

«Die Bevölkerung hat aber ein Recht darauf, dass im Dorf Sauberkeit und Ordnung herrscht.» Nun erhält die Abteilung Entlastung durch einen Leiter Tiefbau – die 100-Prozentstelle wird neu geschaffen – und durch die Erhöhung der Pensen im Werkhof um 50, sowie im Sekretariat Bau und Planung um 30 Prozent. Die Pensenerhöhungen werden intern mit den aktuellen Angestellten abgedeckt. Die Mehrkosten, die durch die Massnahmen entstehen, betragen jährlich maximal 187 000 Franken. Wie Spichiger aufzeigte, ist Derendingen auch mit diesen erhöhten Stellenprozenten im Vergleich zu ähnlich grossen Gemeinden noch immer schlank besetzt.

Dass die Abteilung dringend Entlastung braucht, war im Gemeinderat von Derendingen unbestritten. Anstoss zur Kritik gab der Umstand, dass bereits zum zweiten Mal innert weniger Monate eine Pensenerhöhung vorgenommen werden muss, die aus einer fehlenden Personalplanung in der Verwaltung resultiert. Michael Käsermann und Urban Cueni stellten daher den Antrag, dass die Pensenerhöhungen sowie die neue Stelle befristet anzusetzen seien. Gleichzeitig soll eine mittelfristige Personalplanung gestartet werden, um die personellen, räumlichen und finanziellen Ressourcen der Verwaltung in den nächsten Jahren zu definieren. Sobald die Personalplanung vorliegt, wird diese der Gemeindeversammlung vorgelegt.

Steinmatt-Portal kommt voran

Eines der Grossprojekte, das Derendingen derzeit beschäftigt, ist das «Steinmatt-Portal», das an der Hauptstrasse auf den Grundstücken GB 653 bis 656 geplant ist. Aus den heute losen Gebäuden soll eine fünf-, beziehungsweise sechsstöckige Überbauung entstehen. Mittlerweile konnten sich die beiden Grundeigentümer der Parzellen auf einen Gestaltungsplan einigen, der im Parterre Gewerberäume und in den oberen Stockwerken rund 60 Wohnungen vorsieht. Aufgrund der zentralen Lage bieten sich hier Chancen für Alterswohnungen, deren Nachfrage gross sei. Die Ausnutzungsziffer wird mit dem Neubau massiv überschritten, weshalb eine Zonenplanänderung nötig sein wird.

Die Gemeinderäte waren sich rasch einig und genehmigten die Einreichung des Plans beim Amt für Raumplanung. Damit hat der Rat noch nichts entschieden. Der Kanton prüft im nächsten Schritt den Gestaltungsplan und teilt dem Gemeinderat das Ergebnis mit. Erst wenn der Gemeinderat das Projekt öffentlich auflege, sage er auch ja dazu, so Spichiger. Gemeindepräsident Kuno Tschumi fand aber schon am Montag deutliche Worte für seine Überzeugung vom Neubau, der das Gesicht Derendingens an der Hauptstrasse stark verändern wird. Aufgrund des neuen kantonalen Raumplanungsrechts müsse nicht nur Derendingen zwingend verdichtet bauen. «Es ist ein mutiger, aber der einzig richtige Schritt.»

Im Weiteren informierte Tschumi die Räte über eine Instruktionsverhandlung, die am 14. September stattfindet. Hintergrund bilden Einsprachen zum Gestaltungsplan Emmenhof. Man wolle mit den Einsprechern an einen Tisch sitzen und versuchen, einen Kompromiss zu finden. Sollte sich keine Einigung finden, werden Einspracheverhandlungen folgen.

Und für den Ausbau der Fabrikstrasse konnte mittlerweile eine Firma gefunden werden. Da das Projekt über 500 000 Franken kostet, wurde der Auftrag in einem offenen Verfahren vergeben. Der Gemeinderat entschloss sich für eine Firma aus der Region, die die wirtschaftlich günstigste Offerte eingereicht hatte.

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