Luterbach
Angst ums Grundwasser: Wasserverbund reicht Beschwerde ein

Die Arbeiten zur Erweiterung des Golfplatzes Wylihof sind gestartet. Nach Ablauf der Beschwerdefrist ist aber doch noch eine Einsprache eingetroffen: Von der Wasserverbund Region Solothurn AG.

Urs Byland
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Auf diesen Feldern in Luterbach wird der Golfplatz Wylihof erweitert.

Auf diesen Feldern in Luterbach wird der Golfplatz Wylihof erweitert.

Yves Wälchli

Im Jubiläumsjahr – 20 Jahre Golfplatz Wylihof – wird die Anlage im Süden erweitert. Im Februar konnten die vier Einsprachen gegen das Erweiterungsprojekt in Verhandlungen gütlich erledigt werden. Im März kam die Bewilligung für die Erweiterung, gegen die innert der Frist von zehn Tagen keine Beschwerde geführt wurde. Dann fiel der Startschuss für das Projekt.

Einige Tage danach ging beim Regierungsrat doch noch eine Beschwerde ein. Der Wasserverbund Region Solothurn AG bemängelt eine fehlende Baupublikation im Amtsblatt. Anhand der Publikationen in den amtlichen Anzeigern sei die Inanspruchnahme der Schutzzone des Brunnens Dörnischlag in Luterbach nicht erkennbar gewesen. In Anbetracht der regionalen Bedeutung der Schutzzone hätte eine Publikation im Amtsblatt erfolgen sollen. Und diese hätte beim Wasserverbund den regionalen Charakter ausserhalb der Bauzone eindeutig angezeigt und eine Prüfung des Sachverhaltes ausgelöst, dies die in Beamtendeutsch abgefasste Beschwerde.

Der Wasserverbund wurde 2012 zwischen den Wasserversorgungen von Solothurn und Zuchwil gegründet und sorgt sich hauptsächlich um die Primäranlagen. Zu diesen Primäranlagen zählen Anlagen für Wasserbeschaffung, -speicherung und -transport sowie Mess- und Steuerungseinrichtungen. Eine dieser Anlagen ist der Brunnen Dörnischlag, der Wasser für Zuchwil und Solothurn, aber in bestimmten Fällen noch für viele weitere Gemeinden liefert. Zudem bestehe die Absicht, weitere Direktversorgungen ab dem Brunnen Dörnischlag einzurichten als Ersatz für den Brunnen auf dem ehemaligen Borregaard-Areal.

«Für hohe Trinkwasserqualität»

Ob der Wasserverbund mit seiner verspäteten Beschwerde Recht bekommen soll, wird im laufenden Verfahren geklärt. Warum der Wasserverbund danach doch noch Einsprache führen will, erklärt Marcel Rindlisbacher, Verwaltungsrat des Wasserverbundes: «Als regionaler Wasserversorger sind wir an einem möglichst hohen Schutz unserer Grundwasserquelle interessiert.» Im Fokus habe der Wasserverbund den Unterhalt der Rasenanlagen, insbesondere den möglichen Einsatz von Herbiziden und Pestiziden.» Wir setzen uns für eine hohe Trinkwasserqualität ein, ohne künstliche, langlebige Fremdstoffe, hier müssen wir heute den Finger draufhalten, damit wir nicht Jahrzehnte später eine Überraschung erleben.» Dies die Überlegungen des Wasserverbundes. «Allfällige Sanierungskosten einer belasteten Grundwasserfassung sollen nicht durch die Allgemeinheit getragen werden», so Rindlisbacher.

Golfplatz-Geschäftsführer Roland Meyer erklärt, dass die Beschwerde der Wasserverbund AG keinen Einfluss auf die laufenden Arbeiten Erweiterung Süd Golfplatz Wylihof habe. «Die Beschwerde verlangt keine aufschiebende Wirkung.» Die Arbeiten sind denn auch voll in Gange. Letzte Woche vermeldete der Golfplatz auf seiner Internetseite, dass entlang des Rüti- und des Dorfbaches für den Brückenbau und die Spielbahnen 7 und 8 dreissig Bäume gefällt wurden. Nach Rücksprache mit dem Kantonsförster, Jürg Misteli, seien 140 Eschen wegen Krankheitsbefall hinzugekommen.

«Wir gehen sicher sorgsam im Unterhalt mit Spritzmitteln um und halten uns an die geltenden Bestimmungen», erklärt Roland Meyer. Besondere Vorsicht werde in einer Gewässerschutzzone geübt. Es sei aber schwierig, sich an Gesetze zu halten, wie vom Wasserverbund gefordert, die vom Bund noch gar nicht eingeführt worden sind. Er verstehe auch nicht, weshalb der Wasserverbund gerade jetzt aktiv werde und nicht während der letzten 20 Jahre, in denen die Bauern die Felder bewirtschafteten.

Der Kanton habe den möglichen Eintrag von Giftstoffen auf die Wasserfassung beachtet, erklärt Ruedi Bieri, Leiter Nutzungsplanung beim Amt für Raumplanung. «Wir haben das Baugesuch diesbezüglich geprüft und nicht zuletzt wegen der Schutzzone eine Verschiebung der Anlage erwirkt.» Deshalb sei es für ihn unverständlich, dass der Wasserverbund nun Beschwerde führt. In Bezug auf den Einsatz von Herbiziden und Pestiziden erklärt Bieri, es sei schwierig, kommendes Recht geltend zu machen.

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