Luterbach

Angst vor Mehrverkehr aus dem neuen Quartier

Die Silhouette des Attisholz-Areals mit dem Kamin und dem Säureturm soll nicht durch ein Hochhaus verändert werden.

Die Silhouette des Attisholz-Areals mit dem Kamin und dem Säureturm soll nicht durch ein Hochhaus verändert werden.

Die Gemeinderatskommission Luterbach befürchtet Mehrverkehr aus dem neuen Wohnquartier in Riedholz. Darum will man mitwirken und das Gespräch mit der Nachbargemeinde suchen.

«Die Steuereinnahmen bekommt Riedholz, wir den Verkehr.» Jürg Nussbaumer (Ressortleiter Planung) bezweifelt, dass die künftigen Bewohner des neuen Quartiers im Attisholz Nord den öffentlichen Verkehr so zahlreich nutzen werden, wie man dies in Riedholz gerne hätte. Die Rede sei von 35 Prozent. Ob die Buslinie dereinst tatsächlich eingeführt werde, sei noch nicht sicher. Die Linienführung sei ebenfalls eine Knacknuss. Einerseits werde dabei der Bereich vor der «Kantine 1881» tangiert, der im Sommer rege genutzt werde. Andererseits sei die Eisenbahnbrücke ein Kernstück. Diese müsse noch saniert werden. Zudem führe der Veloverkehr ebenfalls über diese Brücke.

Dialog mit der Nachbargemeinde suchen

Die Angst vor dem Mehrverkehr wurde in der Gemeinderatskommission Luterbach geteilt. In der Nutzungsplanung seien die Auswirkungen auf das Verkehrsnetz nur grob dargestellt. Einzig den Knoten Baselstrasse (auf Gemeindegebiet Riedholz) habe man genauer untersucht. Wie die Auswirkungen auf das Strassennetz südlich der Aare und auf die Ortsdurchfahrt Luterbach beurteilt würden, sei nicht zu erkennen.

Einstimmig wurde beschlossen, dass sich die Gemeinde an der öffentlichen Mitwirkung beteiligt. Dieser Beschluss muss in der nächsten Sitzung vom Gemeinderat bestätigt werden. «Nur wenn wir uns jetzt einbringen, können wir später einsprechen.» Man suche den Dialog mit den Behörden in Riedholz. «Grundsätzlich unterstützen wir die  Umstrukturierung und Weiterentwicklung des Gebietes», so Nussbaumer. Ursprünglich basiere die Entwicklung der Areale Attisholz Süd (Luterbach) und Attisholz Nord (Riedholz) auf einer gemeinsamen Gestaltungsidee. Entwicklungsimpulse und Synergien müssten im gemeinsamen Interesse auch genützt werden.

Standort des Hochhauses ist umstritten

Das Hochhaus, das zwischen Säureturm und Hochkamin erstellt werden soll, stösst in Luterbach ebenfalls auf wenig Freude. Die Dimension des Hochhauses sei nicht ersichtlich, der Platz zwischen den beiden geschützten Bauten ungünstig. Zudem verändere sich damit die heute prägende und eindrucksvolle Silhouette stark. Kritisch wird auch der Bereich «Wohnen am Wasser» beurteilt. Dafür würden viele Gebäude entlang der Aare abgebrochen. Der Bereich passe sich zudem nicht mehr in die bestehende Struktur und den Charakter der ehemaligen Schutz- und Erhaltungsgebiete ein.

Bei der sogenannten «Wohnzone Gehöft» rund um das ehemalige Industriegebiet fragt man sich in Luterbach, ob es sich dabei tatsächlich um eine blosse Umzonung handle.  «Wir sind der Meinung, dass dies eine Einzonung ist, die nicht zulässig ist», steht in der Mitwirkung.

Werkkommission hat verärgert reagiert

Die Gemeinderatskommission hat zudem zur Kenntnis genommen, dass sich die Werkkommission offensichtlich übergangen fühlte, mit der Wahl von Urs Rutschmann als Vorstandsmitglied in den Zweckverband Gruppenwasserversorgung Unterer Leberberg (GWUL). In der Kommission seien zwei Gemeinderäte, die ebenfalls hätten Einsitz nehmen können. Gemeindepräsident Michael Ochsenbein hielt fest, dass Rutschmann auf dem ordentlichen Weg nominiert wurde und es keinen Grund gab, ihn nicht zu wählen.

Ressortleiter Martin Probst informierte seine Kollegen darüber, dass sich der Vereinskonvent aufgelöst habe.  Es brauche den Konvent nicht mehr, war die Meinung der Vereine. Es könne aber nicht sein, dass er als Gemeinderat nun Veranstaltungen organisieren müsse. «Ich werde die Vereinspräsidenten deshalb  gelegentlich zu einem klärenden Gespräch einladen.»

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