«Ich kann ein Gemeindewesen übergeben, das gut funktioniert.» Andreas Rüegger, noch bis Ende Jahr Gemeindepräsident in Hubersdorf, ist ein kleines bisschen Stolz anzuhören. «Uns geht es gut.»

Verwaltung und politische Organe seien schlank gehalten, aber gut aufgestellt. Er sei oft darum beneidet worden, dass es in Hubersdorf so ruhig sei, keine Querelen, kein Streit, der für Schlagzeilen sorge.

«Wir haben uns immer für die Sache eingesetzt, uns zusammengerauft und den Konsens gesucht.» Rüegger gibt aber auch zu, dass Knackpunkte wie die T5, die Linienführung des Bipperlisi, das Asylbewerberzentrum auf dem Balmberg oder das Kieswerk Hobühl zwar die Nachbargemeinden, nicht aber Hubersdorf betreffen.

Kaltstart vor zehn Jahren

Andreas Rüegger hatte nicht geplant, Gemeindepräsident zu werden. Er war zwei Jahre lang Mitglied in der Baukommission und dann fünf Jahre deren Präsident. «Meine Frau Heidi war Ersatzgemeinderätin, als der damalige Gemeindepräsident Urs Rusterholz plötzlich verstarb. Sie rutschte für ihn in den Gemeinderat nach und musste dann später demissionieren, weil ich das Präsidium übernahm», erinnert er sich zurück.

Rüegger sieht gerne auf seine Zeit als Gemeindepräsident zurück. Er demissioniert, weil seine berufliche Belastung stark zugenommen hat, nicht weil er genug hat. «Eigentlich wollte ich schon Ende 2014 zurücktreten. Als sich eine Nachfolgelösung abzeichnete, habe ich mich bereit erklärt, ein Jahr anzuhängen.»

Das sei nur möglich gewesen, weil der Gemeinderat als Team gut funktioniert habe. Rüegger freut sich auch, dass junge Leute im Gemeinderat und in den Kommissionen nachrutschen und Verantwortung übernehmen.

Schule top, Fusion ein Flop

Wenn Andreas Rüegger auf die Arbeit der letzten zehn Jahre zurückblickt, ist es die Gemeinsame Schule Unterleberberg (GSU) die ihm am meisten Freude macht. «Urs Rusterholz hat die ersten Schritte auf diesem Weg gemacht», so Rüegger.

«Ich bin noch heute überzeugt, dass wir gemeinsam eine gute Lösung gefunden haben.» Es habe viel Engagement und viel Überzeugung gebraucht, bis es so weit war.

«Ein Flop war dafür unsere angedachte Fusion mit Günsberg, Balm bei Günsberg und Niederwil.» Rüegger ist zwar heute noch davon überzeugt, dass eine Gemeinde Unterleberberg Sinn machen würde.

«Wir arbeiten in praktisch allen Bereichen irgendwie zusammen. In der Jugendarbeit, in der Feuerwehr, bei der Spitex, im Sozialkreis, in der Wasserversorgung.» Die Gemeindestrassen seien praktisch das Einzige, über das Hubersdorf noch ganz alleine entscheide.

Ebenfalls gescheitert ist die Idee, zusammen mit Flumenthal eine Verwaltung mit einer gemeinsamen Leitung aufzubauen. «Als Gemeindepräsident im Nebenamt hatte ich zu wenig Zeit für die Führung der Angestellten in der Verwaltung. Das hat mich immer gestört.» Die Verwaltung funktioniere trotzdem ausgezeichnet und als Team, betont er.

Immer wieder gebaut

In Hubersdorf wurde in den zehn Amtsjahren von Andreas Rüegger einiges investiert und gebaut. Diverse Strassen wurden saniert, erweitert und die Kanalisationen erneuert.

«Wir haben das Feuerwehrmagazin aufgehoben und die Gemeindeverwaltung ausgebaut.» Auch die Sanierung des Schulhauses in Etappen fiel in Rüeggers Amtszeit. Zudem ist das Dorf dank Neubauten um rund 70 Einwohner angewachsen.

«Freude habe ich auch immer und immer wieder am Turnverein, der oft als Festsieger nach Hause kommt. Sei es bei den Senioren oder der Jugi.» Daneben gebe es andere aktive Vereine im Dorf und auch Vereine wie der Fussballklub in Attisholz oder in Flumenthal, mit denen Hubersdorf verbunden sei.

Kritisch bleiben

Was gibt Andreas Rüegger seinem Nachfolger Gregor Schneiter mit auf den Weg? «Weiterfahren wie bisher, versuchen, den Konsens zu finden und die Finger von allzu verrückten Projekten lassen.»

Rüegger hatte nie das Bedürfnis, in der kantonalen oder der nationalen Politik mitzumischen. «Deshalb konnte ich kantonalen Behörden, Vorschriften und Auflagen gegenüber immer kritisch sein.»

Es schade nicht, wann man sich als Gemeinde klar positioniere und Vorgaben auch einmal lautstark hinterfrage. «Ich hoffe, dass dies in Hubersdorf auch künftig so bleibt.»